Am 12. Juli 2026 ist das Gebäude der Justus-Liebig-Universität (JLU) in der Hein-Heckroth-Straße 3 weiterhin besetzt. Diese Aktion wurde von der Projektgruppe FreiTraum-Haus initiiert, die einen „Begegnungsort“ für die Nachbarschaft aufbauen möchte. Das Gebäude, das seit Jahren leersteht, ist Teil der juristischen Fakultät der Universität. Die Besetzung folgte auf eine angemeldete Kundgebung, bei der Aktivisten gegen Aufrüstung, Kürzungen im Sozialbereich und die steigenden Mieten protestierten. Die Hochschulgruppe „Studis gegen Rechts“ unterstützt die Aktion, war jedoch von den Entwicklungen überrascht, wie hessenschau.de berichtet.

Im Gespräch zwischen der JLU-Präsidentin und der Projektgruppe am 11. Juli 2026 wurden Sicherheitsrisiken der Besetzung thematisiert. Am selben Tag begann die Universität formal mit der Kommunikation, indem sie per E-Mail zur Räumung aufrief. Diese Frist wurde jedoch nicht eingehalten, trotz der Zusicherung, dass ein weiteres Gespräch zur Diskussion studentischer Anliegen stattfinden könne. Laut uni-giessen.de plant das JLU-Präsidium, die Projektgruppe zum Verlassen des Gebäudes bis 15 Uhr am 12. Juli 2026 aufzufordern.

Aufrechterhaltung des Dialogs

Die JLU-Präsidentin betont, dass die Sicherheit der Studierenden höchste Priorität hat. Im vorangegangenen Gespräch erwähnte sie auch, dass die Universität rechtliche Schritte einleiten werde, falls die Aufforderung zur Räumung nicht beachtet wird. Diese rechtlichen Maßnahmen könnten unter Umständen auch Strafanträge wegen Hausfriedensbruchs umfassen. Der Sprecher der Besetzer erklärte dagegen, dass die Gruppe bis zum Montag im Gebäude bleiben wolle, um den Dialog fortzusetzen und ihre Anliegen Gehör zu verschaffen.

Die Projektgruppe FreiTraum-Haus hat eine Online-Petition gestartet, die bis zum Sonntagmorgen schon etwa 360 Unterschriften sammeln konnte. Diese Unterstützung spiegelt den Wunsch nach einem offenen, unabhängigen und solidarischen Raum in Gießen wider. Sie kritisieren, dass soziale und kulturelle Projekte in der Stadt schließen mussten, während leerstehende Gebäude weiterhin ungenutzt bleiben.

Der Verlauf der Besetzung ist bisher friedlich und die Polizei steht in Kontakt mit der Universitätsleitung. Bis jetzt wurden jedoch keine Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs erhalten. Die Situation bleibt angespannt, während beide Seiten auf eine Lösung hoffen.

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