Am 1. Juni 2026 gab die Universität Göttingen bekannt, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ein neues Graduiertenkolleg mit dem Titel „China-GRASP: China’s Geoeconomic Rise and the Accumulation of Structural Power“ fördert. Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Kiel Institut für Weltwirtschaft an der Sozialwissenschaftlichen und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Göttinger Universität angesiedelt. Mit einem Förderzeitraum von fünf Jahren und beantragten Mitteln von 6,9 Millionen Euro konzentriert sich das Graduiertenkolleg auf die Analyse von Chinas geoökonomischem Einfluss und den resultierenden Machtverschiebungen in der internationalen Ordnung.

Der wirtschaftliche Aufstieg Chinas hat tiefgreifende Auswirkungen auf die globalen Wirtschaftsdynamiken, die ins Visier genommen werden sollen. Das GRK untersucht verschiedene Dimensionen, darunter Sicherheit, Produktion, Finanzen und Wissen. Eine Netzwerkanalyse wird eingesetzt, um Machtverteilungen in diesen Bereichen zu erfassen. Ziel ist es, Gegenstrategien zu entwickeln, die es Akteuren ermöglichen, Resilienz gegenüber den Veränderungen zu erreichen.

Internationale Kooperation und umfassende Forschung

Das Graduiertenkolleg bringt elf Doktorandinnen und Doktoranden mit Forschenden aus verschiedenen Disziplinen zusammen. Darüber hinaus arbeiten die Göttinger Forscher eng mit internationalen Partnern wie der Universität Amsterdam und der University of British Columbia in Vancouver zusammen. Eine geplante Juniorprofessur für Geopolitik und Ökonomik soll die interdisziplinäre Forschung fördern. Das Programm bietet den Absolventen intensive fachliche Betreuung sowie eine umfassende Methodenausbildung, um sie optimal auf Karrieren in Wissenschaft, Regierung, internationalen Organisationen, Entwicklungsagenturen, Think Tanks oder der Privatwirtschaft vorzubereiten.

Wie die bpb.de berichtet, hat Chinas wirtschaftlicher Aufstieg maßgeblich zur Etablierung des Landes als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt geführt, direkt nach den USA. Unter der Führung von Xi Jinping strebt China an, eine regionale und globale Führungsrolle einzunehmen. Diese Ambitionen werden durch die Belt and Road Initiative (BRI) unterstützt, die seit 2013 Infrastrukturprojekte umfasst, um Chinas Einfluss in verschiedenen Regionen zu stärken. Insbesondere der internationale Wettbewerb mit den USA, die Chinas Einfluss als Bedrohung wahrnehmen, könnte potenziell zu einem systemischen Weltkonflikt führen.

Zusätzlich hat sich die Wahrnehmung Chinas auf internationaler Ebene differenziert. Während die USA das Land als strategische Bedrohung betrachten, sieht die EU es eher als systemischen Rivalen. Diese Spannungen spiegeln sich auch in Chinas Außenpolitik wider, die nationale Souveränität und territoriale Integrität betont. Konfliktpunkte sind insbesondere die Ansprüche auf das Südchinesische Meer und die Situation in Taiwan, die als „innere Angelegenheit“ Chinas angesehen wird. Die militärische Modernisierung Chinas hilft dem Land, seine Position als politische und militärische Supermacht auszubauen und hat Auswirkungen auf internationale Handelsrouten und Rohstoffvorkommen.

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Die strategischen Beziehungen zwischen China und Russland zeigen eine wachsende wirtschaftliche Kooperation, auch wenn Russland für China in Bezug auf den Handel nach wie vor von untergeordneter Bedeutung ist. Die geopolitischen Spannungen, wie im Kontext des Ukraine-Konflikts sichtbar, stellen China jedoch vor Herausforderungen in seiner außenpolitischen Position. Während das Land sich als verantwortungsvolle Großmacht präsentiert, wird es durch den Krieg in der Ukraine auf eine harte Probe gestellt.