Am 23. April 2026 wurden zwei bürgerwissenschaftliche Forschungsprojekte mit dem Citizen-Science-Preis der Universitätsstiftung Münster ausgezeichnet. Die Preisverleihung führt das Motto „Mitdenken – mitmachen – mitforschen“ im Schlepptau und regt zur aktiven Beteiligung der Öffentlichkeit an wissenschaftlichen Prozessen an. Der Kuratoriumsvorsitzende Dr. Mathias Kleuker rief während der Zeremonie eindringlich zum Mitforschen auf, während Prorektor Prof. Dr. Michael Quante die essenzielle Rolle bürgerwissenschaftlichen Engagements betonte.

Die ausgezeichneten Projekte sind einmal mehr Belege für die fruchtbare Verbindung von Wissenschaft und Gesellschaft. Eines der prämierten Vorhaben trägt den Titel „Glamour, Glanz und Gloria? Festmusik des westfälischen Adels im 18. Jahrhundert“. Das Team hinter diesem Projekt widmet sich der Erforschnung und Wiederaufführung von Festmusik für Hofkonzerte der Grafen zu Bentheim und Steinfurt. Die Noten stammen aus der historischen „Fürst zu Bentheimsche Musikaliensammlung“, die ungefähr 1.900 Bände umfasst. Im Rahmen des Projektes plant das „Pro Musica Orchester“ die Aufführung von vier groß besetzten Werken zwischen 1776 und 1804, ergänzt durch eine tiefgehende Untersuchung des geschichtlichen Hintergrunds dieser Kompositionen.

Fokus auf Klimawandel

Ein weiteres ausgezeichnetes Projekt untersucht dringliche gesellschaftliche Herausforderungen: „Klimawandel und Ernährungsunsicherheit in der Hanunoo-Mangyan-Gemeinschaft“. Unter der Leitung von Geoinformatikerin Prof. Dr. Angela Schwering arbeiten Selani Thomas, eine ehemalige Masterstudentin, und Lugao Kasberg von der Organisation „Mangyans for Peace and Sustainable Development“ an der Erforschung des Zusammenhangs zwischen Klimawandel und dem Handlungsspielraum junger Menschen. Die Methodik des Projekts beinhaltet die Nutzung partizipativer Kartierung, bei der die Besucher große Karten und Luftbilder verwenden, um geografische Details und Ressourcen zu markieren.

Der Citizen-Science-Wettbewerb, der mit insgesamt 20.000 Euro von der Universitätsstiftung Münster gefördert wird, hat das Ziel, Bürger an wissenschaftlicher Forschung zu beteiligen und den Zusammenhalt zwischen Forschung und Gesellschaft zu stärken. Dadurch werden nicht nur wertvolle Informationen gewonnen, sondern auch das Bewusstsein für wissenschaftliche Themen in der Gesellschaft gefördert.

Zukünftige Entwicklungen im Bereich Bürgerwissenschaft

Zusätzlich zu den bereits erwähnten Projekten plant die Universitätsstiftung umfassende Fortbildungsmaßnahmen. Eine Fortbildungsreihe namens partX für Mitarbeitende aus Transferstellen, Forschungsförderung, Wissenschaftsmanagement und Public Engagement wird im Juni 2026 angeboten. Diese beinhaltet vier Module, die darauf abzielen, die Teilnehmenden als Botschafter*innen für partizipative Forschung zu stärken. Zudem wird finanzielle Unterstützung von 4.000 Euro für die Umsetzung eigener Ideen im Bereich der partizipativen Forschung bereitgestellt.

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Ein Ehrentag am 23. Mai 2026 soll das gesellschaftliche Miteinander feiern, während vom 16. bis 31. Mai Citizen-Science-Veranstaltungen organisiert werden können, um diesen Tag zu unterstützen. Darüber hinaus findet die PartWiss-Konferenz vom 2. bis 4. September 2026 an der TU Berlin statt, mit dem Thema „Räume und Ressourcen für partizipative und transdisziplinäre Forschung“. Die Einreichung von Beitragsvorschlägen läuft bis zum 27. April 2026.

Am 24. April 2026 wird zudem eine digitale Mittagspause veranstaltet, in der drei Citizen-Science-Projekte vorgestellt werden. Weitere Veranstaltungen sind unter anderem geplant für den 29. Mai und im Juni mit der Fortbildungsreihe partX.

Die Universitätsstiftung Münster ist damit erneut Vorreiter in der Förderung bürgerwissenschaftlichen Engagements. Ihr Einsatz zeigt, wie wichtig die Verbindung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ist.

Für ausführliche Informationen zu den Projekten können Interessierte die Universität Münster und Mitforschen besuchen.