Die Wählerschaft der AfD ist alles andere als homogen, wie eine umfassende Studie von Prof. Dr. Céline Teney von der Freien Universität Berlin zeigt. Die Untersuchung, die auf Daten der German Longitudinal Election Study (GLES) zur Bundestagswahl 2025 basiert, identifiziert drei verschiedene Einstellungsprofile unter den AfD-Wählern. Insgesamt wurden die Angaben von 6.414 Wahlberechtigten, darunter 858 AfD-Wähler, analysiert. Die Ergebnisse legen nahe, dass die politische Einstellung und die Wahrnehmung der gesamtwirtschaftlichen Situation einen erheblichen Einfluss auf die AfD-Wählerschaft haben.

Etwa zwei Drittel der Befragten gehören den sogenannten **Konservativen Hardlinern** an. Sie zeichnen sich durch eine klare Ablehnung von Zuwanderung und starke Anpassungsforderungen an Minderheiten aus. Eine kleinere Gruppe, die **Radikal-rechten Autoritären**, macht knapp ein Fünftel der Wählerschaft aus. Diese Gruppe zeigt stark ausgeprägte autoritäre Führungspräferenzen sowie antisemitische Einstellungen. Die **Moderat Konservativen**, die kleinste Gruppe, legen hingegen größeren Wert auf wirtschaftliche und außenpolitische Erwägungen und stimmen autoritären Führungsmodellen am seltensten zu.

Wirtschaftliches Bewusstsein und politische Einstellungen

Die Studie nutzt die Latent Profiles Analysis zur Identifikation dieser Gruppen und berücksichtigt Einstellungen zu Zuwanderung, Anpassung von Minderheiten sowie den Sozialstaat. Besonders auffällig ist, dass die Wahrnehmung der gesamtwirtschaftlichen Situation Deutschlands politisch relevanter ist als die persönliche wirtschaftliche Lage der Wähler. Dies zeigt sich deutlich bei den Radikal-rechten Autoritären, die pessimistisch auf die wirtschaftliche Situation blicken. Das verfestigt die Auffassung, dass Vorstellungen eines gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Niedergangs innerhalb der AfD-Wählerschaft unterschiedlich stark verbreitet sind.

Ein weiterer Aspekt der politischen Einstellungen in Deutschland wird im Working Paper 46 des BAMF behandelt. Dieses Papier, das sich mit den politischen Einstellungen und der Partizipation von Migranten in Deutschland auseinandersetzt, fokussiert auf die Ausprägung ausgewählter politischer Einstellungen und die Nutzung unterschiedlicher Partizipationsformen.

Politische Partizipation von Migranten

Die Ergebnisse zeigen, dass Zuwanderer der ersten Generation, im Vergleich zu Personen der zweiten Zuwanderergeneration und solchen ohne Migrationshintergrund, eine geringere positive Einschätzung ihrer politischen Kompetenzen haben. Interessanterweise gibt es kaum Unterschiede zwischen der zweiten Zuwanderergeneration und Personen ohne Migrationshintergrund, sofern letztere die deutsche Staatsangehörigkeit erworben haben. Mit zunehmender Aufenthaltsdauer in Deutschland steigt jedoch das politische Bewusstsein der Zuwanderer.

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Als besonders bedeutend erweist sich das höhere Politikinteresse, das bei Personen der zweiten Zuwanderergeneration zu beobachten ist. Während knapp 60% der Personen ohne Migrationshintergrund und der zweiten Zuwanderergeneration relativ großes oder sehr großes Interesse an Politik haben, zeigen Migranten mit eigener Wanderungserfahrung ein geringeres Interesse. Bei der Parteipräferenz befragen die Daten des BAMF, dass Migranten und deren Nachkommen häufig die Volksparteien CDU/CSU und SPD bevorzugen, wobei sich auch die Herkunft stark auf die Parteipreferenzen auswirkt.

Die Ergebnisse der Studien bieten einen aufschlussreichen Blick auf die politische Landschaft in Deutschland und die Einstellungen der verschiedenen Wählergruppen. Während die AfD-Wählerschaft durch unterschiedliche Gruppen gekennzeichnet ist, zeigt sich gleichzeitig, dass Migranten in Deutschland, mit steigender Aufenthaltsdauer, zunehmend politisch aktiver werden. Freie Universität Berlin und BAMF bieten wertvolle empirische Daten, die zur vertieften Analyse der politischen Partizipation und der Einstellungen in der Gesellschaft beitragen.