Die Folkwang Universität der Künste führt derzeit eine wegweisende Studie zum Thema Machtmissbrauch an Musikhochschulen in Deutschland durch. Diese Initiative ist Teil eines umfassenden Projekts, das auf ein respektvolles und sicheres Arbeitsumfeld abzielt. Die Onlinebefragung wird im Zeitraum vom 4. bis 31. Mai 2026 stattfinden und richtet sich an Studierende und Lehrende der Hochschule. Die Teilnahme erfolgt über einen Link, der mit einer TAN an die offiziellen Folkwang-E-Mail-Adressen versendet wird. Diese Maßnahme stellt sicher, dass die Anonymität der Befragung vollumfänglich gewährleistet ist, sodass keine Rückschlüsse auf einzelne Personen gezogen werden können.Folkwang-Universität berichtet, dass die Teilnahme an dieser Befragung freiwillig ist und die Hochschule um eine rege Beteiligung sowie um die Verbreitung dieser Informationen bittet.

Hintergrund der Studie ist die Erkenntnis, dass Musikhochschulen nicht nur Orte künstlerischer Exzellenz sind, sondern auch von Machtmissbrauch, Diskriminierung und sexualisierter Gewalt betroffen sein können. In einer Beschlussfassung der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen im Jahr 2025 wurde diese Problematik thematisiert und die Durchführung einer hochschulübergreifenden Studie vereinbart. Diese wird vom externen Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) in München durchgeführt und erhält Förderung durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).

Umfang und Ziel der Studie

Die Studie wird nicht nur durch die Onlinebefragung geprägt, sondern auch durch vier qualitative Fallstudien, die an ausgewählten Hochschulen durchgeführt werden. Eingeladen zur Teilnahme sind insgesamt 22 deutsche Musikhochschulen, einschließlich der HMTM und ihrer Kooperationsstudiengänge mit der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Ausgenommen von dieser Befragung sind jedoch Studierende der HMTM Young Academy und jene im Jungstudium an der Ballett-Akademie.

Die Befragung wurde mit dem Ziel konzipiert, Rückschlüsse auf Veränderungen in den letzten drei Jahren zu gewinnen und um ein diskriminierungsfreies sowie sicheres Studienumfeld zu schaffen. Diese Initiative steht zudem im Zusammenhang mit den Empfehlungen der Holzheid-Kommission, die im April 2019 angeregt hat, regelmäßige Befragungen durchzuführen. Die Rektoren und Verantwortlichen erhoffen sich von den Ergebnissen wertvolle Einsichten, die dabei helfen können, die Rahmenbedingungen an den Musikhochschulen nachhaltig zu verbessern. Die Veröffentlichung der Ergebnisse ist für das Frühjahr 2027 angekündigt.

Die HMTM, die bereits in die nationale Diskussion um Machtmissbrauch involviert ist, hat sich ebenfalls dazu entschlossen, eine anonyme Onlinebefragung für ihre Studierenden und Lehrenden durchzuführen. Auch hier wird im gleichen Zeitraum, vom 4. bis 31. Mai 2026, eine Teilnahme über einen entsprechenden Link und TAN angeboten. Die HMTM betont, dass die Teilnahme keinerlei Nachteile mit sich bringt und ebenfalls anonym ist, da keine Rückschlüsse auf Personen möglich sind. Diese parallele Initiative ist Teil des kontinuierlichen Strebens nach Verbesserung der Studiensituation und bezieht sich auf die Ergebnisse der IPP-Studie 2023/2024.

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Die Befragungen spiegeln eine gemeinsame Anstrengung wider, Machtstrukturen in Bildungseinrichtungen kritisch zu hinterfragen und für mehr Transparenz zu sorgen. Die Hoffnung ist, dass die erarbeiteten Daten und Erkenntnisse zu realen Veränderungen führen und die Stimmen von Studierenden sowie Lehrenden ernst genommen werden.