Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben einen bedeutenden Fortschritt in der Chemie erzielt, indem sie eine stabile Eisen(I)-Verbindung entwickelt haben. Diese innovative Verbindung ist an Luft stabil und ermöglicht die direkte Nutzung von Eisen(I) für katalytische Prozesse ohne die Notwendigkeit starker Reduktionsmittel. Katalysatoren, die für die Herstellung von Produkten wie Arzneimitteln, Kunststoffen und Beschichtungen unerlässlich sind, haben in der Vergangenheit oft teure Edelmetalle wie Rhodium, Iridium oder Palladium verwendet.

Eisen, das vierthäufigste Element der Erdkruste, zeigt in bestimmten Reaktionen ein ähnliches Verhalten wie Edelmetalle. Die neue Eisen(I)-Quelle, die von den KIT-Forschenden entwickelt wurde, bietet eine modulare und voraktivierte Lösung, die die Anwendung in Katalyseprozessen erheblich erleichtert. Dies ist besonders relevant, da Eisen(I) Elektronen leichter aufnehmen oder abgeben kann, was neue Reaktionswege eröffnet.

Erneuerung der Katalyse-Forschung

Bislang erforderlichen Methoden zur Erzeugung von Eisen(I) während der Reaktion bedeuteten oft eine schwierige Kontrolle der Prozesse. Das Team am KIT hat jedoch einen Weg gefunden, Eisen(I) zwischen zwei ringförmigen Kohlenwasserstoffen, den sogenannten Duren-Molekülen, zu stabilisieren, um es vor Luftsauerstoff und Feuchtigkeit zu schützen. Durch gezielten Austausch von Duren konnten verschiedene Eisen(I)-Verbindungen hergestellt und analysiert werden.

Erste Tests haben gezeigt, dass aus der stabilisierten Verbindung ein aktiver Eisenkatalysator entstehen kann. Diese Forschung bildet die Basis für die Entwicklung weiterer Eisenkatalysatoren und deren potenzielle industrielle Anwendungen. Ein zentrales Ziel ist es, Edelmetalle durch Eisen in verschiedenen industriellen Prozessen zu ersetzen. Die Ergebnisse dieser Studie wurden im Journal of the American Chemical Society veröffentlicht (KIT).

Nachhaltige Chemie mit Natrium und Eisen

Internationale Forschende machen zudem Fortschritte, um die chemische Synthese nachhaltiger zu gestalten. Eine neue Methode kombiniert Natrium mit Eisen und bietet eine umweltfreundlichere Alternative zu konventionellen Verfahren, die häufig teure Edelmetalle wie Palladium verwenden. Diese Daten wurden in der Fachzeitschrift Nature Synthesis veröffentlicht und das Projekt wurde vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützt.

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Die Synthese komplexer organischer Moleküle ist für die chemische Industrie, insbesondere in der Arzneimittel- und Agrochemikalienproduktion, von großer Bedeutung. Die neu entwickelten Organonatriumreagenzien zeigen ein vielversprechendes Potenzial, obwohl sie bisher als schwer kontrollierbar galten. In der Studie haben Wissenschaftler eine Kreuzkupplungsreaktion realisiert, bei der Natrium als organometallisches Reagenz und Eisen als Katalysator eingesetzt werden. Eisen erweist sich als ungiftige und kostengünstige Alternative zu Palladium.

Diese Forschung könnte weitreichende Auswirkungen auf verschiedene Bereiche der Chemie haben, einschließlich Materialentwicklung und Energieerzeugung. Ziel ist es, die Abhängigkeit von Edelmetallen zu reduzieren und die Umweltbelastungen durch chemische Prozesse zu verringern. Weitere Entwicklungen in der Forschung zu Organonatriumreagenzien werden angestrebt, um neue Methoden zur Veränderung organischer Moleküle zu entdecken (Process).