Am 13. Mai 2026 lebt ein Student in Mumbai, Indien, wo er ein Auslandssemester am Indian Institute of Technology Bombay (IITB) verbringt. Sein Aufenthalt ist Teil des Austauschprogramms der Technischen Universität Braunschweig und dauert fünf Monate. Neben drei Informatikkursen belegt er auch den Designkurs „Pottery for Beginners“ sowie einen wöchentlichen Hindi-Sprachkurs. Dies ist eine bewusste Entscheidung, um in einem kulturell anderen Umfeld außerhalb der „westlichen Komfortzone“ zu lernen und Lebens- und Studienerfahrungen zu sammeln.
Der Student wohnt in einem Einzelzimmer im neu errichteten Hostel auf dem Campus, das in getrennte Bereiche für Männer und Frauen unterteilt ist. Die Verpflegung erfolgt über die Mensa, die alle Mahlzeiten sowie einen Nachmittagssnack anbietet. Zudem stehen auf dem Campus mehrere Cafeterien, ein Restaurant und kleine Läden zur Verfügung. Um die Vielfalt der Natur zu erleben, begegnet man auf dem Campus nicht nur Studierenden, sondern auch freilebenden Hunden, Katzen, Affen und Papageien.
Lebensstil und Studienkultur
Die Unterschiede zum Studieren in Deutschland sind signifikant. So ist eine Anwesenheitspflicht verhängt, und es finden häufig Tests sowie Midterm- und Endterm-Klausuren statt, wobei die Abgaben direkt in die Schlussnote einfließen. Die Benotung erfolgt relativ, was bedeutet, dass die Leistung der Studierenden direkt im Vergleich zueinander bewertet wird. Typische Essgewohnheiten hier sind das Essen mit der Hand und die Besonderheit, die Flasche beim Trinken nicht an die Lippen zu setzen.
Ein weiterer merklicher Unterschied ist der Kommunikationsstil. In Indien ist dieser direkter und persönlicher, was sich in der Häufigkeit von Telefonanrufen äußert. Der Student kam Ende Juli während des Monsuns in Mumbai an, was ihn lehrte, immer einen Regenschirm dabei zu haben. Einige Herausforderungen, mit denen er konfrontiert wurde, umfassten die digitale Organisation seines Alltags und die Notwendigkeit, ein indisches Bankkonto sowie eine lokale Handynummer zu besitzen.
Studieren in Indien
Insgesamt etwa 864 Universitäten und 35,7 Millionen Studierende dem Bildungssystem in Indien anzugehören. Die Universitäten unterliegen einem hohen Wettbewerbsdruck, insbesondere im Bachelorbereich, wo ausländische Kandidaten oft nur im Masterbereich zugelassen werden. Die Wissensvermittlung erfolgt in der Regel auf Englisch, wobei ausreichende Sprachkenntnisse erforderlich sind. Ein Studentenvisum, das frühzeitig beantragt werden sollte, ist für den Studienaufenthalt notwendig, ebenso wie eine gültige Zusage der Institution, ein Reisepass und oft auch eine HIV-Testbescheinigung, wie DAAD bestätigt.
Die Lebenshaltungskosten in Indien liegen bei etwa 350 bis 400 Euro pro Monat, während sie in ländlichen Gebieten auf etwa 100 Euro sinken. Studentenwohnheime sind eine preiswerte Unterkunftsoption. Alternativ können internationale Studierende bei indischen Familien als „paying guest“ wohnen oder private Mietwohnungen mieten, deren Preise stark variieren, abhängig von Stadt und Lage.
Praktische Tipps für Studierende
Für den Aufenthalt empfiehlt der Student, viel zu reisen und die Vielfalt Indiens zu entdecken. Von Ausflügen zur Global Vipassana Pagoda bis hin zu einer Midnight-Fahrradtour durch Süd-Mumbai, die Möglichkeiten sind vielfältig. Kulinarisch bietet Indien eine Fülle an Genüssen. Empfohlene Speisen sind unter anderem Dosa, Samosa und frische Säfte wie Mosambi und Zuckerrohr.
Ein wichtiger Hinweis für Reisende: Bei der Nutzung von Taxis sollte man vorsichtig sein, da Fahrer manchmal höhere Preise verlangen. Eine günstigere und sicherere Option ist die Nutzung von Uber. Letztlich ermutigt der Student andere internationale Studierende, sich einfach auf das Abenteuer einzulassen und die Herausforderungen mit einer positiven Einstellung anzugehen. Kontaktinformationen für weiteren Austausch über das Programm lassen sich über die Internationale Beziehungen des IITB finden.