BTU Cottbus startet neue Studienrichtung für Schieneninfrastruktur!
Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) hat kürzlich ihr Engagement im Bereich Schieneninfrastruktur verstärkt. Diese Entwicklung ist eine Reaktion auf den zunehmenden Fachkräftebedarf im Verkehrswegebau, insbesondere im Kontext des geplanten Ausbaus des Cottbuser Bahnwerks. Ab dem Wintersemester 2026/27 können Studierende der BTU aus vier neuen Wahlpflichtmodulen wählen, die gemeinsam mit der Deutschen Bahn (DB) und dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA) entwickelt wurden. Ziel ist es, die angehenden Ingenieurinnen und Ingenieure optimal auf die Anforderungen der Branche vorzubereiten.
Die neuen Module beinhalten „Einführung in den Eisenbahnbrückenbau“, „Eisenbahnbau“ sowie „Bahnbetrieb und eisenbahntechnische Ausrüstung“. Diese bilden eine Erweiterung des bereits bestehenden Moduls „Straße und Bahn“, das grundlegende Kenntnisse des Eisenbahnwesens vermittelt. Zudem ist geplant, das Angebot auf bis zu sieben Module zu erweitern, um eine umfassendere Ausbildung im Bereich Schieneninfrastruktur zu gewährleisten.
Praxisnahe Ausbildung und steigender Bedarf
In Abstimmung mit der DB erfolgen die Lehrangebote unter Einbeziehung von Fachleuten aus der Praxis. Dabei hebt BTU-Vizepräsident Peer Schmidt hervor, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen akademischen und praktischen Bedürfnissen ist. Die Studierenden sollen nicht nur theoretisches Wissen erwerben, sondern auch praktische Erfahrungen im Schienenverkehr sammeln können. Dies ist besonders relevant, da mit dem Ausbau des Cottbuser Bahnwerks bis 2027 voraussichtlich 1.200 neue Arbeitsplätze entstehen werden.
Die derzeitig steigenden Anforderungen sind auch ein Resultat großer Infrastrukturprojekte, darunter der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke Lübbenau–Cottbus, welcher den lokalen Bedarf an qualifizierten Ingenieurinnen und Ingenieuren noch weiter erhöhen wird. Diese Entwicklungen sind besonders notwendig, um den Fachkräftemangel im Bereich des Schienenverkehrs zu bekämpfen. Ein zuvor durchgeführtes Projekt hat gezeigt, dass es in Deutschland an einer ausreichenden Anzahl und Ausstattung von Eisenbahnprofessuren mangelt, was die Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene beeinträchtigt.
Forschung und Perspektiven
Die BTU bietet derzeit insgesamt 69 Studiengänge an und zählt rund 7.500 Studierende aus etwa 130 Ländern. Neben dem Bereich der Schieneninfrastruktur gehört zu ihren Forschungsschwerpunkten auch die Energiewende, Gesundheitswissenschaften und Künstliche Intelligenz. Das Engagement im Schienenverkehr verstärkt nicht nur das Ausbildungsangebot, sondern trägt auch zur wirtschaftlichen Entwicklung der gesamten Lausitz bei.
Die Initiative zur Einführung des neuen Schwerpunkts im Bachelor Bauingenieurwesen, „Schieneninfrastruktur“, zeigt das Bestreben der BTU, auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes zu reagieren und die Attraktivität der Ingenieursausbildung in diesem zentralen Sektor zu steigern. Durch bildungsfördernde Maßnahmen soll das Interesse an der Schieneninfrastruktur weiter gesteigert werden, um künftigen Herausforderungen in der Branche gerecht zu werden.
b-tu.de berichtet von den strategischen Veränderungen, die die BTU unternimmt, um den Anforderungen des Schienenverkehrs gerecht zu werden. In Zusammenarbeit mit der DB und dem EBA wird eine praxisnahe Ausbildung angestrebt. Das Projekt der dzsf.bund.de zur Hochschulausbildung im Bereich Eisenbahn hat bereits wichtige Defizite aufgezeigt und bietet Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Ausbildung in diesem Sektor.
