Am 8. Mai 2026 feierte das Laboratorium für Werkstoff- und Fügetechnik (LWF) der Universität Paderborn sein 50-jähriges Bestehen in der PaderHalle. Über 300 Teilnehmer*innen aus Politik, Forschung und Wirtschaft versammelten sich, um das Jubiläum einer Einrichtung zu würdigen, die seit ihrer Gründung im Jahr 1976 durch Prof. Dr.-Ing. Ortwin Hahn national und international für ihre Leistungen in Forschung und Lehre anerkannt ist. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten standen die Weiterentwicklung innovativer Werkstoff- und Fügetechniken sowie die Ausbildung junger Talente.
Die Bedeutung des LWF zeigt sich in der engen Zusammenarbeit mit Unternehmen und Förderorganisationen, was einen nachhaltigen Technologietransfer ermöglicht. Insbesondere in den Bereichen Verkehrstechnik, Maschinenbau, Anlagentechnik und Bauwesen hat das LWF entscheidende Beiträge geleistet. Während der Jubiläumsfeier hielten Universitätspräsident Prof. Dr. Matthias Bauer und Dekan Prof. Dr.-Ing. Mirko Schaper Grußworte, die die Erfolge der letzten fünf Jahrzehnte würdigten.
Forschungsschwerpunkte und Kooperationen
Das LWF befasst sich intensiv mit der Fügetechnik, die mechanisches und thermisches Fügen, Kleben und Hybridfügen umfasst. Zudem leistet die Einrichtung Kennwertermittlungen und Simulationen im Rahmen ihrer Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, die öffentlich geförderte Grundlagenforschung sowie anwendungsorientierte Projekte in Kooperation mit der Industrie einschließen. Diese Herangehensweise ist besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Großunternehmen von Bedeutung, da sie einen direkten Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Industrie ermöglicht. Die Ergebnisse sind nicht nur verfahrens- und materialspezifisch, sondern auch konstruktiv und werden bereits in zahlreichen innovativen Produktanwendungen genutzt, was zum wirtschaftlichen Fortschritt in der Fertigung ressourceneffizienter Leichtbaustrukturen beiträgt.
In diesem Zusammenhang hat das LWF auch mehrere nationale und internationale Preise für seine Forschung erhalten, was die hohe Qualität seiner Arbeit unterstreicht. Referenten der Jubiläumsveranstaltung, darunter Prof. Dr.-Ing. Marion Merklein von der FAU Erlangen Nürnberg sowie Vertreter von HEGGEMANN AG, Mercedes-Benz AG und Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik, bereicherten die Feier mit Fachvorträgen.
Integration von Lehre und Forschung in der Fügetechnik
Die Universität Rostock hat mit ihrem Lehrstuhl Fügetechnik, gegründet 1951, eine lange Tradition in der Verbindung von Werkstofftechnik und Fügetechniken, ursprünglich mit einem Fokus auf den Schiffbau. In den letzten Jahren hat sich die Ausrichtung jedoch erweitert, um mechanische und hybride Fügetechniken sowie Löt- und thermische Spritztechniken zu berücksichtigen. Dies ist auch ein Beispiel für die zunehmende Verschmelzung von akademischer Lehre und industrieller Forschung, wie sie seit 1998 mit dem Fraunhofer IGP in Rostock praktiziert wird.
Studierende der Universität Rostock profitieren von interessanten, grundlagen- und anwendungsorientierten Aufgabenstellungen, die nicht nur ihre akademische Ausbildung bereichern, sondern sie auch optimal auf die Herausforderungen der Industrie vorbereiten. Jährlich belegen ca. 30 Masteranden die speziellen Vertiefungen im Bereich Fügetechnik, die für die Studiengänge Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen angeboten werden.
Insgesamt zeigt das Jubiläum des LWF eindrucksvoll, wie bedeutend die Schnittstelle zwischen Hochschulbildung und industrieller Praxis ist, und hebt die Rolle der Forschungseinrichtungen in der Entwicklung innovativer Technologien hervor, die sowohl der Wissenschaft als auch der Industrie zugutekommen.