Inmitten der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 liegt ein überraschendes Augenmerk auf den sozialen Medien. Eine aktuelle Studie der HHL Leipzig Graduate School of Management hat die Instagram-Reichweite aller 48 teilnehmenden Nationen und deren Spieler untersucht. Die Ergebnisse, veröffentlicht am 23. Juni 2026, zeigen, dass die Reichweiten wichtiger sind denn je in der Welt des Fußballs.

Ein Blick auf die Zahlen verrät sofort die Vorderen: Brasilien führt das Ranking mit beeindruckenden 18,2 Millionen Followern, gefolgt von Argentinien mit 12,2 Millionen und Deutschland, das mit 6,2 Millionen Followern auf dem dritten Platz abschneidet. Während Portugal mit Superstar Cristiano Ronaldo auf dem Papier die größte Einzelreichweite hat – unglaubliche 666 Millionen Follower – landet das Land im Gesamt-Ranking nur auf Rang sieben. Das zeigt, wie wichtig es ist, als Team sichtbar zu sein.

Die Stars der sozialen Medien

Die Studie hat 1.341 Akteure und Organisationen unter die Lupe genommen und festgestellt, dass satte 94 Prozent dieser Gruppierung, darunter 1.245 Spieler und 48 Trainer, auf Instagram aktiv sind. Aufschlussreich ist, dass Deutschlands prominenter Torwart Manuel Neuer mit 14,6 Millionen Followern der größte Social-Media-Star im deutschen Kader ist. Im Allgemeinen hat Deutschland eine gleichmäßige Verteilung seiner Anhängerschaft im DFB-Kader, was sich als vorteilhaft erweisen könnte.

Allerdings gibt es eine bemerkenswerte Abwesenheit: In der Liste der elf reichweitenstärksten Spieler ist kein deutscher Nationalspieler zu finden. Im Gegensatz dazu haben acht der elf Spieler Verbindungen zu Real Madrid, was die Dominanz des Clubs bei Social Media unterstreicht. Prof. Dr. Henning Zülch bemerkt dazu, dass Deutschland in sozialen Netzwerken eher konservativ ist und es dem deutschen Fußballs fehlen könnte an international umjubelten Superstars.

Trainer und ihre Reichweite

Betrachtet man die Trainer, so ist Brasilien unter der Leitung von Carlo Ancelotti mit 18,2 Millionen Followern am erfolgreichsten, während Bundestrainer Julian Nagelsmann (494.000 Follower) in der Rangliste nur auf Platz sieben unter den Trainern landet. Überraschend ist, dass prominente Trainer wie Thomas Tuchel, Didier Deschamps und Javier de la Fuente keinen offiziellen Instagram-Account haben, was die digitale Präsenz von Trainern hinterfragt.

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Die Untersuchung offenbart auch, dass Nationaltrainer, die auf Instagram aktiv sind, im Schnitt fünf Jahre jünger sind als ihre Kollegen ohne Account. Dies könnte auf eine Entwicklung hinweisen, dass jüngere Trainer den sozialen Medien mehr Bedeutung beimessen.

Ein weiterer interessanter Punkt ist, dass Marokko, Ägypten und Kolumbien im Ranking vor etablierten Fußballnationen wie England und Frankreich abschneiden, was auf die dynamische Veränderung der Fußballlandschaft hinweist und zeigt, dass die Reichweite nicht immer mit traditioneller Fußballstärke korreliert.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Studie des HHL Leipzig nicht nur Zahlen präsentiert, sondern auch den alten Fußball-Zusammenhang hinterfragt. Wer heute im Fußball mithalten möchte, muss sich nicht nur auf dem Platz, sondern auch in den sozialen Medien beweisen.