Am 22. Mai 2026 verlieh die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung insgesamt 119 Doktortitel. Unter den Promovenden befanden sich 73 Doktorandinnen und 46 Doktoranden, die aus verschiedenen Fachbereichen stammten. Die Verteilung der Doktoranden umfasst 40 Medizinerinnen und 31 Mediziner, 8 Zahnmedizinerinnen und 10 Zahnmediziner, 19 Naturwissenschaftlerinnen und 4 Naturwissenschaftler, 4 Humanbiologinnen und 1 Humanbiologe sowie 2 Public-Health-Doktorandinnen. Insbesondere 14 Doktorandinnen und 12 Doktoranden schlossen ihre Promotion mit Auszeichnung ab.

MHH-Präsidentin Prof. Dr. Denise Hilfiker-Kleiner würdigte die hervorragenden Leistungen der Absolventen und hob deren wissenschaftliches Können sowie Durchhaltevermögen hervor. Besonders erwähnt wurden die Preisträgerinnen des Promotionspreises der Gesellschaft der Freunde der MHH e.V., die jeweils 2.500 Euro erhielten. Die Auszeichnungen gingen an Dr. rer. nat. Fiona Engelke von der Klinik für Rheumatologie und Immunologie sowie Dr. rer. nat. Christine Ehlers vom TWINCORE, Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung. Die Feier wurde musikalisch vom Moonlight Trio umrahmt.

Forschungsbeiträge im Fokus

Dr. Fiona Engelke präsentierte eine Dissertation mit dem Titel „Novel autoantibodies and their function in subgroups of Sjögren’s disease defined by omics approaches“. In ihrer Forschung untersuchte sie neue Autoantikörper bei der Sjögren-Erkrankung und identifizierte serologische Marker, die als alternative Methode zur invasiven Lippenbiopsie dienen können. Ihre Ergebnisse wurden in acht Original-Arbeiten veröffentlicht, wobei sie eine Arbeit als Erstautorin verfasst hat.

Dr. Christine Ehlers hingegen widmete sich in ihrer Dissertation dem Thema “The role of innate immunity in inflammatory skin diseases”. Sie untersuchte myeloide Zellen bei entzündlichen Hauterkrankungen und stellte krankheitsspezifische Immunzellbeteiligungen an Entzündungsprozessen fest. Ihre Ergebnisse könnten dazu beitragen, gezieltere und schonendere Behandlungen für Betroffene zu entwickeln. Ihre Publikationen erscheinen in renommierten rheumatologischen Fachzeitschriften.

Sjögren-Syndrom im Kontext der Forschung

Das Sjögren-Syndrom, eine Erkrankung, die von Dr. Engelke erforscht wird, ist eine chronisch verlaufende Autoimmunerkrankung, die nicht nur die Speicheldrüsen, sondern auch innere Organe und das zentrale Nervensystem betrifft. Schätzungen zufolge sind etwa 0,5 bis 1 Prozent der erwachsenen weiblichen Bevölkerung in Europa betroffen. Zu den typischen Symptomen gehören Trockenheit der Augen und des Mundes, während die Ursache in chronischen Entzündungen der Drüsen liegt, die Speichel- und Tränenflüssigkeit produzieren.

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Das Sjögren-Syndrom äußert sich häufig in weiteren Beschwerden wie Konzentrationsschwäche, Abgeschlagenheit, Depression und Verdauungsproblemen. Zusätzlich können auch Gelenke, Muskulatur, innere Organe wie Lungen und Nieren sowie das Nervensystem betroffen sein. Eine schwerwiegende Komplikation kann die Entwicklung eines Non-Hodgkin Lymphoms darstellen, das häufig in den Speicheldrüsen auftritt.

Bei der Diagnostik des Sjögren-Syndroms sollten Patienten mit Symptomen wie sandigem oder trockenem Gefühl in den Augen, trockenem Mund oder vergrößerten Speicheldrüsen untersucht werden. Zu den erforderlichen Untersuchungen zählen präzise serologische Analysen und die Beurteilung der Funktionalität der Tränen- und Speicheldrüsen. Bekannt sind Autoantikörper wie SSA, La und SSB, die die Diagnose unterstützen können, während auch Biopsien der kleinen Speicheldrüsen zur Absicherung der Diagnose eingesetzt werden können. Die fundamentalen Erkenntnisse aus der Forschung von Dr. Engelke tragen wesentlich zur Verbesserung der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten im Umgang mit dieser komplexen Erkrankung bei.