Junge Leute stark gegen Antisemitismus: Neues Spiel ShoutOut gestartet!
Eine neue digitale Initiative zur Bekämpfung von Antisemitismus und Holocaust-Verzerrung startet heute in Berlin. Die von der Universität Duisburg-Essen entwickelte Lernplattform „ShoutOut“ richtet sich an Lehrkräfte weiterführender Schulen und wurde mit Unterstützung der Claims Conference ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, junge Menschen dabei zu unterstützen, antisemitische Inhalte in sozialen Medien zu erkennen und ihnen entgegenzutreten.
Die Präsentation des Projekts fand im Beisein namhafter Persönlichkeiten statt, darunter Dr. Felix Klein, Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung, und Katharina von Schnurbein, Koordinatorin für den Kampf gegen Antisemitismus in der Europäischen Kommission. Klein lobte das Spiel und betonte, dass es wichtig sei, die Medienkompetenz Jugendlicher zu stärken, um ihnen zu helfen, mit der digitalen Realität umzugehen.
Das Online-Spiel „ShoutOut“
Das Online-Spiel, das etwa 15 Minuten dauert, versetzt die Teilnehmenden in eine realitätsnahe Social-Media-Umgebung. Dabei müssen sie antisemitische Inhalte analysieren und die Mechanismen der Verbreitung kennenlernen. Ziel des Spiels ist es, dass Spieler:innen lernen, wie sie solche Inhalte erkennen, einordnen und dekonstruierten können. „ShoutOut“ ist in Deutsch und Englisch verfügbar und kann kostenfrei von Schulen in Deutschland sowie international genutzt werden.
Zusätzlich bietet das Programm begleitende Unterrichtseinheiten und Materialien, die Lehrkräfte dabei unterstützen, Gespräche über Antisemitismus und digitales Verhalten anzuregen. Ein virtueller Classroom Screen ermöglicht die gemeinsame Auswertung der Spielerfahrungen und die Diskussion über die erlebten Inhalte.
Hintergrund und Herausforderungen
Die Notwendigkeit einer solchen Plattform wird durch die wachsende Verbreitung klassischer antisemitischer Stereotype in den sozialen Medien deutlich. Auf Plattformen wie Instagram und Facebook finden sich Bilder und Inhalte, die jüdische Menschen als gierig oder manipulativ darstellen. Antisemitische Memes und Videos mischen historische Quellen mit aktuellen Ereignissen, was ihre vermeintliche Authentizität verstärkt.
Besonders während der COVID-19-Pandemie wurden antisemitische Narrative verstärkt. Der Verbreitung solcher Inhalte und Verschwörungstheorien ist eine zunehmende Herausforderung für die Gesellschaft. Antisemitismus äußert sich nicht nur in klassischen Stereotypen, sondern oft auch durch verzerrte Darstellungen historischen Ereignissen, was die Notwendigkeit der Aufklärung unterstreicht.
Ziel von „ShoutOut“ ist es, jungen Menschen Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie gegen Antisemitismus und Desinformation gewappnet sind. Rüdiger Mahlo von der Claims Conference hebt hervor, dass das Projekt ein wichtiger Schritt ist, um junge Menschen in ihrer Medienkompetenz zu stärken und sie aktiv gegen antisemitische Inhalte einzusetzen.
In einer Zeit, in der Antisemitismus wieder vermehrt in der öffentlichen Diskussion steht, könnte diese digitale Lernplattform einen entscheidenden Beitrag leisten, um das Bewusstsein für diese Problematik zu schärfen und jungen Menschen eine Stimme zu geben.
