Im Botanischen Garten der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) blüht es diesen Mai besonders eindrucksvoll. Wie hhu.de berichtet, zeigt der Garten eine beeindruckende Vielfalt an Pflanzen, die verschiedene Bestäubungsstrategien aufweisen. Besucher können täglich bis 19:00 Uhr die farbenfrohen Blüten bestaunen, zu finden sind unter anderem auch spät blühende Magnolien und eindrucksvolle Pfingstrosen.
Aktuell sind zahlreiche Insekten, darunter Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, an den Blüten aktiv. Besonders bemerkenswert sind die Hahnenfußblüten, deren Nektar unter einer Schuppe auf den Kronblättern verborgen ist. Auch der Acker-Rettich ist zu entdecken, der Nektar am Blütenboden absondert. Die violetten Adern in den Blütenblättern fungieren dabei als Saftmale, die Insekten anlocken.
Vielfalt und Nutzen der Pflanzen
Dr. Sabine Etges, die wissenschaftliche Leiterin des Botanischen Gartens, weist darauf hin, dass gefüllte Pfingstrosenblüten für Insekten weniger wertvoll sind. Im Gegensatz zu diesen Zuchtformen können die Wildarten der Pfingstrose Millionen Pollenkörner pro Blüte ausbilden. Die Kelchblätter dieser Pflanzen scheiden Nektar aus, der von Ameisen aufgenommen wird. Im Laufe des Jahres sind zudem die charakteristischen schwarzen, glänzenden Samen der Pfingstrosen sichtbar.
Die Wiesen rund um das Kuppelgewächshaus entfalten ebenfalls ihre Blütenpracht. Häufig anzutreffen sind der Wiesen-Salbei und der Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia). Zudem sind Klappertöpfe (Rhinanthus) mit ihren kleinen gelben Blüten eine Seltenheit. Auch die rote Rosskastanie (Aesculus x carnea ‚Briotii‘) und resistente Ulmen blühen zurzeit. Letztere ist ein Zeichen für die Bemühungen, die durch einen aus Ostasien eingeschleppten Pilz bedrohten Ulmenarten zu schützen.
Ein Ort der Bildung und Erholung
Der Botanische Garten erstreckt sich über rund 8 Hektar und wurde 1979 eröffnet. Er befindet sich in einer Wasserschutzzone und ist Teil des Frischluft- und Grüngürtels Düsseldorfs, wobei er als wichtiges Trittsteinbiotop fungiert. Er trägt entscheidend zur Erhaltung bedrohter Arten und der Sicherung der biologischen Vielfalt bei. Zudem ist er ganzjährig für Bildung und Erholung geöffnet und spielt eine wichtige Rolle in der Pflanzenforschung und der Ausbildung von Studierenden.
Das Kuppelgewächshaus, das 1975 erbaut wurde, beherbergt Pflanzen aller Kontinente und wird durch ein Südafrikahaus sowie eine Orangerie ergänzt. Jährlich lockt der Garten über 100.000 Besucher an, die sich einen kostenfreien Audioguide auf Deutsch und Englisch sichern können. Das vielfältige Vortrags- und Führungsprogramm richtet sich an alle interessierten Besucher.
Das Projekt zur Bürgerwissenschaft, das die Dokumentation der Vielfalt von Wildarten über eine App ermöglicht, stellt einen weiteren Schritt in Richtung Förderung des Umweltbewusstseins dar. Unterstützt wird der Botanische Garten durch den Freundeskreis Botanischer Garten der HHU e.V., der zudem Gärtnerinnen und Gärtner in der Fachrichtung „Staudengärtnerei“ ausbildet.