Bielefelds neue Physik-Professur: Gert Aarts forscht an extremer Materie!
Am 15. Juli 2026 wurde bekannt gegeben, dass Professor Dr. Gert Aarts auf eine Professur für Theoretische Physik an der Universität Bielefeld berufen wird. Diese Berufung wird von der Wübben Stiftung Wissenschaft mit 1,58 Millionen Euro über einen Zeitraum von vier Jahren unterstützt. Diese Förderung erfolgt im Rahmen des Advanced-Professorship-Programms, das darauf abzielt, deutsche Universitäten bei der Anwerbung international führender Forschender zu helfen. Aarts wird seine neue Position im August antreten.
Der 22 Jahre in Großbritannien verbrachte Wissenschaftler, zuletzt an der Swansea University, bringt damit fachliche Expertise in der Forschung zu stark wechselwirkender Materie mit. Seine Forschungsinteressen umfassen das Verhalten dieser Materie unter extremen Bedingungen, darunter das frühe Universum, Schwerionenkollisionen sowie die Eigenschaften von Neutronensternen. Aarts verfolgt insbesondere die starke Wechselwirkung, die durch die Quantenchromodynamik (QCD) beschrieben wird. Um die komplexen Vorgänge auf subatomarer Ebene zu simulieren, nutzt er Supercomputer zur Berechnung von Quarks und Gluonen.
Forschungsschwerpunkte
Aarts‘ Forschung wird sich thematisch mit dem strategischen Fokusbereich „Architektur der Natur: Elementare Bausteine und Entstehung neuer Strukturen“ (ANBauEn) der Universität Bielefeld verknüpfen. Zudem ist Aarts seit 2018 Leiter des UKRI-Zentrums AIMLAC, einem Promotionszentrum, das sich mit Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen beschäftigt. Die Integration maschinellen Lernens, insbesondere generativer Künstlicher Intelligenz, in seine Monte-Carlo-Simulationen zeigt Aarts‘ innovative Herangehensweise an komplexe physikalische Probleme.
Ein weiterer wichtiger Aspekt seiner Forschung ist die Unterstützung von Experimenten am Large Hadron Collider am CERN. Die gewonnenen Erkenntnisse aus Aarts’ Forschung tragen maßgeblich zur Auswertung der dort durchgeführten Experimente bei.
Förderung von Forschung zur extremen Materie
Highlightierend ist auch die jüngste Entscheidung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vom 21. November 2025, die die Fortsetzung des Sonderforschungsbereichs/Transregio 211 „Stark-wechselwirkende Materie unter extremen Bedingungen“ für weitere dreieinhalb Jahre bestätigt. Ab Januar 2026 wird dieser interdisziplinäre Verbund, an dem die Universitäten Bielefeld, Darmstadt und Frankfurt am Main beteiligt sind, mit rund 10 Millionen Euro für seine dritte Förderphase ausgestattet.
Der SFB/TRR 211, der seit Juli 2017 tätig ist, untersucht die extremsten Zustände von Materie, einschließlich der Nanosekunden nach dem Urknall und der Bedingungen bei der Verschmelzung von Neutronensternen. Der neue Sprecher, Prof. Dr. Sören Schlichting von der Universität Bielefeld, steht an der Spitze eines Netzwerks aus 26 Projektleitern und 76 Wissenschaftlern, die gemeinsam an über 250 veröffentlichten wissenschaftlichen Arbeiten der zweiten Förderphase mitgewirkt haben.
Die Forschungen erweitern sich hierbei auf theoretische Methoden, einschließlich Quantencomputern, um das Verhalten extrem dichter Materie besser zu verstehen und die Ergebnisse für die breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen, etwa durch Formate wie „Shots of Science“ oder geplante öffentliche Vorträge im Rahmen der „Physik am Samstag“-Reihe.
Zusammenfassend zeigt die Kombination der Berufung von Professor Dr. Gert Aarts an der Universität Bielefeld und den fortgesetzten finanziellen Rückhalt für den SFB/TRR 211 ein starkes Engagement für die Forschung im Bereich der theoretischen Physik sowie die Erkundung der tiefsten Geheimnisse der Materie unter extremen Bedingungen. Die Universität Bielefeld ist somit bereit, ihre Rolle als führendes Zentrum der Forschung in der Theoretischen Physik weiter auszubauen.
