Die 28-jährige Valeriya Denisova, Alumna der Universität Potsdam, erhielt am 23. Oktober 2025 den renommierten Better World Award für ihre herausragende Masterarbeit in Ernährungswissenschaft. uni-potsdam.de berichtet, dass ihre Forschung sich schwerpunktmäßig mit der Makroalge Ulva compressa beschäftigte. Diese Algenart gilt als vielversprechende nachhaltige Proteinquelle und wächst erfolgreich in salzhaltigem Grundwasser. Über das Projekt „Solebasierte Kultivierungssysteme für binnenländische Makro- und Mikroalgen“ (SolKubiM) wird der Anbau in Brandenburg erprobt, was nicht nur ökologischen Nutzen verspricht, sondern auch zur Bekämpfung von Mangelernährung beiträgt.
Algen sind nährstoffreich, benötigen keine landwirtschaftlichen Flächen oder Pestizide und können in städtischen Räumen, wie Kellern oder Supermärkten, kultiviert werden. Denisova untersucht zudem die Inhaltsstoffe und Verdaulichkeit von Ulva compressa, wobei sie im Rahmen ihrer Arbeit auch Labortests zur Verfügbarkeit von Aminosäuren und Peptiden durchgeführt hat.
Nachhaltigkeit und Forschungsansatz
Das Forschungsprojekt SolKubiM, an dem Denisova beteiligt ist, nutzt die SaarowTherme zur Kultivierung der Algen. Dort kommen aufbereitete Sole und spezifische Infrastruktur zum Einsatz. Geplant sind unter anderem Produkte für die Hautpflege sowie die Verwendung von Meeressalat im Thermenrestaurant.
Die Algenbiomasse selbst ist reich an Ballaststoffen, essentiellen Aminosäuren, Carotinoiden und Chlorophyllen. Ihr Fettgehalt liegt bei ein bis drei Prozent und besteht hauptsächlich aus wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Denisova hebt hervor, dass einige Aminosäuren nachgewiesen werden konnten, andere jedoch unverdaut blieben, was möglicherweise an der Zellwandstruktur der Alge liegt, die eine Herausforderung für die Verdauung darstellt.
Besondere Meisterschaft zeigt sich in Denissovas Einsatz von programmierbaren Lichtschwertern, die dazu dienen, die Beleuchtung der Algenkulturen zu optimieren. Ihre weitere Forschung an der Universität Bayreuth wird die Verbesserungen der Kultivierungsbedingungen für Algen vertiefen. Zudem wird am Deutschen Institut für Ernährungsforschung getestet, welche Carotinoide in diesen Algen enthalten sind und wie hoch deren Bioverfügbarkeit ist.
Einfluss und Anerkennung
Den Better World Award erhält Denisova für ihre innovative Forschungsarbeit, die nicht nur akademischen Wert hat, sondern auch als Beitrag zur Gemeinschaftsentwicklung gesehen wird. Der Preis, dotiert mit 3.333 Euro, wird an junge Akademiker verliehen, die mit ihren Projekten positive Veränderungen bewirken können. Dies unterstreicht die Bedeutung von nachhaltigen Lösungen im Bereich der Ernährung, insbesondere in der heutigen Zeit, in der das Bevölkerungswachstum neue Herausforderungen mit sich bringt.
Denisova, in Jekaterinburg geboren, wandte sich nach der Annexion der Krim den Naturwissenschaften zu und hat eine beeindruckende akademische Karriere hingelegt. Ihre Forschungen im Rahmen des vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat geförderten SolKubiM-Projekts sowie des Initiativprojekts food4future, das auf nachhaltige Lebensmittelversorgung abzielt, zeigen, dass die Kultivierung von Algen sowohl ökonomisches Potenzial bietet als auch neue Arbeitsfelder in strukturschwachen Regionen erschließen kann.