In einer aktuellen, wegweisenden Studie, die sich mit der Kontrolle über die Internetnutzung beschäftigt, hat ein Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Brand von der Universität Duisburg-Essen tiefgreifende Erkenntnisse zur problematischen Internetnutzung gewonnen. Diese Problematik betrifft insbesondere exzessives Gaming, intensive Social-Media-Nutzung, Online-Shopping und den Konsum von Pornografie. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Comprehensive Psychiatry veröffentlicht.

Die Forschung ist Teil der DFG-Forschungsgruppe FOR 2974, unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Brand. Insgesamt nahmen 819 Teilnehmer an der Studie teil, deren Durchschnittsalter bei etwa 27 Jahren liegt und von denen 45% Frauen sind. Die Untersuchung fand im Labor statt und umfasste klinische Interviews, Fragebögen sowie computergestützte Tests, die in einer Gesamtdauer von etwa fünf Stunden durchgeführt wurden.

Mechanismen der Internetnutzung

Die Studie identifizierte drei zentrale Mechanismen, die zur problematischen Nutzung führen:

  • Wunsch, sich besser oder weniger schlecht zu fühlen: Dieser Mechanismus beschreibt das Bedürfnis, durch Internetnutzung emotionale Lücken zu füllen.
  • Innerer Zwang, online zu gehen: Dieser Aspekt umfasst einen Druck, der Teilnehmer dazu zwingt, sich mit dem Internet zu beschäftigen.
  • Nachlassende Fähigkeit, das Verhalten zu stoppen: Teilnehmer berichten von Schwierigkeiten, die Internetnutzung zu beenden.

Diese Mechanismen interagieren und ermöglichen eine Vorhersage der Entwicklung von Symptomen über einen Zeitraum von sechs Monaten. Die Forschung hebt die Bedeutung des Zusammenspiels von Emotionen, Gewohnheiten und Selbstkontrolle hervor.

Einfluss auf das tägliche Leben und die Gesellschaft

Die Relevanz der Studie erstreckt sich über die individuelle Ebene hinaus. Sie spielt eine wichtige Rolle im EU-Horizon-Projekt BootStRaP, das sich mit der Internetnutzung bei Jugendlichen auseinandersetzt. Ziel ist es, gezielte Präventions- und Therapiemaßnahmen zu entwickeln, um die psychische Gesundheit zu schützen und das alltägliche Leben positiv zu beeinflussen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Mit den Ergebnissen dieser umfassenden Studie sind die Forscher bestrebt, einen Beitrag zur breiten Verbreitung und eventuell zur Veränderung von Verhaltenstendenzen in der Gesellschaft zu leisten. Die Veröffentlichung in einer Open Access-Zeitschrift soll gewährleisten, dass die gewonnenen Erkenntnisse für alle zugänglich sind.