Vertrauen schaffen: Wie geflüchtete Eltern in Deutschland Teilhabe finden
In der heutigen Gesellschaft spielen frühpädagogische Angebote eine entscheidende Rolle für die Integration geflüchteter Familien in Deutschland. Diese Einrichtungen fungieren als wichtige Orte der Orientierung und des Austauschs. Laura Wenzel hat in ihrer Dissertation die Rolle des Vertrauens zwischen fluchterfahrenen Eltern und frühpädagogischen Angeboten eingehend untersucht. Sie stellt klar, dass Vertrauen ein Schlüsselelement für die gesellschaftliche Teilhabe ist und somit erheblichen Einfluss auf die Integration hat. Wenzel ist in diesem Bereich nicht nur durch ihre akademische Ausbildung, sondern auch durch ihre praktischen Erfahrungen geprägt worden, die sie während ihrer Zeit an der Universität Bremen gesammelt hat.
Die Dissertation von Wenzel ist Teil eines umfassenden quantitativen Forschungsprojektes, das während des ersten Corona-Lockdowns durchgeführt wurde. Die besondere Herausforderung der Datenerhebung zu diesem Zeitpunkt erforderte den Einsatz innovativer Methoden. Wenzel kombinierte quantitative und qualitative Forschungstechniken, um ein differenziertes Bild der Lebensrealitäten fluchterfahrener Menschen zu gewinnen. Sie plädiert für eine differenzierte Betrachtung dieser Realitäten, um die Unterstützung geflüchteter Eltern effektiver zu gestalten.
Vertrauensaufbau als Schlüssel zur Integration
Wenzels Forschungsergebnisse zeigen, dass die Kooperation zwischen frühpädagogischen Fachkräften und fluchterfahrenen Eltern entscheidend ist. In einem Artikel in der Neuen Praxis, co-autorisiert von Hila Kakar und Philipp Sandermann, wird der Prozess des Vertrauensaufbaus detailliert beleuchtet. Die Studie umfasst verschiedene methodische Ansätze, darunter Interviews und teilnehmende Beobachtungen. Dabei wird ein analyseleitendes Modell zum elterlichen Vertrauen vorgestellt, das Einblicke in die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen von geflüchteten Familien vermittelt.
Frühpädagogische Angebote unterstützen nicht nur die gesellschaftliche Teilhabe von geflüchteten Familien, sondern bieten auch ihren Kindern wichtige Möglichkeiten zum Spiel und zur Freundschaft. Eltern wiederum können lokale Kontakte knüpfen und somit Raum für Bildung und Arbeit gewinnen. Dennoch sind zahlreiche Hürden zu überwinden: Fehlende Vertrautheit mit dem deutschen System, Sprachbarrieren und ein begrenztes Angebot stellen erhebliche Herausforderungen dar. Ein Forschungsteam an der Leuphana Universität Lüneburg untersucht gezielt, wie geflüchtete Eltern Vertrauen in diese Angebote aufbauen können.
Maßnahmen zur Stärkung des Vertrauens
Die Studie identifiziert mehrere Maßnahmen, um das Vertrauen in frühpädagogische Einrichtungen zu erhöhen. Dazu gehören der Einsatz von Sprach- und Kulturmittlerinnen sowie die Akzeptanz mehrsprachiger Kommunikation als Normalfall. Des Weiteren wird die Nutzung von sozialen Medien und Übersetzungs-Apps empfohlen, um Informationen effizient auszutauschen. Workshops sind zudem Teil eines „Train the Trainer“-Konzepts, das Fachkräfte schult, die gewonnenen Erkenntnisse weiterzugeben.
Diese Ansätze stammen aus einem Projekt, das vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur aus Mitteln des Niedersächsischen Vorab gefördert wurde.
Die Bedeutung von Wenzels Forschung wird durch die Auszeichnung mit dem Leuphana-Promotionspreis 2025 unterstrichen. Der Preis würdigt ihre eigenständige methodologische Perspektive sowie die gesellschaftspolitische Relevanz ihrer Arbeit. Ihre Forschung am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden hat sie zusätzlich auf den Bereich Migration und transnationale Familien sensibilisiert.
Durch ihre Arbeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Sozialpädagogik an der Leuphana Universität Lüneburg seit Juni 2022 engagiert sich Wenzel weiterhin für die Verbesserung der Lebensbedingungen von geflüchteten Familien, insbesondere im Rahmen des Projekts „Konstruktiver Diversity Talk für angehende Lehrkräfte (KoDiTa)“. Diese Projekte und Studien verdeutlichen die Notwendigkeit und Dringlichkeit, vertrauensvolle Beziehungen zwischen geflüchteten Familien und frühpädagogischen Einrichtungen zu fördern, um eine gelingende Integration zu ermöglichen.
