An der Uni Magdeburg fällt der Blick heute, am 28.09.2026, auf eine Entwicklung, die sich im Alltag oft leiser zeigt als in Statistiken: In Sachsen-Anhalt wohnen zunehmend mehr Menschen allein. Vor 20 Jahren lebte etwas mehr als jeder Sechste ohne Partner oder Mitbewohner. Im vergangenen Jahr war es bereits fast jeder Vierte.

Die Zahlen stammen aus Daten des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt. Und sie erzählen nicht nur von jungen Leuten, die nach dem Auszug erstmal ihre Ruhe haben wollen, oder von Wohnungen mit einem einzigen Namensschild an der Klingel. Der Anstieg betrifft alle Altersgruppen. Besonders häufig leben junge Männer und ältere Frauen allein.

Allein wohnen, einsam fühlen?

Beides ist nicht dasselbe. Ob alleinlebende Menschen einsam sind, hängt laut dem Artikel von ihrer jeweiligen Lebenslage ab. Manche genießen die Stille, kochen nur für sich und lassen den Abwasch trotzdem bis morgen stehen. Andere vermissen Gesellschaft, obwohl nebenan, im Bus oder auf dem Campus ständig Menschen unterwegs sind.

Soziale Medien können diese Spannung noch verschärfen. Dort erscheinen häufig vermeintlich glückliche Paare, geschniegelt, gut gelaunt und offenbar immer auf dem Sprung zum nächsten schönen Wochenende. Für Singles kann daraus Druck entstehen. Ein Blick aufs Handy, und schon wirkt das eigene Leben irgendwie kleiner, obwohl sich an diesem Tag eigentlich gar nichts verändert hat.

Was bundesweite Daten zeigen

Auch auf Bundesebene wird Einsamkeit regelmäßig untersucht. Die Bundesregierung nutzt erhobene Zahlen und Fakten als Bestandteil ihrer Strategie gegen Einsamkeit. Umgesetzt werden diese Erhebungen vom Kompetenznetz Einsamkeit, kurz KNE, am Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V.

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Der Pilotbericht des Einsamkeitsbarometers wurde im Februar 2023 veröffentlicht. Das „Einsamkeitsbarometer 2024“ untersucht die langfristige Entwicklung der Einsamkeitsbelastung in Deutschland. Grundlage sind repräsentative Daten des Sozio-oekonomischen Panels, des SOEP, aus den Jahren 1992 bis 2021.

In den Blick genommen wird die Bevölkerung ab 18 Jahren. Wer genauer wissen möchte, wie die Ergebnisse zustande kommen, findet Details zur statistischen Methodik im statistischen Anhang. Das klingt erstmal trocken, ist aber wichtig: Zwischen einer Wohnung für eine Person und einem Gefühl von Einsamkeit liegen eben mehr als ein paar Quadratmeter und eine fehlende zweite Tasse auf dem Küchentisch.