Digitale Plattform ShoutOut: Jugend gegen Antisemitismus stärken!
In einer Zeit, in der sich Antisemitismus immer mehr in digitalen Räumen verbreitet, hat die Universität Duisburg-Essen heute, am 26. Juni 2026, eine innovative Initiative ins Leben gerufen: die digitale Lernplattform ShoutOut. Diese Plattform, die in Zusammenarbeit mit der Claims Conference entstand, zielt darauf ab, junge Menschen im Erkennen und Entgegentreten von Antisemitismus und Holocaust-Verzerrung in sozialen Medien zu schulen. In einer Welt, in der klassische antisemitische Stereotype häufig in Memes und Videos kursieren, ist dies ein Schritt von großer Bedeutung.
ShoutOut ist als kostenfreies Lernangebot konzipiert, das sich an Lehrkräfte weiterführender Schulen richtet. Die Plattform ist sowohl in Deutsch als auch Englisch verfügbar und bietet ein Online-Spiel von etwa 15 Minuten, das die Spieler:innen in eine realitätsnahe Social-Media-Umgebung versetzt. Hier haben sie die Möglichkeit, antisemitische Inhalte zu analysieren und deren Verbreitungsmechanismen zu verstehen. Wie Jüdische Allgemeine berichtet, können Lehrkräfte durch begleitende Unterrichtseinheiten und Materialien unterstützt werden, um Gespräche über Antisemitismus und digitales Verhalten zu führen.
Das Ziel der Plattform
Das Hauptziel von ShoutOut ist es, die Medienkompetenz der Jugendlichen zu fördern – eine Kernkompetenz unserer Zeit. „Das Spiel wird die Jugendlichen dort abholen, wo sie sich aufhalten“, betont Felix Klein, der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung. Die Spieler sollen lernen, wie sie antisemitische Inhalte erkennen, einordnen und dekonstruiert werden können.
Um die Notwendigkeit solcher Initiativen zu unterstreichen, ist es wichtig zu beachten, dass antisemitische Stereotype wie die Darstellung jüdischer Menschen als gierig oder manipulierend weit verbreitet sind, insbesondere in sozialen Netzwerken wie Instagram und Facebook. Diese Plattformen sind Schauplatz für Memes und Videos, die auf historische antisemitische Quellen zurückgreifen, wie zum Beispiel die berüchtigten Protokolle der Weisen von Zion. Auf den sozialen Medien kursieren oftmals Behauptungen, die jüdischen Menschen die Verantwortung für wirtschaftliche Krisen zuschreiben, etwa während der COVID-19-Pandemie.
Die Unterstützung durch die Claims Conference
Die Claims Conference ist eine gemeinnützige Organisation, die seit 1951 für materielle Entschädigungen für Shoah-Überlebende kämpft. Rüdiger Mahlo, ein Vertreter dieser Organisation, hebt hervor, wie wichtig es ist, junge Menschen gegen Manipulation und Desinformation zu wappnen. Mit ShoutOut wird diesen jungen Erwachsenen eine Plattform geboten, um selbstbewusst gegen antijüdische Narrative vorzugehen, die in verschiedenen Formaten, von ironischen Memes bis hin zu ernsthaften Relativierungen der Shoah, verbreitet werden.
Die Veröffentlichung von ShoutOut könnte somit nicht nur zur Bildung und Sensibilisierung junger Menschen beitragen, sondern auch zur Stärkung der demokratischen Werte in der Gesellschaft. Durch die spielerische Herangehensweise wird den Nutzern die Möglichkeit gegeben, Erfahrungen zu sammeln und ihre Meinung zu bilden – eine wertvolle Ressource in der heutigen von Informationen überfluteten Welt.
Für Schulen in Deutschland sowie international bietet ShoutOut eine kostenfreie Nutzung, ein Nutzen, der hohen Anklang finden dürfte. In Zeiten, in denen das Internet sowohl ein Ort des Wissens als auch der Desinformation ist, ist es entscheidend, dass junge Menschen befähigt werden, zwischen den beiden zu unterscheiden.
Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Universität Duisburg-Essen, der Jüdischen Allgemeinen und auf Hessen.de.
