Die Professur für Produktionssysteme und -prozesse der TU Chemnitz ist in ein bedeutendes EU-Projekt eingebunden, das die Digitalisierung von Rückgewinnungssystemen für Elektro- und Automobilabfälle in Europa zum Ziel hat. Mit dem Projekt „Digitalised Value Management for Unlocking the potential of the Circular Manufacturing System with integrated digital solutions – DiCiM“ wird angestrebt, innovative Technologien zu entwickeln, die den Recyclingprozess effizienter gestalten.

Der Projektstart fand im Januar 2023 statt und umfasst ein Budget von insgesamt sechs Millionen Euro, wovon etwa 609.000 Euro für die TU Chemnitz bereitgestellt werden. Insgesamt sind zwölf Projektpartner aus acht verschiedenen Ländern an der Initiative beteiligt. Ein zentrales Element des Projekts ist die Entwicklung einer neuen Technologie zur Überwachung und Bewertung von Bauteilen, die zum Recycling vorgesehen sind.

Demontagestation als Schlüsseltechnologie

Ein Highlight des Projekts war die Mitarbeit zwischen dem 20. und 24. April 2026 im slowenischen Stammwerk von Gorenje. Hier wurde eine selbstentwickelte Waschmaschinen-Demontagestation aufgebaut. Diese Station nutzt fortschrittliche Augmented-Reality-Technologie, um den Arbeitern bei der Demontage der Geräte zu helfen. Die Berufstätigen haben die Möglichkeit, den gesamten Demontageprozess durch Screenshots und Videos zu dokumentieren.

Die ergonomische Gestaltung der Station umfasst Mechanismen, die es ermöglichen, die Waschmaschine hochzufahren und zu kippen, sowie schwenkbare Winden für die Handhabung. Künstliche Intelligenz spielt eine entscheidende Rolle: Sie überwacht den Demontageprozess und gleicht diesen kontinuierlich mit den bereitgestellten Anleitungen ab.

Einsatz von Künstlicher Intelligenz

In den kommenden Monaten wird die neu entwickelte Technologie in der Gorenje-Pilothalle getestet und ausgewertet. Die ausgebaute Teile werden, basierend auf ihrem Zustand, entweder zur Wiederverwertung oder zur Verschrottung sortiert. Zudem werden Daten, die während des Betriebs der Waschmaschinen gesammelt werden, zur Entscheidungsfindung genutzt. Diese Aspekte sind nicht nur für die KU Chemnitz von Bedeutung, sondern auch für die gesamte Branche, die sich einer verstärkten Kreislaufwirtschaft zuwenden möchte.

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Laut Kreislaufwirtschaft Deutschland wird der Einsatz von KI die Automatisierung und die Effizienz in der Kreislaufwirtschaft entscheidend beschleunigen. Eine der größten Herausforderungen in diesem Bereich ist die Beschaffung hochwertiger Daten, besonders bei Endnutzenden und im laufenden Betrieb. Die Techniker und Forscher stehen vor der Herausforderung, diese Daten zuverlässig zu erfassen.

Will man die Herausforderungen der Automatisierung meistern, bedarf es nicht nur technologischer Innovationen, sondern auch einer strategischen Herangehensweise an die Datenerhebung und -verwertung. Der Erfolg des Projektes hängt somit maßgeblich von der Qualität der Daten ab, die zur Verbesserung von KI-Methoden genutzt werden.