Am 1. Oktober beginnt an Bayerns Hochschulen das Wintersemester. An der Technischen Universität München (TUM), Bayerns größter Universität, ist der Start in diesem Jahr mit einer bemerkenswerten Zahl verbunden: Im Wintersemester 2025/26 waren 401.154 Menschen an bayerischen Hochschulen eingeschrieben. Das waren 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr – erstmals seit zehn Jahren sank die Gesamtzahl.

Der Grund liegt vor allem in der Umstellung des bayerischen Gymnasiums von G8 auf G9. Der Abiturjahrgang verschob sich um ein Jahr, 2025 gab es deshalb keinen regulären Abiturjahrgang in Bayern. 57.216 Menschen begannen erstmals ein Studium, rund 11.000 beziehungsweise 16,9 Prozent weniger als im vorherigen Wintersemester. Ein kleiner Knick nach Jahren des nahezu kontinuierlichen Anstiegs.

Von der TUM bis zur jüngsten Universität

Studieren lässt sich in Bayern in 28 Städten, darunter Amberg, Benediktbeuern, Deggendorf, Fürth, Ismaning, Kempten, Landshut, Münchberg, Neu-Ulm, Neubiberg, Rosenheim, Straubing und Würzburg. Die Hochschullandschaft reicht von Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften bis zu Kunsthochschulen mit Schwerpunkten wie Bildende Kunst, Film, Theater und Musik.

Neben staatlichen Einrichtungen gibt es nicht-staatliche Hochschulen wie die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt und die Evangelische Hochschule Nürnberg. In München sitzen außerdem die Universität der Bundeswehr, die Hochschule für Philosophie des Jesuitenordens und die Ukrainische Freie Universität (UFU). Sie ist die einzige Universität außerhalb der Ukraine, die auf Ukrainisch sowie Deutsch und Englisch unterrichtet und akademische Grade bis zum habilitierten Doktor verleihen darf.

Die kleinste und mit fünf Jahren jüngste Universität Bayerns ist die Technische Universität Nürnberg (UTN). Hochschulen für evangelische beziehungsweise katholische Kirchenmusik gibt es in Bayreuth und Regensburg. Und auch beim Alter der Studierenden ist die Spanne ordentlich: Im vergangenen Wintersemester waren 127 Studierende jünger als 18 Jahre, 67 waren älter als 75 Jahre.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die meisten Studierenden hatten die Technische Universität München mit 52.292, die Universität München mit 51.737 und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit 39.209. Es folgten die Universität Würzburg mit 25.281 und die Universität Regensburg mit 19.062. Oberbayern und Mittelfranken waren die bedeutendsten Hochschulregionen und vereinten den größten Anteil der Studierenden auf sich.

Neue Fächer, alte Favoriten

Wer beim Studienangebot nur an BWL, Jura oder Medizin denkt, liegt inzwischen ein bisserl daneben. Es gibt Digitale Denkmaltechnologien, Autonomes Fahren, Internationales Management für Spitzensportler, Theater als Soziale Arbeit, Wehrtechnik und Wirtschaftskriminalistik. Sogar „Perimortale Wissenschaften: Sterben, Tod und Trauer“ stehen auf dem Programm.

Zum kommenden Wintersemester kommen unter anderem „Bevölkerungsschutz“ in Deggendorf, „Health and Engineering“ in Augsburg sowie „Künstliche Intelligenz und Robotik“ in Würzburg dazu. Die Zahl der Informatik-Studierenden hat sich innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt; im vergangenen Wintersemester waren es über 26.500. In diesem Wintersemester gibt es mit mehr als 20.000 so viele Medizinstudierende wie nie zuvor. BWL bleibt trotzdem das beliebteste Studienfach.

Besonders kräftig legte „Data Science“ zu: 2016/17 waren dort elf Studierende eingeschrieben, 2025/26 bereits 750. Das Angebot wurde unter anderem um „Artificial Intelligence and Data Science“, „Social Data Science and Communication“ sowie „Künstliche Intelligenz und Data Science“ erweitert.

Auch international wird Bayerns Hochschulszene vielfältiger. Im Wintersemester 2025/26 studierten 88.639 internationale Studierende an bayerischen Hochschulen, 4,1 Prozent mehr als im Vorjahr, als es 85.184 waren. 2016/17 waren 45.543 Studierende mit ausländischer Staatsangehörigkeit eingeschrieben – bis 2025/26 hatte sich die Zahl nahezu verdoppelt. An Universitäten studierten 56.555 ausländische Studierende, darunter 27.688 im ersten Hochschul- oder Fachschulsemester.

