Neues Reallabor in Braunschweig: Nachhaltiges Bauen mit Panoramablick!
Das Okerhochhaus der Technischen Universität Braunschweig wird derzeit in ein innovatives Reallabor für nachhaltiges Bauen umgebaut. Dieses Projekt, initiiert von der Geschäftsführerin Ina Müller, zielt darauf ab, neue Wege der Gebäudetechnologie zu erforschen. Die Bauarbeiten, die rund ein Jahr in Anspruch nehmen werden, umfassen eine umfangreiche Umgestaltung des ehemaligen Computerlabors in der 16. Etage, das künftig unter dem vorläufigen Namen „Laterne“ oder „Skylounge“ bekannt sein soll. Der neu gestaltete Raum wird nicht nur als Veranstaltungsort dienen, sondern auch als Experimentierraum für die Studierenden und Mitarbeitenden des Instituts für Bauklimatik und Energie der Architektur (IBEA) sowie des Instituts für Entwerfen und Gebäudelehre.
Zur Ausstattung gehören eine Wärmepumpe, ein Flächenheiz- und Kühlsystem im Fußboden sowie eine ökologische Lehmwand, die zusammen für ein hervorragendes Raumklima sorgen sollen. Vor dem Umbau wurde eine Schadstoffsanierung notwendig, um den Raum entkernen und neu aufbauen zu können. Die Gestaltung des Raumes ist bewusst schlicht gehalten, um den atemberaubenden Panoramablick über Braunschweig nicht abzulenken. Daher wurde auch die Bodenhöhe angehoben, um aus sitzender Position eine freie Sicht zu ermöglichen.
Ein wichtiger Schritt zur nachhaltigen Transformation
Der aktuelle Umbau ist Teil einer größeren Initiative, die auch im Rahmen der digitalisierten Erfassung von Reallaboren in Deutschland steht. Am 25. Juni 2025 wurde eine interaktive digitale Landkarte veröffentlicht, die laufende und abgeschlossene Reallabore sowie Best Practices im Bereich Bauen und Wohnen visualisiert. Dieses Mapping-Tool, entwickelt von der acatech (Deutsche Akademie der Technikwissenschaften) mit Unterstützung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), ist darauf ausgelegt, neue Ansätze zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum zu testen.
In Deutschland fehlen derzeit rund 550.000 Wohnungen, insbesondere für Haushalte mit niedrigem Einkommen. Der Bausektor ist dafür verantwortlich, über 50 % der weltweiten CO₂-Emissionen zu verursachen und 60 % der Ressourcen zu verbrauchen. Die interaktive Landkarte ermöglicht es Fachleuten aus Wissenschaft, Verwaltung und wirtschaftlichen Unternehmen, relevante Projekte nach verschiedenen Kriterien zu filtern und detaillierte Informationen zu den Projektformen und Akteurskonstellationen einzusehen.
Ausblick auf innovative Lösungen
Das Ziel des Mapping-Tools ist es, Lösungen für mehr bezahlbaren Wohnraum zu entwickeln, indem nachhaltige Ansätze und Lebensqualität miteinander verbunden werden. Jedes Projekt auf der digitalen Plattform enthält eine Profilseite, die Angaben zu Finanzierungsquellen, Zielgrößen und Prozessgestaltungen bietet. Dies zeigt, wie wichtig die Vernetzung von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft ist, um der Herausforderungen im Bausektor zu begegnen.
Das Reallabor im Okerhochhaus wird somit nicht nur ein Physischer Raum für Forschung, sondern auch ein symbolischer Ort, an dem die Grundlagen für nachhaltige Transformationen im urbanen Raum gelegt werden. Der Umbau wird von einem engagierten Team an Studierenden und Mitarbeitenden des IBEA aktiv mitgestaltet, was den Bildungsaspekt des Projektes zusätzlich unterstreicht.
