Bund bewilligt 2,5 Millionen Euro für neue Schwimmhalle in Dresden-Klotzsche
Für die Schwimmhalle in Dresden-Klotzsche gibt es einen wichtigen Schritt nach vorn: Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat 2,5 Millionen Euro für den Ersatzneubau freigegeben. Das Geld kommt aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“, das zur sogenannten „Sportmilliarde“ des Bundes gehört.
In Dresden wird diese Nachricht mit Erleichterung aufgenommen. Denn die 1935 erbaute Halle an der Königsbrücker Landstraße ist das einzige Hallenbad im Dresdner Norden. Ohne Ersatzneubau gäbe es dort nach der geplanten Schließung im April 2027 keine Schwimmhalle mehr.
Eine alte Halle, die noch durchhalten muss
Gutachten haben Betonabplatzungen, Risse und Korrosion an der Stahlbewehrung festgestellt. Nach Einschätzung der Statiker hat das Gebäude die Lebensdauer moderner Schwimmhallen bereits um mehr als das Vierfache überschritten. Eine Notsicherung für 150.000 Euro hält den Betrieb trotzdem noch bis zum 30. April 2027 am Laufen. Bis dahin bleiben Schul-, Vereins- und öffentliches Schwimmen im Dresdner Norden möglich.
Wie viel dort tatsächlich los ist, zeigen die Nutzerzahlen: 21 Dresdner Schulen und zehn Vereine verwenden die Halle wöchentlich. Gleichzeitig entstehen im Dresdner Norden durch den Ausbau der Chipindustrie tausende neue Arbeitsplätze. Eine funktionierende Schwimmhalle ist damit nicht bloß eine Frage des Sports, sondern auch Teil der wachsenden Infrastruktur des Stadtteils.
Für die Förderung setzte sich unter anderem der Dresdner Grünen-Bundestagsabgeordnete Kassem Taher Saleh ein. Der Grünen-Sportsprecher im Dresdner Stadtrat, Torsten Schulze, begrüßte die Zusage und sieht nun den Freistaat Sachsen am Zug. Ein erster Förderantrag war im selben Bundesprogramm zunächst gescheitert.
Millionen stehen im Raum – aber noch nicht alle
Den Ersatzneubau beschloss der Dresdner Stadtrat bereits 2023. Seitdem ging es allerdings nur langsam voran. Die geschätzten Baukosten sind von 25 Millionen auf inzwischen 25 bis 30 Millionen Euro gestiegen. Im städtischen Haushaltsentwurf sind 10 Millionen Euro Eigenmittel vorgesehen. Sachsen hat weitere 10 Millionen Euro in Aussicht gestellt, bewilligt ist dieser Landesanteil aber noch nicht.
Auch politisch war das Projekt zuletzt wackelig. 2025 wollte die Stadt ein bereits gesichertes Grundstück zurückgeben, um jährlich 55.000 Euro Erbpacht zu sparen. Der Stadtrat verhinderte das. Nach Einschätzung von Torsten Schulze könnte die Finanzierung zusammen mit dem Landesanteil und geplanten Anpassungen der Planung ausreichen. Sicher ist sie trotz des Bundeszuschusses noch nicht.
Für den Ersatzneubau müssen nach der Bundesförderung also auch der Freistaat Sachsen und die Stadt Dresden die erforderlichen Mittel bereitstellen. Der Bund stellt die 2,5 Millionen Euro aus einem großen Fördertopf bereit: Für die Sanierung kommunaler Schwimmbäder stehen insgesamt 250 Millionen Euro aus dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ zur Verfügung.
Ein überzeichneter Fördertopf
Wie begehrt das Programm ist, zeigt der Blick auf den Projektaufruf 2026 „Schwimmbäder“. Das Interessenbekundungsverfahren endete am 19. Juni 2026. Beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung gingen 942 Projektskizzen ein; beantragt wurden rund 3,2 Milliarden Euro. Der Aufruf ist damit deutlich überzeichnet.
Die Projektskizzen werden zunächst fachlich geprüft und bewertet. Anschließend entscheidet der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages über die zu fördernden Projekte. Alle teilnehmenden Kommunen sollen über das Ergebnis informiert werden. Bundesbauministerin Verena Hubertz erklärte, Schwimmbäder stünden vielerorts unter Druck und müssten modernisiert und erhalten werden.
Im Bundeshaushalt 2026 sind für das Programm insgesamt 583 Millionen Euro vorgesehen: 250 Millionen Euro ausschließlich für die Sanierung kommunaler Schwimmbäder und 333 Millionen Euro für die Sanierung von Sportstätten allgemein. Die Mittel stammen aus dem Wirtschaftsplan des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität. Ein weiterer Projektaufruf ist für Herbst 2026 vorgesehen.
Bereits am 22. April 2026 hatte der Haushaltsausschuss die Förderung von 314 Projekten aus den 2025 bereitgestellten Programmmitteln beschlossen – mit einem Volumen von 333 Millionen Euro. Für Klotzsche kommt die aktuelle Zusage nun gerade recht. Viel Zeit bleibt trotzdem nicht: Am 30. April 2027 soll in der alten Halle das Licht ausgehen.
Quelle: diesachsen.de
Weitere Informationen: SPD Dresden
Hintergrund: Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen
