Gute Nachricht für die Universitätsallianz Ruhr: Der Wissenschaftsrat hat am 2. Oktober 2026 bekannt gegeben, dass das Ruhr Innovation Lab künftig als Exzellenzverbund von Bund und Ländern gefördert wird. Die Ruhr-Universität Bochum und die Technische Universität Dortmund überzeugten eine internationale Jury mit ihrem Konzept zur hochschulübergreifenden Integration von Wissenschaft.

An der Universität Duisburg-Essen ist die Freude groß – auch wenn die UDE selbst nicht Teil des neuen Exzellenzverbunds ist. Sie gratulierte den beiden Partnerhochschulen zum Erfolg innerhalb der Universitätsallianz Ruhr. Deren Sprecherin Barbara Albert, zugleich Rektorin der Universität Duisburg-Essen, verbindet mit dem Ruhr Innovation Lab die Hoffnung auf neue Formen wissenschaftlicher Zusammenarbeit, die nicht nur geplant, sondern praktisch entwickelt und erprobt werden.

Ein gemeinsamer Experimentierraum

Die Universitätsallianz Ruhr besteht seit fast 20 Jahren aus der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen Universität Dortmund und der Universität Duisburg-Essen. Zu den gemeinsamen Aktivitäten gehört die vom Land Nordrhein-Westfalen finanzierte Research Alliance Ruhr mit vier Research Centern und einem College.

Das neue Ruhr Innovation Lab soll darüber hinaus als gemeinsamer Experimentierraum dienen. Dort sollen Ideen für gesellschaftliche Zukunftsfragen entstehen und neue Formen der Integration von Forschung und Lehre erprobt werden. Auch der Austausch mit Wirtschaft und Gesellschaft gehört zum Konzept. Die Universität Duisburg-Essen erwartet vom entstehenden Ökosystem zusätzliche Impulse für die Kooperation der drei Universitäten – obwohl sie formal nicht zum Exzellenzverbund gehört.

Die wissenschaftliche Qualität und die geplante Zusammenarbeit bewertete die internationale Jury positiv. Mitte Mai 2026 hatten RUB und TU Dortmund ihren gemeinsamen Antrag als Exzellenzverbund präsentiert. Begleitet wurde die Bewerbung vom Podcast „Think. Try. Transform.“ Für Hochschulmitglieder sollen die Förderung und ihre Bedeutung am 7. Oktober 2026 in einem digitalen Townhall-Meeting erläutert werden.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Im Umfeld der Bewerbung standen mehrere konkrete Vorhaben und Aktivitäten: ein Netzwerktreffen unter dem Titel „Future Dialogue“ zu künstlicher Intelligenz und digitaler Souveränität, eine internationale Talentmesse der Universitätsallianz Ruhr mit anschließendem Besuch der Universität Stanford sowie ein Konzept für Karrierewege nach der Promotion. Genannt wird außerdem das Exzellenzcluster RESOLV, das zu Wasserstoffbrückenbindungen in Wasser forscht.

Fünf neue Exzellenzstandorte

Neben dem Ruhr Innovation Lab erhielten vier weitere Hochschulstandorte erstmals den Status als Exzellenzuniversität oder Exzellenzverbund: die Universität Freiburg, die Friedrich-Schiller-Universität Jena, die Universität zu Köln und die Rhein-Main-Universitäten. Zu diesem Verbund gehören die Technische Universität Darmstadt, die Goethe-Universität Frankfurt am Main und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Für die siebenjährige Förderphase ab 2027 waren bis zu 15 Plätze vorgesehen. Beworben hatten sich zehn bisherige Titelträger und elf neue Bewerber. Ab Januar 2027 fördern Bund und Länder bundesweit zwölf Exzellenzuniversitäten und drei Exzellenzverbünde.

Die Exzellenzstrategie von Bund und Ländern soll den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig stärken, seine internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessern, wissenschaftliche Spitzenleistungen fördern und Profilbildungen sowie Kooperationen im Wissenschaftssystem unterstützen. Zugleich geht es darum, Leistungsspitzen in der Forschung und die Qualität des Hochschul- und Wissenschaftsstandorts insgesamt zu verbessern. Erstmals war das Programm 2005 als Exzellenzinitiative ausgeschrieben.

Die Exzellenzstrategie umfasst die Förderlinien „Exzellenzcluster“ und „Exzellenzuniversitäten“. Universitäten mit einer ausreichenden Zahl an Exzellenzclustern können sich in der zweiten Förderlinie um den Status als Exzellenzuniversität oder Exzellenzverbund bewerben. Voraussetzung ist ein Strategiekonzept, das die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Forschung und die strukturelle Erneuerungsfähigkeit der Organisation stärken soll.

Wie über die Förderung entschieden wird

Eine internationale Jury bewertet die Bewerbungen anhand eines schriftlichen Antrags und eines mehrtägigen Vor-Ort-Besuchs. Auch im Fall des Ruhr Innovation Lab flossen die wissenschaftliche Qualität und die geplante Zusammenarbeit in die positive Bewertung ein.

Das dauerhaft angelegte Programm beruht auf einer Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern. In der Förderlinie Exzellenzcluster werden international wettbewerbsfähige Forschungsfelder an deutschen Universitäten und Universitätsverbünden gefördert. Seit Januar 2026 erhalten 40 Cluster an 43 Universitäten Unterstützung; für die Durchführung ist die Deutsche Forschungsgemeinschaft zuständig.

Die Förderlinie „Exzellenzuniversitäten“ setzt auf eine dauerhafte institutionelle Förderung von Universitäten und Universitätsverbünden auf Grundlage erfolgreicher Exzellenzcluster. Ziel ist der Ausbau der internationalen Spitzenstellung in der Forschung. Seit 2019 werden zehn Universitäten und ein Universitätsverbund als Exzellenzstandorte gefördert. Zuständig für die Durchführung ist der Wissenschaftsrat.

Zu dieser Förderlinie gehören die Evaluation der bisher geförderten Exzellenzuniversitäten und des Exzellenzverbundes sowie ein Neuausschreibungsverfahren für antragstellende Universitäten und Universitätsverbünde. Die Förderung beider Linien beträgt derzeit jährlich 533 Millionen Euro. Ab 2026 steigt das Gesamtbudget auf 687 Millionen Euro pro Jahr.

Ausgestaltet wird das Förderprogramm vom Committee of Experts, das die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz eingesetzt hat. Das Gremium besteht aus 39 Personen. Seine Mitglieder sind in verschiedenen Wissenschaftsgebieten ausgewiesen und bringen langjährige Erfahrungen unter anderem aus dem Ausland, dem Hochschulmanagement, der Lehre oder der Wirtschaft mit. Vorgeschlagen werden sie der GWK gemeinsam vom DFG-Senat und der Wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrats.

Über die Förderanträge entscheidet in beiden Förderlinien die Exzellenzkommission. Ihr gehören das Committee of Experts sowie die für Wissenschaft zuständigen Ministerinnen und Minister des Bundes und der Länder an.

Für die Universität Duisburg-Essen dürfte nun vor allem interessant werden, was aus der neuen Nachbarschaft entsteht: drei Ruhr-Universitäten, weiterhin eng verbunden, aber mit unterschiedlichen Rollen. Die Research Alliance Ruhr läuft weiter, das Ruhr Innovation Lab startet als eigener Exzellenzverbund – und am 7. Oktober folgt erst einmal das digitale Townhall-Meeting. Weitere Informationen zum Programm sowie zu den aktuell geförderten Exzellenzclustern und Exzellenzuniversitäten stehen auf www.exzellenzstrategie.de.