Am 25. Juni 2026 empfing die Universität Bremen Lamido Mohamadou Hadi Barkindo aus Tibati, Kamerun. Der Besuch fand auf Einladung der Senatskanzlei und in Kooperation mit dem Überseemuseum Bremen statt. Im Zentrum des Interesses standen die historischen Verbindungen zwischen Tibati und Bremen sowie die Auseinandersetzung mit der deutschen kolonialen Gewaltherrschaft in Kamerun. Lamido Barkindo, der als politisches und religiöses Oberhaupt von Djérem gilt, spielt eine bedeutende Rolle in der traditionellen Gesellschaftsstruktur im Fulbe-System.

Ab dem 26. Juni wird das Überseemuseum Bremen die Kabinettausstellung „TIBATI – BREMEN UND ZURÜCK. Vom kolonialen Raub zur Partnerschaft“ zeigen. Diese Ausstellung thematisiert den Zusammenhang zwischen kolonialer Gewalt, geraubten Kulturgütern und Partnerschaftsprojekten. Ein Teil des erbeuteten Raubgutes, darunter wertvolle Objekte aus Elfenbein, gelangte bereits 1902 in die Sammlung des Überseemuseums. Der Konflikt um den Handel führte 1899 zur Plünderung und Niederbrennung von Tibati durch deutsche Kolonialtruppen, was die tiefen Wunden der kolonialen Vergangenheit verdeutlicht.

Akademische und kulturelle Zusammenarbeit stärken

Der Empfang von Lamido Barkindo an der Universität Bremen wurde von Mazi Sanda, einem Professor für Ökologie der Universität Ngaoundéré, organisiert. Sanda, der auch DAAD-Gastprofessor an der Universität Bremen ist, begrüßte die Initiative zur Vertiefung der bestehenden Kontakte zwischen Bremen und Kamerun. Mandy Boehnke, Konrektorin für Internationalität, hieß den Lamido im Rektorat der Universität willkommen.

Die Studierenden der Universität Bremen hatten sich im Vorfeld intensiv mit der Rolle traditioneller Autoritäten in Kamerun, nachhaltiger Landwirtschaft und Bienenhaltung beschäftigt. Diesem Austausch mit Lamido Barkindo stellte eine wertvolle Gelegenheit dar, um Fragen zu den gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhängen in Kamerun zu klären.

Rückgaben von Kulturgütern und Kooperationen

Die Gespräche zwischen Lamido Barkindo und den Bremer Institutionen fanden vor dem Hintergrund der seit 2018 bestehenden Kontakte zwischen Tibati, dem Überseemuseum und der Stadt Bremen statt. Diese Beziehungen zielen darauf ab, das koloniale Unrecht aufzuarbeiten und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu erkunden. In der Vergangenheit fanden bereits Gespräche über die Rückgabe von Raubgut und die Entwicklung gemeinsamer Kooperationsprojekte statt, wie etwa die Verbesserung der Vitamin-A-Versorgung durch den Anbau von Gelbem Maniok.

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Der Besuch von Lamido Barkindo kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Restitutionsfragen in Deutschland und Kamerun zunehmend an Bedeutung gewinnen. Gespräche über Restitutionen fanden zuletzt im Rahmen eines Besuchs des kamerunischen Restitutionskomitees statt, das im Sommer 2025 in Deutschland war. Während deren Zeit hier wurden wichtige Erfolge erzielt, darunter die Vereinbarungen zur Rückgabe kolonial angeeigneter Kulturgüter aus verschiedenen deutschen Museen.

Die kooperative Beziehung zwischen den Partnern, sowohl im akademischen als auch im kulturellen Bereich, steht somit im Zeichen einer neuen Ära der Aufarbeitung und des Dialogs. Der Austausch mit Lamido Barkindo ist ein bedeutender Schritt in Richtung einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen Bremen, Tibati und der Universität Ngaoundéré.