Ende April 2026 fand an der Universität Passau die PYREC-Jahrestagung statt, ein bedeutendes Ereignis, das unter dem Motto „Zusammenleben im Wandel – building bridges between society, the environment, and digital technologies“ stand. Die Konferenz richtete ihren Fokus auf die tiefgreifenden gesellschaftlichen, akademischen und digitalen Transformationsprozesse, die unsere Zeit prägen. In einer Welt, die zunehmend von Künstlicher Intelligenz (KI) und multiplen Krisen beeinflusst wird, bot die Veranstaltung einen Rahmen für eine Podiumsdiskussion über die veränderten Bedingungen für Politik, Medien und Wissenschaft.
Ein zentraler Aspekt der Tagung war die Diskussion um Orientierung, Resilienz und kollektive Handlungsfähigkeit. Die Keynote hielt Prof. Dr. Maike Sippel, eine renommierte Professorin für Nachhaltigkeit und Transformation an der Hochschule Konstanz. Sie betonte die Notwendigkeit individuellen und gesellschaftlichen Handelns, um positiven Wandel zu bewirken. Zusätzlich wurden die Abschlusszertifikate für die PYREC-Fellows der Kohorte 2024-2026 verliehen, die sich mit dem Jahresthema „(Re)shaping values in Science and Society“ auseinandersetzten.
Gesellschaft im Wandel der Technologien
Die Einflussnahme der Künstlichen Intelligenz auf den Alltag wird immer deutlicher. So berichtet Deutsche Welle, dass bis zu 300 Millionen Jobs weltweit durch KI automatisiert werden könnten. Experten zeigen auf, dass insbesondere Wissensarbeit betroffen ist, was traditionsreiche Annahmen über die Auswirkungen von KI auf die Arbeitswelt in Frage stellt. Anwaltskanzleien nutzen beispielsweise bereits KI für juristische Recherchen, während Medienunternehmen in Erwägung ziehen, einfache journalistische Aufgaben an KI-Systeme zu delegieren.
Judith Simon, Professorin für Ethik in der Informationstechnologie, hebt hervor, dass kein Beruf letztlich sicher ist, wenn er replizierbare Elemente enthält. Die Effizienzsteigerungen, die durch KI ermöglicht werden, könnten sogar zu einer Reduzierung der Arbeitszeit führen. Dennoch gibt es Skepsis gegenüber der Umsetzung dieser Möglichkeit.
Digitale Transformation und ihre Herausforderungen
Die digitale Transformation, die durch Technologien wie KI geschürt wird, verändert grundlegend unsere Gesellschaft. Tech Fachwelt beschreibt, dass der Begriff „Gesellschaft Digitalisierung Wandel“ eine grundlegende Neuordnung gesellschaftlicher Strukturen kennzeichnet. 98% der Menschen in Deutschland nutzen täglich Medien, und die damit verbundenen Veränderungen stellen eine Herausforderung dar. Die Geschwindigkeit dieser Veränderungen fordert neue Ansätze in Bildung, Führung und zwischenmenschlicher Kommunikation.
Die Digitalisierung schafft neue Berufsfelder und verändert die Anforderungen an die Kompetenzen der Arbeitnehmer. Insbesondere digitale Kompetenzen werden für den beruflichen Erfolg immer entscheidender, was kontinuierliche Weiterbildung unabdingbar macht. Gleichzeitig beobachten wir eine digitale Kluft, die Ungleichheiten beim Zugang zu digitalen Technologien verstärkt.
Ältere Generationen haben oft Schwierigkeiten, mit der digitalen Welt Schritt zu halten, was gezielte Bildungsangebote erfordert. Diese Herausforderungen müssen als gesellschaftliche Aufgabe angegangen werden, um inklusive Teilhabe zu gewährleisten.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die PYREC-Jahrestagung an der Universität Passau nicht nur als Plattform für den Austausch von Wissen und Erfahrungen diente, sondern auch die dringende Notwendigkeit betonte, den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern. In Zeiten des Wandels müssen wir uns gemeinsam den Herausforderungen stellen, die die digitale Transformation mit sich bringt.