Jena ist eine Universitätsstadt, und zwar nicht nur auf dem Papier. Studierende, Forschende, Projekte und Gebäude der Friedrich-Schiller-Universität prägen die Stadt in Thüringen seit Jahrhunderten. Wer durch Jena geht, stößt auf diese Verbindung fast automatisch: auf historische Fassaden im Zentrum, Institutsgebäude im gesamten Stadtgebiet und moderne Forschungsstandorte, die weit über den klassischen Campus hinausreichen.

Eine MDR-Dokumentation nimmt diese Beziehung genauer unter die Lupe. „Jena und seine Uni – Exzellenz aus Tradition“ erzählt von den Anfängen der Hochschule, ihrem Einfluss auf die Entwicklung Jenas und der Frage, wie wissenschaftliche Methoden wirken. Der Film ist 30 Minuten lang und wird am Sonntag, 4. Oktober 2026, von 04:35 bis 05:05 Uhr ausgestrahlt. Bereits am Samstag, 3. Oktober 2026, ist er von 09:45 bis 10:15 Uhr im MDR-Programm zu sehen. Zuvor lief die Sendung am Sonntag, 28. Juni 2026, um 22:00 Uhr.

Vom Weinbauernstädtchen zum Wissenschaftsstandort

Im 16. Jahrhundert war Jena ein kleines, vom Weinbau geprägtes Landstädtchen. Mit der offiziellen Gründung der Universität im Jahr 1558 kamen Professoren und Studierende aus ganz Europa. Das veränderte den Ort spürbar: Das Handwerk entwickelte sich, später wuchsen auch Wohnungsbau und Dienstleistungen. Aus der Landstadt wurde ein Wissenschaftsstandort, dessen Zentrum die Universität bildete.

Bis heute reicht ihr Einfluss in die Stadtentwicklung hinein. Das historische Universitätshauptgebäude im Stadtzentrum steht für die lange Tradition der Hochschule, während Institutsgebäude im gesamten Stadtgebiet das moderne Jena mitprägen. Am Beutenberg-Campus liegen Schwerpunkte auf Lebenswissenschaften und Physik. Zwischen alter Bausubstanz und Laboren entsteht so ein Stadtbild, in dem Universitätsgeschichte und aktuelle Forschung ziemlich dicht nebeneinanderliegen.

Mit Jena verbunden sind außerdem Namen wie Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Johann Gottlieb Fichte und Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Die Friedrich-Schiller-Universität zählt zu den ältesten protestantischen Universitäten Deutschlands und wird in der Dokumentation als wahrscheinlich älteste protestantische Universität sowie als „Hidden Champion“ der europäischen Universitätslandschaft dargestellt.

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Forschung im europäischen Verbund

Seit sechs Jahren läuft an der Universität eines der größten interdisziplinären Forschungsprojekte Europas. Fast 20 Institutionen und Forschungseinrichtungen beziehungsweise Partner aus ganz Europa arbeiten daran mit. Im Mittelpunkt stehen nicht nur aktuelle wissenschaftliche Fragen, sondern auch die historischen Ursprünge der Universität, ihr Verhältnis zur Stadt Jena und die Wirksamkeit ihrer wissenschaftlichen Methoden.

Die FSU strebt den Status einer Exzellenzuniversität an. Zwei Exzellenzcluster bilden dabei wichtige Säulen. „Balance of the Microverse“ erforscht mikrobielle Gemeinschaften und ihre Wechselwirkungen in verschiedenen Umgebungen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entstehung und Vermeidung von Antibiotikaresistenzen; außerdem geht es um neue medizinische Therapieansätze. Kleine Organismen, große Folgen – das klingt zunächst unscheinbar, ist für die Medizin aber alles andere als nebensächlich.

Das zweite Cluster trägt den Namen „Practices and Dynamics of Social Imagining“, kurz „Social Imagining“. Untersucht werden gemeinsam geteilte Vorstellungen, historische und moderne Narrative, Weltbilder und Zukunftsentwürfe. Die Forschenden fragen, wie solche Bilder den gesellschaftlichen Zusammenhalt und politische Entwicklungen beeinflussen. Also nicht bloß, was Menschen denken, sondern auch, welche gemeinsamen Geschichten eine Gesellschaft tragen – oder ins Wanken bringen.

Tradition, Stadtbild und Sendetermine

Der Film stellt die Forschungsprojekte vor und zeigt zugleich den historischen und aktuellen Einfluss der Universität auf Jena. Akademische Forschung, Universitätsgeschichte und lokale Identität sind dabei eng miteinander verbunden. Die Hochschule erscheint nicht als abgeschlossener Kosmos hinter Institutsmauern, sondern als Teil einer Stadt, die sich mit ihr verändert hat und weiterhin verändert.

Die nächsten Sendetermine im MDR sind am heutigen Samstag, 3. Oktober 2026, von 09:45 bis 10:15 Uhr sowie am Sonntag, 4. Oktober 2026, von 04:35 bis 05:05 Uhr. Wer um diese Uhrzeit schon oder noch wach ist, kann Jenas Weg vom Weinbauernstädtchen zur europäischen Forschungsadresse verfolgen.