Das Chile-Wandbild an der Universität Bielefeld begeht in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum: Es wird 50 Jahre alt. Das 16 Meter lange und 4 Meter hohe Kunstwerk wurde heimlich in der Nacht auf den 12. Dezember 1976 von der exilchilenischen „Brigade Salvador Allende“ und dem Bielefelder AStA angebracht. Die Aktion war eine Solidaritätsbekundung nach dem Militärputsch unter Augusto Pinochet am 11. September 1973. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW sowie die Denkmalschutzbehörde haben für das Wandbild, das kürzlich in die Denkmalliste der Stadt Bielefeld eingetragen wurde, eine umfassende Restaurierung in Auftrag gegeben, um dieses bedeutende Stück Geschichte zu bewahren.

Die Restaurierung wird vom Zentrum für Ästhetik der Universität begleitet. Restauratorin Sunniva Vohland aus Köln hat bereits ein Konzept für die Reinigung und Renovierung erstellt. Die eigentliche Restaurierung soll gemäß einer Voruntersuchung ab Herbst 2026 beginnen. In dem Restaurierungskonzept sind auch Vorschläge zur Präsentation, Beleuchtung und dem Schutz des Murals in seiner neuen Umgebung enthalten.

Jubiläumsfeierlichkeiten

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität plant als Teil der Feierlichkeiten das Veranstaltungsprogramm „Mural50“, das vom 13. bis 18. Juli stattfinden wird. Zudem sollen Infotafeln über die Geschichte des Wandbildes informieren. Diese Maßnahme hat das Ziel, die Studierenden für die Bedeutung dieses Kunstwerks zu sensibilisieren und den historischen Kontext zu beleuchten.

Das Wandbild ist nicht nur ein künstlerisches Zeugnis, sondern auch eine symbolische Darstellung des Widerstands des chilenischen Volkes gegen den Faschismus. Trotz mehrfacher Angriffe blieb es in der Vergangenheit unangetastet und zeigt damit seine Widerstandskraft. Erst vor einigen Jahren rückte es durch eine filmische Dokumentation und eine Feierstunde anlässlich seines 35-jährigen Bestehens wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein.

Bedeutung des Muralismo

Das Chile-Wandbild steht in der Tradition des lateinamerikanischen „Muralismo“. Diese Bewegung entstand in Mexiko und hat unter anderem Künstler wie José Clemente Orozco und Diego Rivera hervorgebracht, die durch Wandbilder die Geschichte und Kultur der Bevölkerung thematisieren wollten. Muralismo zielt darauf ab, soziale und politische Themen durch kunstvolle Darstellungen in öffentlichen Räumen zugänglich zu machen.

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Das Bielefelder Chile-Wandbild gilt als das einzige Mural dieser Thematik in Deutschland, das an seinem ursprünglichen Ort erhalten ist. Der Bescheid über die Eintragung in die Denkmalliste hebt das öffentliche Interesse am Erhalt des Wandbildes aus historischen und künstlerischen Gründen hervor. Der Senat der Universität sprach sich dafür aus, das Bild bestehen zu lassen, um eine klare Haltung gegen Faschismus zu zeigen. Ein wichtiges Zeichen für die sowohl künstlerische als auch politische Relevanz, die das Kunstwerk bis heute ausstrahlt.