Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt ein innovatives Forschungsprojekt, das sich mit der Analyse von Blickbewegungen von Trauernden beschäftigt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Hannah Comteße von der FernUniversität in Hagen und Prof. Dr. Christina Pfeuffer von der KU Eichstätt/Ingolstadt soll untersucht werden, wie eine anhaltende Trauerstörung (ATS) das Aufmerksamkeitsverhalten beeinflusst. Das Projekt wird mit knapp 350.000 Euro über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert und könnte entscheidende Einblicke in die psyche von Trauernden liefern.

Ziel des Projekts ist es, die visuelle Aufmerksamkeit von Menschen zu analysieren, die in den letzten fünf Jahren einen geliebten Menschen verloren haben. Die Teilnehmer, im Alter von 18 bis 65 Jahren mit ausreichenden Deutschkenntnissen, führen verschiedene Aufgaben durch. Während dieser Aufgaben werden ihre Blickbewegungen erfasst, um zu verstehen, welche Reize für Trauernde anziehend oder abschreckend wirken. Insbesondere bei der Antisakkadenaufgabe wird die Aufmerksamkeit auf verlustassoziierte Reize gelenkt, ein Verfahren, das es den Forschern ermöglicht, die Dynamik der Trauer zu beobachten und neue Unterstützungsansätze zu entwickeln.

Methodische Ansätze und Zielsetzungen

Das Projekt befasst sich auch eingehend mit den Limitationen der bisherigen Forschung. Bisherige Studien haben sich weitgehend auf Reaktionszeitaufgaben konzentriert und dabei oft unterschiedliche Formen von verlustbezogenen Materialien nicht gemeinsam betrachtet. Zudem wurde in den meisten Fällen mit Personen gearbeitet, die lediglich an subklinischer ATS litten, und geeignete Kontrollgruppen fehlten. Daher beabsichtigt das aktuelle Projekt, diese Einschränkungen zu überwinden und eine systematische Erweiterung des Forschungsergebnisses zu bieten.

Durch die Kombination von kognitiver Grundlagenforschung mit klinischen Ansätzen und der Anwendung innovativer Eye-Tracking-Methoden wollen die Forscher die Prozesse der reaktiven und proaktiven Aufmerksamkeitslenkung untersuchen. Im Rahmen der Studie werden insgesamt 144 Teilnehmer aus verschiedenen Gruppen einbezogen: Personen mit ATS, eine Trauerkontrollgruppe und eine gesunde Kontrollgruppe.

Relevanz der Forschung

Das Verständnis der Aufmerksamkeitslenkung bei ATS ist von zentraler Bedeutung, da aktuelle Diagnosekriterien im ICD-11 die Problematik als neue Form der Erkrankung darstellen. Die Ergebnisse dieser Forschung könnten nicht nur die Modelle von Störungsmechanismen optimieren, sondern auch dazu beitragen, neue Interventionen für Trauernde zu entwickeln. Besonders zu betonen ist der innovative Ansatz, der potenziell Anregungen für vergleichbare Untersuchungen in anderen Störungsbereichen bieten kann.

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Die Studie findet im Regionalzentrum der FernUniversität in Nürnberg statt. Interessierte können sich sowohl für die persönliche als auch für die Online-Studie anmelden, wobei die Teilnehmer der Online-Studie als Dankeschön einen Wunschgutschein erhalten. Alle Potenzialteilnehmenden sind herzlich eingeladen, sich aktiv an dieser bedeutenden Forschung zu beteiligen.

Für weitere Informationen und die Teilnahme an der Studie besuchen Sie bitte die Webseiten der FernUniversität in Hagen FernUniversität in Hagen und DFG.