Am 31. Mai 2026 verstarb Prof. Dr. Roland Schöne, ein herausragender Pionier der Erwachsenenbildung, der die Bildungslandschaft an der Technischen Universität Chemnitz maßgeblich geprägt hat. Schöne war der langjährige wissenschaftliche Leiter des Seniorenkollegs, das er im Jahr 1993 gründete. Von 1993 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2006 lehrte er an der Professur für Erwachsenenbildung und betriebliche Weiterbildung an der Philosophischen Fakultät.

Während seiner Karriere war Schöne maßgeblich an der Entwicklung von Bildungsangeboten im Bereich der Erwachsenenbildung beteiligt und arbeitete eng mit diversen Partnern im In- und Ausland zusammen, auch in verschiedenen EU-Projekten. Seine Leidenschaft für lebenslanges Lernen und soziale Teilhabe manifestierte sich in zahlreichen Initiativen, darunter ein Seniorenpatenprogramm für ausländische Studierende und ein Innovationszirkel zur technischen Produktentwicklung.

Engagement und Ehrungen

Nach seiner Zeit an der TU Chemnitz engagierte sich Schöne im Chemnitzer Seniorenbeirat und setzte sich für die Belange der älteren Generation ein. Sein lebenslanges Engagement wurde am 8. Dezember 2022 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt, der ihm von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht wurde. Zudem wurde sein Wirken im Seniorenkolleg im Jahr 2020 mit einem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Chemnitz geehrt.

Schönes Vermächtnis lebt nicht nur in den Erinnerungen der vielen Menschen weiter, die er inspiriert hat, sondern auch in der nachhaltigen Struktur früherer Projekte. Diese sind Teil der derzeitigen Bestrebungen, das Thema Bildung im Alter weiter zu fördern.

BILDUNG IM ALTER: NEUE INITIATIVEN

In diesem Rahmen ist das Programm „BELL – Bildung und Engagement ein Leben lang“, das am 16. September 2025 von Bundesbildungsministerin Karin Prien gestartet wurde, besonders hervorzuheben. Dies ist das erste Bundesprogramm zur Förderung von Bildung und Engagement für Menschen über 60 Jahre. Insgesamt 50 Projekte bundesweit werden unterstützt, mit einer finanziellen Ausstattung von rund 25 Millionen Euro bis 2028, finanziert durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) und Bundesmittel.

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Karin Prien unterstreicht die Bedeutung, dass Bildung nicht mit dem Renteneintritt endet. Die Initiative zielt darauf ab, die Bildungslandschaft für ältere Menschen zu verbessern und ihr freiwilliges Engagement zu fördern. Besonders angesprochen werden sollen jene, die schwerer Zugang zu klassischen Angeboten der Erwachsenenbildung finden.

Die Themen reichen von Gesundheit über politische Bildung bis hin zu Finanzwissen und Engagementmöglichkeiten. Ein Beispiel für die Umsetzung ist der „BELL“-Projekts „Club Dialog e.V.“ in Berlin, wo ältere Menschen Unterstützung in sprachlichen und digitalen Fertigkeiten erhalten und auf Ehrenämter vorbereitet werden.

Für die Finanzierung des Programms stehen etwa 12,4 Millionen Euro aus ESF Plus und rund 10,7 Millionen Euro aus Bundesmitteln zur Verfügung, wobei die Träger zehn Prozent der Gesamtausgaben übernehmen.

Die Kombination von Schönes Vermächtnis und den aktuellen Bildungsinitiativen zeigt, wie wichtig das Thema lebenslanges Lernen für die Gesellschaft bleibt und welche strukturellen Ansätze notwendig sind, um ältere Menschen aktiv einzubeziehen.