Am 18. Mai 2026 fand an der MSB Medical School Berlin das Kick-off-Treffen für das Projekt AGE-ADAPT statt. Dieses dreijährige Vorhaben, das bis zum 31. März 2029 läuft, hat das Ziel, die Zugänglichkeit und Nutzung digitaler Präventionsangebote für ältere und sozial benachteiligte Menschen zu verbessern. Das Projekt wird mit rund 1 Million Euro vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) finanziert, wie Medical School Berlin berichtet.

Die steigende Lebenserwartung bringt Herausforderungen mit sich, da ab einem Alter von 65 Jahren das Risiko für altersassoziierte Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs deutlich ansteigt. Besonders gefährdet sind hierbei ältere Menschen mit sozialer Benachteiligung, etwa aufgrund geringer Bildung oder Migrationshintergrund. Diese demografische Gruppe hat ein signifikant erhöhtes Risiko für solche Erkrankungen, was die Notwendigkeit effektiver Präventionsmaßnahmen unterstreicht. Digitale Präventionsangebote könnten dabei eine wirkungsvolle Lösung sein, doch sind viele dieser Angebote oft nicht auf die Bedürfnisse älterer Menschen angepasst, wie Innovationsfonds ausführlich darlegt.

Die Projektstruktur von AGE-ADAPT

Die Leitung des Projekts obliegt den Professores Dr. Lisa Marie Warner und Dr. Eva-Marie Kessler, die sich auf Sozialpsychologie und Gerontopsychologie spezialisiert haben. Im Rahmen von AGE-ADAPT sind mehrere namhafte Institutionen beteiligt, darunter die Universitätsmedizin Greifswald, das IGES Institut Berlin sowie diverse internationale Partner wie die University of Antwerp und die Université Libre Bruxelles.

Das Projekt gliedert sich in mehrere Arbeitspakete (AP), die eine umfassende Analyse und Anpassung der digitalen Präventionsangebote zum Ziel haben:

  • AP1: Vollerhebung digitaler Präventionsangebote
  • AP2: Systematisches Literaturreview
  • AP3: Qualitative Fallstudie
  • AP4: Anbietendenbefragung
  • AP5: Fokusgruppen mit Nutzenden
  • AP6: Bundesweite Bevölkerungsbefragung
  • AP7: Längsschnittstudie zur Adhärenz
  • AP8: Ableitung von Handlungsempfehlungen

Ein zentrales Element von AGE-ADAPT ist die enge Zusammenarbeit mit älteren Menschen, um sicherzustellen, dass die digitalen Angebote deren tatsächlichen Bedürfnissen gerecht werden. Zunächst wird eine Bestandsaufnahme aller zertifizierten digitalen Präventionsangebote in Deutschland durchgeführt, um zu evaluieren, wie viele dieser Angebote auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten sind. Diese Analyse wird durch schriftliche Befragungen von rund 1.000 älteren Nutzerinnen und Nutzern ergänzt, um förderliche und hinderliche Faktoren für den Zugang zu identifizieren.

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Ziele und Impulse für die Zukunft

Die Ergebnisse des Projekts sollen nicht nur den Krankenkassen und Pflegeeinrichtungen helfen, digitale Angebote effektiver anzupassen. Darüber hinaus bieten die gewonnenen Erkenntnisse die Möglichkeit, erfolgreiche Ansätze auf andere digitale Gesundheitslösungen, wie etwa Videosprechstunden, zu übertragen. Durch dieses Engagement leistet AGE-ADAPT einen entscheidenden Beitrag zur gesundheitlichen Chancengleichheit und zur Förderung eines gesunden Lebensstils im höheren Lebensalter.

Insgesamt zeigt das AGE-ADAPT-Projekt, dass es Dialog und Forschung benötigt, um Barrieren in der Prävention zu überwinden und die Lebensqualität älterer Menschen nachhaltig zu verbessern.