„DenkBar an der PH: Freiheit, Verantwortung und die Stimme der Frauen!“
Am 26. Juni 2026 fand die dritte Ausgabe der „DenkBar“ an der PH Schwäbisch Gmünd statt. Unter dem Motto „Freiheit, Verantwortung und Grundlagen einer offenen Gesellschaft“ versammelten sich rund 40 Besucherinnen und Besucher, um an diesem wichtigen Dialog teilzunehmen. Zu den Gästen zählte auch die ehemalige Bundestagsabgeordnete Leni Breymaier, die als Gastrednerin fungierte. Breymaier teilte ihre Erfahrungen und sprach über zentrale Themen wie Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt, politische Verantwortung und Selbstbestimmung. Besonders eindringlich thematisierte sie die Problematik der Gewalt gegen Frauen und skizzierte ihre Mitwirkung am Gewalthilfegesetz, das gerade in der aktuellen gesellschaftlichen Debatte von Bedeutung ist.
Die Diskussion fand vor dem Hintergrund besorgniserregender Entwicklungen im Bereich der Frauenrechte statt, sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Ebene. Laut den Vereinten Nationen hat jede dritte Frau weltweit in ihrem Leben physische oder sexuelle Gewalt erfahren. Im Rahmen dieser Problematik entwickelte sich die „DenkBar“ zu einem „Wohnzimmer der Demokratie“, in dem ein offener Dialog über drängende gesellschaftliche Themen gefördert wird. Anstelle klassischer Podiumsdiskussionen setzt das Format auf wechselnde Gesprächsrunden, die eine Vielzahl von Perspektiven einbeziehen.
Die Herausforderungen von Frauenrechten
Die Diskussion über Gewalt gegen Frauen und die Verantwortung der Gesellschaft in diesem Kontext ist von entscheidender Bedeutung. In Ländern, in denen „Morality Laws“ angewendet werden, sind Frauen stark reglementiert. Diese Gesetze schränken fundamental die Freiheiten von Frauen ein, sowohl in Bildung als auch in der Arbeit und Mobilität. Rechtliche Entwicklungen in Ländern wie Afghanistan und Iran veranschaulichen eindrücklich, wie stark die Rechte von Frauen gefährdet sind.
Die Taliban verweigern Mädchen den Zugang zu weiterführenden Schulen und Universitäten, was bereits zu einem verlorenen Generationen von Frauen führt. Ähnlich drakonische Gesetze finden sich auch im Iran, wo Vorschriften zur Verschleierung und Geschlechtertrennung die Selbstbestimmung von Frauen einschränken. Die Hoffnungen auf eine positive Veränderung unter Präsident Masoud Pezeshkian haben sich als trügerisch erwiesen.
Im Kontext der „DenkBar“ ist es wichtig, die Herausforderungen in Deutschland nicht zu vergessen. 2023 wurden hierzulande 256.276 Menschen Opfer häuslicher Gewalt, was einen Anstieg von 6,5 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Rund 70 % der Betroffenen sind Frauen. Es ist unerlässlich, dass Deutschland nicht nur gesetzliche Rahmenbedingungen wie das Gewaltschutzgesetz schafft, sondern auch konkret in die Umsetzung investiert.
Der Weg nach vorn
Ein zentrales Thema der Veranstaltung war daher die Frage, wie effektive Maßnahmen zum Schutz von Gewaltopfern gelingen können. Die Teilnehmenden erörterten, dass internationale Solidarität und die Förderung von Aktivistinnen in repressiven Nationen entscheidend sind. Zudem forderten sie strengere internationale Sanktionen gegen Staaten mit unterdrückenden moralischen Gesetzen. Die Schaffung eines UN-Überwachungsorgans, das diese Gesetze dokumentiert und entsprechende Empfehlungen abgibt, wurde als notwendig erachtet.
Dr. Margarete Menz, die zusammen mit der Künstlerin Alkie Osterland und Elke Heer die DenkBar ins Leben rief, betonte die Verbindung zwischen persönlicher Freiheit und gesellschaftlicher Verantwortung. Diese Themen sind nicht nur akademisch, sondern erfordern ein aktives Handeln aller Teile der Gesellschaft. Die PH Schwäbisch Gmünd engagiert sich daher aktiv in der Stadt- und Zivilgesellschaft und strebt an, den Austausch zwischen Hochschule und Öffentlichkeit zu fördern, um den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen.
Insgesamt zeigten die Veranstaltungen der „DenkBar“, dass der Dialog über Freiheit und Verantwortung unerlässlich ist, um nicht nur das Bewusstsein für Frauenrechte zu schärfen, sondern auch konkrete politische Veränderungen zu bewirken. Auch in Deutschland stehen wir in der Verantwortung, auf diese Themen aufmerksam zu machen und aktiv an Lösungen zu arbeiten.
