Autonome Gabelstapler und Shuttles verbinden Spedition Götze und TU Chemnitz
Auf dem Gelände der Spedition Götze in Chemnitz soll sich bald einiges bewegen – und zwar ohne Fahrerhaus und ohne Fahrer. Innerhalb der nächsten Woche will das Unternehmen zwei autonome Gabelstapler und zwei selbstbeladende Transportplattformen einsetzen. Die Fahrzeuge sollen die Wege innerhalb und zwischen den Firmenhallen selbstständig zurücklegen.
Dafür wurden die innerbetrieblichen Strecken digitalisiert, Ladesäulen angeschlossen und die Steuerungssoftware programmiert. Noch bleibt der autonome Betrieb auf das Firmengelände beschränkt. Später soll die Nutzung jedoch auf den öffentlichen Verkehrsraum ausgeweitet werden. Das Chemnitzer Unternehmen Staff-Eye entwickelt und betreut die autonomen Fahrzeuge.
Stapler, Plattformen und ein Shuttle
Parallel untersucht die TU Chemnitz, wie autonome Shuttles auf Menschen wirken. Im April fuhr ein Staff-Eye-Shuttle auf der Fraunhoferstraße zum Kongresszentrum Kraftverkehr. Für eine Podiumsdiskussion am folgenden Dienstag soll das Shuttle dekoriert werden – ein bisschen Feststimmung zwischen Sensoren, Software und Ladepunkten.
Der Hintergrund ist ein Alltag, den Lager und Produktion längst kennen: Moderne Umgebungen müssen hohe Durchsätze und immer komplexere Transportprozesse bewältigen. Steigende Mengen können ohne autonome Stapler zu Engpässen und ineffizienten Abläufen führen. Selbstfahrende Gabelstapler, sogenannte AMR, sollen hier stabile, durchgängige Materialflüsse in Lagern und Produktionsbereichen ermöglichen und zugleich einen klaren Return on Investment schaffen.
Intelligente Navigation, moderne Sensorik und leistungsfähige Batteriesysteme automatisieren das Palettenhandling. Die Fahrzeuge können dadurch die Effizienz und Sicherheit erhöhen, vorhandene Flächen besser nutzen und die Betriebskosten nachhaltig senken. Das klingt trocken, ist im Hallenalltag aber ziemlich konkret: weniger Unterbrechungen, weniger manuelles Rangieren, mehr Bewegung dort, wo sonst schnell Stau entsteht.
Kurze Wege, weniger Lauferei
In der Intralogistik werden Güter zunehmend nach standardisierten Abläufen über kurze und mittlere Strecken zu festgelegten Positionen transportiert. Autonome mobile Roboter übernehmen solche wiederkehrenden Aufgaben und entlasten Mitarbeiter. Nach dem „Goods-to-Person“-Prinzip kommen die Waren zur beschäftigten Person, statt dass diese ständig durch die Halle laufen muss. Das spart Fußwege – und vermutlich auch den einen oder anderen genervten Seufzer.
Mit den Robotern soll außerdem die Umschlagleistung steigen, während Fehler- und Unfallraten sinken. Weil die Geräte kompakt und wendig sind, brauchen sie kaum mehr Platz als die transportierte Ladung. Damit können sie auch in engen Umgebungen eingesetzt werden, wo für große Fahrzeuge kaum Spielraum bleibt.
Die Roboter lassen sich in bestehende Prozesse integrieren und mit anderen automatisierten Lagerkomponenten verbinden. Für die Spedition Götze beginnt dieser Versuch zunächst zwischen den eigenen Hallen in Chemnitz. An der TU Berlin lässt sich heute, am 4.10.2026, zugleich beobachten, wie aus solchen innerbetrieblichen Fahrten langsam ein größeres Forschungs- und Verkehrsthema wird.
