Am 22. Juni 2026 hat Wissenschaftsminister Jakob von Weizsäcker die Ernennung von Dr. Anne Dienelt zum Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Völkerrecht an der Universität des Saarlandes bekannt gegeben. Ihre offizielle Amtsübernahme erfolgt am 25. Juni, und sie wird sich auf die Themen Nachhaltigkeit und Resilienzforschung konzentrieren. Dies sind Schlüsselthemen, die angesichts der aktuellen globalen Herausforderungen von großer Bedeutung sind.

Dr. Dienelt verfolgt mit ihrem neuen Lehrstuhl das Ziel, Stabilität in Rechtsfragen zu gewährleisten und gleichzeitig Wandel zu ermöglichen. Ein zentrales Anliegen ihrer Forschung wird es sein, die bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen zu überdenken und anzupassen. Besonders in Bezug auf Klimaflüchtlinge und die Herausforderungen des Fortbestehens von Inselstaaten sieht sie dringenden Handlungsbedarf.

Forschungsschwerpunkte und interdisziplinäre Ansätze

Die Schwerpunkte ihrer Forschung umfassen das Recht der Nachhaltigkeit und die Übersetzung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse in rechtliche Rahmen. Ein innovativer Aspekt ihrer Arbeit wird die Untersuchung der Rolle von Citizen Science in Rechtsprozessen sein. Zudem plant sie, sich mit Klimaklagen zu befassen, um Schutzpflichten durchzusetzen und den europäischen Rechtsraum sowie den Green Deal der EU in den Blick zu nehmen.

Zusätzlich zu den rechtlichen Aspekten wird Dr. Dienelt auch untersuchen, wie Staaten und Institutionen resiliente Strukturen schaffen können. Die Bedeutung von Resilienz in der Gesellschaft ist in den letzten Jahren durch die zunehmenden Naturkatastrophen und die Auswirkungen des Klimawandels noch deutlicher geworden. Laut dem IQIB sind Naturkatastrophen durch den Klimawandel auf dem Vormarsch, was zu Polykrisen führt, die die Existenzgrundlagen vieler Menschen bedrohen. Daher sind sowohl regionale als auch internationale Forschungsprojekte notwendig, um effizientes Risikomanagement zu gewährleisten und Resilienz zu stärken, wie auf IQIB festgestellt wurde.

Innovative Lehre und interdisziplinäre Projektgruppen

Dr. Dienelt plant, innovative Lehrmethoden zu implementieren und die Wissenschaftskommunikation zu fördern, was unter anderem durch multimediale Ausstellungen, wie die zur Russland-Ukraine-Krise, erreicht werden soll. Ihr akademischer Werdegang umfasst ein Studium der Rechtswissenschaft in Tübingen, Aix-en-Provence und Göttingen, wo sie auch promovierte. Ihre vorherige Position als Akademische Rätin am Institut für Internationale Angelegenheiten der Universität Hamburg und ihre aktive Rolle in der interdisziplinären Projektgruppe „Resilienz und Diversität in komplexen Systemen“ unterstreichen ihre vielseitige Expertise.

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Die Resilienzforschung spielt eine zentrale Rolle im aktuellen wissenschaftlichen Diskurs. Laut den Fragestellungen am Fraunhofer IAIS basiert die Expertise im Bereich Resilienz auf vier strategischen Säulen: Wissensfusion, multidimensionale Quantifizierung, integriertes Risiko- und Resilienzmanagement sowie co-kreative Validierung. Diese Ansätze sollen helfen, die Komplexität der Systeme zu navigieren, Risiken rechtzeitig zu identifizieren und adaptive Strategien zu entwickeln, um Herausforderungen erfolgreich zu begegnen.

Dr. Dienelt wird mit ihrer neuen Position nicht nur akademische, sondern auch gesellschaftliche Impulse setzen. Ihre Arbeit wird dazu beitragen, rechtliche Instrumente und Strategien zu entwickeln, die den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Gesellschaft in Bezug auf Nachhaltigkeit und Resilienz gerecht werden und somit einen wertvollen Beitrag zur Stabilität und zum Wandel leisten.