Am 28. April 2026 ist die Digitalisierung ein zentraler Baustein in der wissenschaftlichen Entwicklung Deutschlands. Die Universität Potsdam gehört zu den führenden Institutionen in diesem Bereich, insbesondere in den Digital Humanities. Unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrike Demske wird die Sprachveränderung in deutschen Zeitungen seit dem Jahr 1600 untersucht. Dies geschieht im Rahmen des Projekts „Potsdamer Zeitungskorpus – diachron“, das eine systematische Analyse der grammatischen Komplexität der Zeitungssprache über mehrere Jahrhunderte ermöglicht.

Die Digitalisierung hat die Methode der Textanalyse revolutioniert. Anstatt Texte nur mit Papierkopien und Buntstiften zu analysieren, können Forscher jetzt auf digitalisierte Korpora zurückgreifen, die gezielt durchsucht werden können. Emil Paraskevopulos, ein Masterstudent, hat in seiner Arbeit aufgezeigt, dass die Sprache in deutschen Zeitungen im Laufe der Jahrhunderte weniger komplex geworden ist. Diese Erkenntnis erfordert allerdings eine manuelle Anreicherung des Korpus mit grammatischen Informationen.

Technologische Fortschritte und ihre Anwendung

Ein zentrales Konzept in der Forschung ist die Dependenzlängenminimierung, die beschreibt, wie Abstände zwischen Wörtern die Verarbeitung von Sprache beeinflussen. Historisch gab es im 17. Jahrhundert noch größere Dependenzlängen, da die deutsche Schreibsprache erst im späten 19. Jahrhundert standardisiert wurde. Die frühe Zeitungslandschaft zeichnete sich zudem durch einen Mangel an zielgruppengerechtem Schreiben aus, da Journalistenberufe kaum existierten und die Autoren häufig dem Adel angehörten.

Die Unterstützung durch Digitalisierung und statistische Expertise spielt eine wesentliche Rolle für die Analyse der Sprachveränderungen. Ulrike Demske, die vor über 20 Jahren die Idee entwickelte, historische Texte mit grammatischen Informationen anzureichern, hat mittlerweile Annotationswerkzeuge weiterentwickelt, um diese historischen Korpora automatisch zu annotieren. Das „Potsdamer Zeitungskorpus – diachron“ ist online frei zugänglich und erfüllt hohe Qualitätsstandards, die durch ein Double-Keying-Verfahren sichergestellt werden.

Politische Initiativen zur Digitalisierung

Parallel zur Entwicklung an der Universität Potsdam fordert Digitalminister Karsten Wildberger eine Beschleunigung der Digitalisierung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Deutschland. Bei einem Besuch des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) in Potsdam betonte er die Dringlichkeit dieser Maßnahmen. „Was wir brauchen in diesem Land, ist Geschwindigkeit, mehr Digitalisierung“, so Wildberger. Er hebt hervor, wie wichtig der Austausch mit Unternehmen und Start-ups ist, um innovative Lösungen voranzutreiben.

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In einem Zusammenhang zu den aktuellen EU-Vorhaben zur Schaffung von KI-Gigafabriken betont Wildberger die Notwendigkeit einer zukunftsfreundlichen Regulierung. Zugleich wird eine stärkere Unterstützung junger Firmen gefordert. Unter dem geplanten „App Store für die Verwaltung“ soll die Integration digitaler Lösungen in eine sichere Cloud ermöglicht werden. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke unterstützt dieses Vorhaben und sieht die Notwendigkeit, behördliche Prozesse für Bürger zu vereinfachen und redundante Dokumentation zu vermeiden.

Das Hasso-Plattner-Institut, ein führendes Informatikinstitut in Europa, verfügt über rund 1.000 Studierende in Bachelor- und Masterstudiengängen. Geschäftsführer Tobias Friedrich hat sich der Planung einer Internationalisierung und Dynamisierung des HPI verschrieben. Dabei wird auch die Plattner-Stiftung, die bis 2035 einen neuen Universitätscampus in Potsdam finanziert, eine entscheidende Rolle spielen und plant, die Anzahl der Studierenden zu verdoppeln.

Diese Entwicklungen verdeutlichen, wie eng die Digitalisierung in Wissenschaft und Gesellschaft verwoben ist und welche Fortschritte bereits erzielt wurden. Die Universität Potsdam sowie das Hasso-Plattner-Institut stehen an vorderster Front dieser innovativen Bewegung.