Dresden erhält mit Prof. Tóth-Petróczy frischen Wind in der Forschung!
Am 2. Juli 2026 ist eine bedeutende Entwicklung im Bereich der Bioinformatik an der Technischen Universität Dresden (TUD) zu verzeichnen. Prof. Ágnes Tóth-Petróczy übernimmt die Professur für Systembiologie der Proteinevolution, die im Biotechnologischen Zentrum (BIOTEC) der TUD angesiedelt ist. Diese Berufung stellt nicht nur einen persönlichen Karrierehöhepunkt für die ungarische Forscherin dar, sondern hat auch weitreichende Auswirkungen auf die Forschung am Herzstück der interdisziplinären Einrichtungen in Dresden.
Prof. Tóth-Petróczy, die im Juni 2026 als Forschungsgruppenleiterin am Center for Advanced Systems Understanding (CASUS) des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) begonnen hat, bringt umfangreiche Erfahrungen aus verschiedenen Institutionen mit. Ihre akademische Laufbahn führte sie über die Eötvös-Loránd-Universität in Budapest und das Weizmann-Institut in Israel, bis hin zur Harvard Medical School und einer eigenen Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut in Deutschland. Dies untermauert ihre hohe fachliche Expertise.
Forschung im Fokus
Im Mittelpunkt der Forschung von Prof. Tóth-Petróczy stehen intrinsisch ungeordnete Proteine. Diese Proteine zeichnen sich durch ihre fehlende feste Struktur aus und sind somit schwer zu analysieren. Ihre Funktionsweise und ihre Rolle bei der Bildung biomolekularer Kondensate, die ohne Lipidmembran in Zellen organisiert sind, sind zentrale Themen ihrer Arbeit. Diese Untersuchungen tragen nicht nur zum Verständnis von grundlegenden biologischen Prozessen bei, sondern liefern auch wichtige Erkenntnisse für die Erforschung von Krankheiten wie Neurodegeneration und Krebs.
Der Direktor des CASUS, Prof. Thomas D. Kühne, hebt hervor, dass Tóth-Petróczys interdisziplinärer Ansatz einen wertvollen Beitrag zur Lösung komplexer Forschungsprobleme leisten kann. Auch der Wissenschaftliche Direktor des HZDR, Prof. Sebastian M. Schmidt, betont die Bedeutung ihrer Ernennung für die Entwicklung des CASUS und dessen Zielsetzung, innovative Lösungen in der digitalen interdisziplinären Systemforschung zu fördern.
Innovative Ansätze und Entwicklungen
Ein herausragendes Merkmal von Tóth-Petróczys Arbeit ist die Entwicklung von Modellen und Werkzeugen, die neue Ansätze zur Analyse ungeordneter Proteine und deren Kondensate ermöglichen. Ihre Forschungsgruppe hat diesbezüglich bereits vielversprechende Fortschritte erzielt, die möglicherweise weitreichende Anwendungen in der Biotechnologie und Medizin finden könnten.
Die Berufung von Prof. Tóth-Petróczy und ihre Expertise wird als ein entscheidender Schritt für die Technische Universität Dresden gewertet, die sich weiterhin als ein Zentrum für Spitzenforschung im Bereich der Biowissenschaften etablieren möchte. Mit ihrer Unterstützung könnte die TUD nicht nur ihre Forschungsaktivitäten ausweiten, sondern auch ihr Profil in der internationalen Wissenschaftscommunity schärfen.
Das CASUS, das 2019 gegründet wurde, ist auf digitale interdisziplinäre Systemforschung spezialisiert und verfolgt ehrgeizige Ziele in den Bereichen Energie, Gesundheit und Materie. Diese Vision wird durch die Verknüpfung von verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen vorangetrieben, was auch durch die Gründungseinrichtung BIOTEC, die 2000 ins Leben gerufen wurde, unterstützt wird. BIOTEC verbindet moderne Forschungsansätze in der Molekular- und Zellbiologie mit Ingenieurswissenschaften und bietet der Forschung von Prof. Tóth-Petróczy eine hervorragende Grundlage.
