Am 29. Juni 2026 wird die Theatergruppe des Instituts für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen unter der Leitung von Prof. Dr. Cora Dietl zwei Fastnachtsspiele des bedeutenden 16. Jahrhunderts-Autors Hans Sachs aufführen: „Der Buler mit der Zauberey“ und „Der Teuffel mit dem alten Weyb“. Die Premiere findet um 19:30 Uhr im Botanischen Garten in Gießen statt, gefolgt von weiteren Aufführungen am 2. Juli in der Kulturkirche St. Raphael in Wettenberg-Wißmar und am 11. Juli im Schloss (ehemals Antoniterkloster) in Grünberg.

Die Themen der vorgestellten Stücke sind vielfältig und reflektieren gesellschaftliche Beziehungen in einem komisch-grotesken Licht. Sie thematisieren Ehe, sexuelles Begehren, Kontrollverlust, Eifersucht und Täuschung, dabei enden sie oft ironisch brutal mit einem Gemetzel zwischen Eheleuten. Hans Sachs‘ Werke dienen nicht nur der Unterhaltung, sondern bieten auch moralische und gesellschaftliche Beobachtungen zur Lebensrealität des 16. Jahrhunderts. Die Fastnachtsspiele synchronisieren derben Humor mit kritischen Perspektiven auf Genderrollen sowie dem Umgang alter Menschen mit dem Teufel, im Kontrast zu jüngeren Generationen.

Besetzung und Eintrittspreise

Die Besetzung der Stücke liest sich eindrucksvoll: In „Der Teuffel mit dem alten Weyb“ spielen Samira C. Sippel (Teufel), Zeynep Adigüzel (Alte Unholdin), Kim Zips (Mann) und Farah Akbarli (Frau). Für „Der Buler mit der Zauberey“ sind Cora Dietl (Eberlein Dilltapp), Nina Littwin (Agnes), Zeynep Adigüzel/Farah Akbarli (Ule Lapp) sowie Luca Marie Merkle/Kim Zips (Hildegart) verantwortlich. Die Eintrittspreise sind mit 7 Euro für die Aufführung in Gießen (5 Euro für Studierende, Eintritt frei für Mitglieder des LZG) moderat. Für die Veranstaltungen in Wettenberg und Grünberg ist der Eintritt sogar frei.

Diese Veranstaltungen sind das Produkt einer Kooperation des Instituts für Germanistik und dem an der Darstellung historischen Theaters interessierten Publikum. Das Engagement der JLU-Theatergruppe ist ein spannendes Beispiel für die Verbindung von frühneuzeitlicher Theaterpraxis und modernen Spielweisen. Zudem wird das Projekt durch mehrere Institutionen unterstützt, darunter das Museum im Spital Grünberg und das Hessische Landestheater Marburg, was die Relevanz und Wertschätzung dieser Aufführungen unterstreicht.

Für weitere Informationen über dieses spannende Projekt und die Veranstaltungen besuchen Sie bitte die Seite der Justus-Liebig-Universität Gießen.

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