Wie die Zahlen entstehen

Weitere Ergebnisse sollen im statistischen Bericht „Studierende an Hochschulen – Wintersemester Endgültige Ergebnisse 2025“ veröffentlicht werden. Hinter solchen Tabellen steckt allerdings einiges an laufender Arbeit: Die Hochschulstatistik Bayern erfasst neben Studierenden auch Habilitationen, Gasthörer, das Deutschlandstipendium, Lehrerausbildung und Promovierende.

Für Studierende, Habilitationen, Gasthörer, Deutschlandstipendium, Lehrerausbildung und Promovierende ist Hochschulstatistik@statistik.bayern.de zuständig. Fragen zur Prüfungsstatistik gehen an HS_Pruefungen@statistik.bayern.de, zur Hochschulpersonalstatistik und zu Hochschulräten an HS_Personal@statistik.bayern.de. Die allgemeine Hotline lautet 0911 98208-6590. Maßgeblich sind außerdem die Telefonnummern auf den jeweiligen Aufforderungsschreiben oder in E-Mails.

Meldungen erfolgen grundsätzlich über das Online-Verfahren .CORE unter https://core.estatistik.de/core/; dazu gibt es eine Anleitung als PDF. Der frühere Dateiversand über den IDEV-Upload ist nicht mehr möglich. Das Online-Eingabeformular unter https://idev.bayern.de bleibt aber nutzbar, Daten können dort direkt eingegeben werden, und bisherige IDEV-Zugangsdaten bleiben gültig. Bei Problemen hilft die IDEV-Serviceline unter 0911 98208-6413 oder IDEV-Serviceline@statistik.bayern.de.

Für die Hochschulstatistik gelten unter anderem das Bundesstatistikgesetz, Hochschulstatistikgesetz, Finanz- und Personalstatistikgesetz, Stipendienprogrammgesetz, Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, Bayerische Ausbildungsförderungsgesetz, Bundesausbildungsförderungsgesetz und Bayerische Statistikgesetz.

Im Erhebungsportal der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder finden sich für die Studierendenstatistik Schlüsselverzeichnisse, Änderungsdienst, Datensatzbeschreibung, landesinterne Studienfach- und Abschluss-Schlüssel, das Leitband der Hochschulen und die Plausibilitätskontrolle. Dazu kommen Merkmale zur Pseudonymbildung für die Verlaufsstatistik sowie englische Übersetzungen von Studienfächern, Studienbereichen und Fächergruppen. Meldungen laufen über .CORE; verfügbar sind auch eine COREweb-Anleitung und eine CSV-Beispieldatei.

Für die Prüfungsstatistik gibt es dort Schlüsselverzeichnisse, Änderungsdienst sowie landesinterne Studienfach- und Abschluss-Schlüssel. Außerdem stehen Datensatzbeschreibungen für Lieferdatensätze, kurze und lange CSV-Datensätze, englische Übersetzungen und CSV-Beispieldateien bereit; gemeldet wird ebenfalls über .CORE. Die Personalstatistik umfasst Schlüsselverzeichnis, Änderungsdienst, Datensatzbeschreibung, Plausibilitätskontrolle und eine Unterrichtung nach § 17 Bundesstatistikgesetz, ergänzt um COREweb-Anleitung und .CORE-CSV-Beispieldatei.

Für die Statistik der Promovierenden gibt es Schlüsselverzeichnisse, Änderungsdienst sowie landesinterne Studienfach- und Abschluss-Schlüssel. Hinzu kommen englische Übersetzungen, Merkmale zur Pseudonymbildung, Unterrichtungen nach § 17 Bundesstatistikgesetz für private und öffentliche Hochschulen, COREweb-Anleitung und .CORE-CSV-Datensatzbeschreibung samt Beispieldatei.

Die Habilitationsstatistik arbeitet mit einem Schlüsselverzeichnis aus dem Erhebungsportal. Weitere Unterlagen sind Erfassungsbogen, COREweb-Anleitung, CSV-Datensatzbeschreibung, Hinweise zur Statistik sowie Unterrichtungen nach § 17 Bundesstatistikgesetz für private und öffentliche Hochschulen. Für die Gasthörerstatistik stehen Schlüsselverzeichnisse und Fachrichtungen bereit, außerdem Unterrichtung nach § 17 Bundesstatistikgesetz, COREweb-Anleitung, CSV-Datensatzbeschreibung und CSV-Beispieldatei.

Beim Deutschlandstipendium gehören Schlüsselverzeichnisse, Änderungsdienst, Datensatzbeschreibung und landesinterne Studienfach- und Abschluss-Schlüssel zum Material. Zusätzlich gibt es das Leitband Bayern zum Stipendienprogrammgesetz, eine COREweb-Anleitung, CSV-Beispieldateien für Stipendiaten und Mittelgeber sowie eine Unterrichtung nach § 17 Bundesstatistikgesetz.