Besetzung an JLU Gießen: Aktivisten fordern offenen Raum für alle!
Gießen scheint derzeit ein Hotspot für studentische Aktivität zu sein, denn in der Hein-Heckroth-Straße 3 hat eine Gruppe von Aktivisten ein leerstehendes Gebäude der Justus-Liebig-Universität (JLU) besetzt. Dies geschah am vergangenen Samstag, nachdem sich die Gruppe von einer zuvor angemeldeten Kundgebung abgespalten hatte, die sich gegen die Aufrüstung und die Kürzungen im Sozialbereich richtete. Soziale Themen wie steigende Mieten und Wohnungslosigkeit standen ebenfalls im Fokus dieser Aktion, die als geplant und vorbereitet eingestuft wird, jedoch nicht alle Teilnehmer vorab informierte. Die Polizei beschreibt die Situation bisher als friedlich, während die Universitätsleitung sich um einen konstruktiven Dialog bemüht.
Die Besetzung ist ein Versuch der Projektgruppe „FreiTraum-Haus“, einen „Begegnungsort“ zu schaffen, der als offener Raum für alle Bürger:innen von Gießen gedacht ist. Die Gruppe kritisiert die Schließung sozialer und kultureller Projekte in der Stadt, während gleichzeitig Gebäude im Leerstand betrieben werden. Ihr Ziel ist es, einen Raum der Solidarität zu gestalten, der allen offensteht. Laut einer Online-Petition, die bis Sonntagmorgen etwa 360 Unterschriften gesammelt hat, strebt die Gruppe an, die öffentlichen Ressourcen besser zu nutzen und kritisiert das bestehende System scharf.
Reaktion der Universität
<pDie JLU-Präsidentin hat am 12. Juli in einer E-Mail erneut zur Räumung des besetzten Gebäudes aufgerufen und gegebenenfalls rechtliche Schritte angedroht, sollten die Aktivisten der Aufforderung nicht nachkommen. Die Sicherheitsrisiken, die während eines Gesprächs am 11. Juli angesprochen wurden, haben zusätzlich an Brisanz gewonnen. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Universität plant, das Gebäude an das Land Hessen abzugeben, was die Dringlichkeit der Situation erhöht.
Die Präsidentin betont die Notwendigkeit eines Dialogs über studentische Räume unter rechtlichen Bedingungen. Gespräche zwischen der Projektgruppe und der Universität sollen weiterhin stattfinden, um eine vertrauensvolle Lösung zu finden. Die Frist zur Räumung läuft bis heute um 15 Uhr, und die Präsidentin hofft auf die Einhaltung dieser Frist, um eine Eskalation zu vermeiden.
Unterstützung und Reaktionen aus der Umgebung
Die Hochschulgruppe „Studis gegen Rechts“, die die Aktion unterstützt, äußerte, dass sie von den Entwicklungen überrascht war und mit der Situation nicht gerechnet hatte. Der konstruktive Austausch, der bereits im Gießener Rathaus stattfand, zeigt, dass die Universitätsleitung an einer Lösung interessiert ist, die außerhalb von rechtlichen Auseinandersetzungen liegt.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und ob die Besetzung des Gebäudes ein langfristiges Projekt werden kann oder ob die JLU die Kontrolle wieder zurückgewinnen kann. Die JLU hat sich klar positioniert: Die Sicherheit der Studierenden hat höchste Priorität, und ein Dialog ist der bevorzugte Weg, um die Anliegen der Studierenden und Aktivisten zu adressieren.
Für weitere Informationen und Updates zur Situation können die Leser:innen die Berichterstattung der Universität Gießen sowie Hessenschau verfolgen.
