Transformation der Lausitz: Chancen und Herausforderungen im Strukturwandel!
Die Lausitz steckt in einer spannenden und herausfordernden Phase. Angesichts des bevorstehenden Kohleausstiegs bis 2038 sind die Zeichen auf grundlegenden Strukturwandel gestellt. Dies wurde kürzlich bei der fünften Veranstaltung des TransformationsLABORs am Campus Sachsendorf deutlich, die am 13. Juli 2026 stattfand. Der Experte Prof. Dr. Raj Kollmorgen von der Hochschule Zittau-Görlitz beleuchtete das Thema „Transformation und die Lausitz“ und gab spannende Einblicke in die sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen der Region.
Der Strukturwandel in der Lausitz zeichnet sich durch tiefgreifende Veränderungen in sozialen, wirtschaftlichen und administrativen Abläufen aus. Denkt man an die Vergangenheit, wird klar, dass die Region, einst ein Zentrum des Braunkohlebergbaus in der DDR, bereits 1989/90 einen drastischen Strukturbruch erlebt hat, als über 90 % der Kohlearbeiter entlassen wurden. Darüber hinaus sind zwischen 1995 und 2015 fast 20 % der Bewohner aus der Lausitz weggezogen. Dies wirft Fragen über die zukünftige Perspektive der Region auf, die sich in einem neuen Transformationsprozess befindet, der sowohl Chancen als auch Risiken birgt.
Die Rolle der Sozialen Arbeit
Das TransformationsLABOR hat sich auf die Fahnen geschrieben, die sozialwissenschaftliche und pädagogische Auseinandersetzung mit diesen Umbrüchen voranzutreiben. Die soziale Arbeit ist hier besonders gefragt, denn sie spielt eine zentrale Rolle als Transformationsbegleiterin. Insbesondere in Zeiten von Unsicherheiten und sozialen Spannungen ist es wichtig, geeignete Strategien zu entwickeln und Risiken von Exklusionen zu minimieren. Laut b-tu.de wird die soziale Arbeit jedoch nicht in der Lage sein, gesellschaftliche Transformationen gezielt zu steuern. Um die Herausforderungen zu meistern, bedarf es vielfältiger Ansätze und eines breiten Engagements aller Beteiligten.
Die anhaltenden Debatten über den Kohleausstieg, die seit der Bundestagswahl 2017 deutlich intensiver geführt werden, zeigen, dass die Menschen vor Ort besorgt über die Auswirkungen sein könnten. Diese Sorgen spiegeln sich auch in den Umfragen wider, die zeigen, dass viele Lausitzer*innen um ihre Arbeitsplätze fürchten. Der angestrebte Strukturwandel soll jedoch auch als Möglichkeit für sozialökologische Transformationen genutzt werden. Die Politik ist gefordert, belastbare Visionen und Governance-Strukturen zu entwickeln, um das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen und positive Impulse für die Region zu setzen. Der Ausblick in die Zukunft erfordert Investitionen von etwa 17 Milliarden Euro in den kommenden zwei Jahrzehnten, um die Ansiedlung wissenschaftlicher Institute und den Ausbau der Infrastruktur voranzutreiben.
Kooperation und Bürgerbeteiligung
Bei der Gestaltung dieses Strukturwandels spielen verschiedene Personengruppen eine entscheidende Rolle. Bürgermeister*innen sind gefragt, neue Verwaltungskapazitäten aufzubauen und Erfolge vorzuweisen, um dem zunehmenden Rechtspopulismus entgegenzuwirken. Lausitzbeauftragte sorgen für den notwendigen Austausch zwischen regionalen und übergeordneten Politikebenen, kämpfen jedoch oftmals mit Überlastung. Gleichzeitig engagieren sich viele Menschen in der Region für Themen wie Industriekultur und digitale Bildung, stehen jedoch oft vor administrativen Hürden und struktureller Überforderung.
Eine stärkere Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung ist von großer Bedeutung, um alle Akteure in den Wandel einzubeziehen. Dies ist nicht nur notwendig, um die Identität der Region zu wahren, sondern auch um sicherzustellen, dass die kulturellen Aspekte, wie die sorbische und wendische Kultur, nicht verloren gehen. Gleichzeitig ist es entscheidend, dass Nachhaltigkeit im Vordergrund steht, um langfristige Erfolge zu erzielen.
Die Herausforderungen sind zweifellos groß: Soziale, demografische und infrastrukturelle Erosion in ländlichen Räumen müssen angegangen werden. Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer ISI analysieren diese Prozesse und empfehlen, regionale Innovationssysteme zu stärken, um neue Entwicklungspfade zu ermöglichen. Schließlich haben wir hier ein dynamisches Umfeld, in dem Innovationen aus einem Geflecht von Akteuren, Netzwerken und Institutionen hervorgehen — und das erfordert ein gutes Händchen sowohl von politischen Entscheidungsträger*innen als auch von den Bürger*innen selbst.
Die Fortsetzung des TransformationsLABORs im Wintersemester 2026/2027 verspricht viele weitere spannende Themen, wie den Strukturwandel im ländlichen Raum, den Systemumbruch von 1989/90, die Beziehung zwischen Transformation und Rechtsextremismus sowie die sozial-ökologische Transformation. So bleibt die Lausitz ein faszinierendes und zugleich herausforderndes Beispiel für Wandel im Kleinen, der weitreichende Folgen für die Gesellschaft hat.
Es bleibt zu beobachten, wie sich die Region weiterentwickelt und ob die vielfältigen Ansätze und Engagements dazu führen können, eine neue, hoffnungsvolle Perspektive für die Lausitz zu schaffen. Der Strukturwandel darf keine Gelegenheit versäumen, um Innovationen zu fördern und ein lebendiges Miteinander zu gestalten.
Für weitere Informationen zu den Themen rund um Transformation und Strukturwandel in der Lausitz lohnt sich ein Blick auf die Artikel von bpb.de und isi.fraunhofer.de.
