35 Jahre Europa-Universität Viadrina: Ein Blick auf die Zukunft der Grenzregion!
Am 6. Juli 2026 wird die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) einen besonderen Abend ausrichten. Dr. Krzysztof Wojciechowski, der langjährige Leiter des Collegium Polonicum, wird am 15. Juli 2026 um 18:00 Uhr in einer Lesung sein Buch „Traum Grenzuniversität“ vorstellen. Die Veranstaltung findet im Senatssaal der Universität, Große Scharrnstraße 59, Raum 109, statt und wird ebenfalls online im Livestream übertragen. Die Lesung wird von Dr. Anja Hennig, einer Politikwissenschaftlerin an der Viadrina und Expertin für polnische Politik und deutsch-polnische Beziehungen, begleitet.
Dr. Wojciechowski wird Passagen aus seinem Buch vorlesen und anschließend mit Hennig über die Veränderungen im deutsch-polnischen Grenzgebiet sowie die Herausforderungen internationaler Wissenschaftskooperationen diskutieren. Interessant ist, dass der 15. Juli 2026 auch den 35. Jahrestag der Gründung der Europa-Universität Viadrina markiert, die offiziell am 15. Juli 1991 ins Leben gerufen wurde. In der Gründungsphase immatrikulierten sich 460 Studierende in den Fachrichtungen Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Die Kulturwissenschaftliche Fakultät wurde im Akademischen Jahr 1993/1994 hinzugefügt und zählte im Oktober 1993 insgesamt 1.100 Studierende.
Die Entstehung des Collegium Polonicum
Die Idee für eine gemeinsame Lehr- und Forschungseinrichtung zwischen der Europa-Universität Viadrina und der Adam-Mickiewicz-Universität Poznań wurde bereits 1992 formuliert. Der Grundstein für das Collegium Polonicum wurde am 17. Oktober 1992 gelegt, die Bauarbeiten begannen am 22. September 1995, und das Gebäude wurde im Juni 1998 eröffnet. Dr. Krzysztof Wojciechowski, geboren 1956 in Warschau, war von 1993 bis 2022 der Direktor dieser Institution, die inzwischen eine zentrale Rolle in der deutsch-polnischen Bildungs- und Forschungslandschaft einnimmt.
Im Rahmen des Collegium Polonicum wurden zahlreiche bedeutende Ereignisse gefeiert. So wurde nach einem verheerenden Brand das große Auditorium am 1. Juli 2022 wiedereröffnet. Zudem fand am 17. Juni 2021 eine Feier zum 30-jährigen Bestehen der Einrichtung statt, die mit einer Podiumsdiskussion und einer Ausstellung einherging. Im Jahr 2012 wurde das Deutsch-Polnische Forschungsinstitut gegründet, das die Zusammenarbeit zwischen den beiden Nachbarländern weiter vertieft.
Deutsch-polnische Beziehungen im Kontext
Die enge Partnerschaft zwischen Deutschland und Polen wird durch vielfältige gesellschaftliche und politische Verflechtungen charakterisiert. Laut dem Auswärtigen Amt leben etwa 840.000 polnische Staatsbürger in Deutschland, während insgesamt rund 2,2 Millionen Menschen polnischer Herkunft in Deutschland leben. Deutschland ist seit mehr als zwei Jahrzehnten der wichtigste Handelspartner Polens. Auch in der politischen Hinsicht kooperieren beide Länder eng, was sich in regelmäßigen Besuchen auf höchster Ebene zeigt.
Mit dem deutsch-polnischen Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit, der am 17. Juni 1991 unterzeichnet wurde, wurden die Grundlagen für eine tiefgreifende Kooperation gelegt. Dieser Vertrag umfasst 38 Artikel, die verschiedene Ziele der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit definieren. Die Feierlichkeiten zum 35. Jahrestag des Nachbarschaftsvertrags sind für den 17. Juni 2026 geplant. Ein Höhepunkt der Feier ist das Deutsch-Polnische Forum im Auswärtigen Amt.
