Am 2. Juni 2026 wird die Veröffentlichung eines digital konsolidierten Textes des Freimaurerdialogs „Ernst und Falk“ von Gotthold Ephraim Lessing gefeiert. Dieses Projekt, bekannt als Lessing digital, berücksichtigt sowohl historisch-kritische Gesichtspunkte als auch die Publikationsgeschichte des Werkes. Die Federführung liegt bei der Herzog August Bibliothek (HAB) sowie der Universität Göttingen, wobei das Projekt über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert wird.

Das Hauptaugenmerk der Edition liegt auf Lessings Schaffensphase in Wolfenbüttel zwischen 1770 und 1781. Während dieser Zeit entstanden bedeutende Dramen und Schriften. Die Edition umfasst umfassend die Textzeugen, die zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurden, insbesondere die fünf Gespräche des Freimaurerdialogs. Dabei wird auch thematisiert, welches gesellschaftspolitische Potenzial die Freimaurerei innehat und welches „Geheimnis“ sie umgibt.

Wissenschaftliche Grundlagen und Kooperationen

Wissenschaftliche Mitarbeiter wie Oke-Lukas Möller von der HAB und Dr. Viktoria Take-Walter von der Universität Göttingen arbeiten eng zusammen mit weiteren Institutionen wie der Freien Universität Berlin, der Universität Bielefeld, dem IZEA Halle und der Lessing-Akademie. Hilfskräfte wie Ragna Kühn und Maximilian Menzel von der Universität Göttingen unterstützen die Entwicklung der Edition.

Die Edition zielt darauf ab, einen historisch-kritisch konsolidierten Text bereit zu stellen, der nicht nur Einblicke in die Publikationsgeschichte des Dialogs bietet, sondern auch mit umfangreichen Registern verknüpft ist. Personen, Orte und Freimaurerbegriffe werden mit sogenannten „unique identifiers“ erfasst, um die Forschung zu erleichtern. Dies geschieht nicht zuletzt durch die Integration von analogen und digitalen Wissensressourcen sowie Nachschlagewerken.

Technische Aspekte und Zukunftsperspektiven

Mit der Umsetzung standardisierter Datenformate wird die Interoperabilität mit großen Datensammlungen sichergestellt, was dem Projekt eine bedeutende Reichweite im digitalen Raum verleiht. Forschende der Digital Humanities haben Zugang zu TEI-Transkriptionen und Schemata, die im Git-Repository bereitgestellt werden. Diese digitalen Schnittstellen ermöglichen es, dass das Wissen über Lessings Werk kontinuierlich aktualisiert und erweitert wird.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Edition wird nicht nur online bereitgestellt, sondern auch um praktische Ergänzungen wie eine Lesefassung als Download und barrierefreiem Text ergänzt. Dies ermöglicht eine breitere Zugänglichkeit von Lessings Werken und deren Relevanz in der heutigen Zeit. Die Arbeit der Projektbeteiligten wird somit aus einer historischen Perspektive fortgeführt, um das literarische Erbe Lessings lebendig zu halten.