Dr. Jakob Kullik, ein renommierter Experte für Rohstoffpolitik an der TU Chemnitz, steht im Mittelpunkt aktueller Diskussionen über die geopolitischen Herausforderungen im Zusammenhang mit den sogenannten Seltenen Erden. Am 1. Juni 2026 veröffentlicht er sein populärwissenschaftliches Sachbuch mit dem Titel „Seltene Erden. Der globale Kampf um die Rohstoffe der Zukunft“. Dieses Werk bringt wichtige Erkenntnisse zu einem Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt, während der globale Bedarf an diesen kritischen Rohstoffen weiter wächst.
In seinem Buch beleuchtet Kullik die Rolle der Seltenen Erden, einer Gruppe von 17 Elementen des Periodensystems, die für Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien, der Konsumelektronik sowie für militärische Anwendungen unverzichtbar sind. Der Markt, der von China nahezu vollständig kontrolliert wird, ist von entscheidender Bedeutung für die industrielle Zukunft der USA, der EU und anderer Länder. Kullik diskutiert Strategien, wie diese Nationen ihre Abhängigkeit von China reduzieren können, und thematisiert dabei auch die Möglichkeiten der Rohstoffförderung und -verarbeitung in Europa, insbesondere im sächsischen Erzgebirge.
Wachsendes globales Interesse
Die wachsende Besorgnis über die Dominanz Chinas auf dem Markt für Seltene Erden wird auch von verschiedenen Studien unterstützt. Die EU und die USA haben erkannt, dass die Kontrolle über diese Rohstoffe entscheidend für die globale Wettbewerbsfähigkeit ist. Kullik warnt, dass die Dynamik um die Seltenen Erden und andere kritische Rohstoffe nicht nur wirtschaftliche, sondern auch geopolitische Spannungen verstärken könnte. Es steht zu befürchten, dass das Rennen um diese Ressourcen im 21. Jahrhundert zu neuen Konflikten führt.
Ein weiterer Aspekt, der in diesem Kontext wichtig ist, ist die Abhängigkeit von chinesischen Lieferanten bei kritischen Rohstoffen. Laut Erkenntnissen der Bundeszentrale für politische Bildung beziehen europäische Länder und insbesondere Deutschland einen erheblichen Teil ihrer Rohstoffe aus China. Im Jahr 2021 stammen über 69% der Seltenen Erden und 91% des Magnesiums aus diesem Land. Solche Abhängigkeiten können bei politischen Handelshemmnissen zu erheblichen Engpässen führen, was sich in den vergangenen Jahren anhand diverser geopolitischer Konflikte verdeutlicht hat.
Strategien zur Diversifizierung
Die Europäische Kommission hat bereits Schritte unternommen, um die Abhängigkeit von China zu verringern. Geplant ist der Critical Raw Materials Act, der besagt, dass bis 2030 mindestens 10% des Rohstoffbedarfs aus heimischer Förderung stammen sollen. Zudem sollen 40% der benötigten Rohstoffe innerhalb der EU verarbeitet werden. Diese Strategien sind Teil eines größeren Plans, die Rohstoffversorgung zu diversifizieren und die Abhängigkeiten zu reduzieren.
Kullik betont die Notwendigkeit, dass Deutschland und die EU mit einer umfassenden Rohstoffstrategie die kommenden Herausforderungen aktiv angehen müssen. Die Herausforderungen, die sich aus dieser Abhängigkeit ergeben, könnten nicht nur kurzfristiger Natur sein. So könnten gezielte Exportverbote Chinas kurzfristig Preissteigerungen verursachen, während langfristige Strategien wie die Erschließung neuer Rohstoffvorkommen oder die Verbesserung von Recycling-Methoden notwendig sind, um Engpässe zu vermeiden.
Die Bedeutung von Kulliks Buch und den darin behandelten Themen ist enorm. Es verdeutlicht die Dringlichkeit, eine nachhaltige und unabhängige Rohstoffpolitik zu entwickeln, um die europäischen Wirtschaften abzusichern und zukünftige Konflikte zu vermeiden. Die Veröffentlichung am 1. Juni 2026 könnte somit als wegweisend für die Diskussion um Rohstoffabhängigkeiten und deren Auswirkungen angesehen werden.