Entdecke die Zukunft der Ernährung: Kostenfreies CitizenLab in Osnabrück!
Ein innovatives Projekt zum Thema pflanzliche Proteine hat in Osnabrück und Umgebung für Aufsehen gesorgt. Am 15. Juni 2026 startete die Universität Osnabrück in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik e. V. (DIL) in Quakenbrück das CitizenLab „Hidden Potential! – Hier sind Erbsenzähler gefragt“. Interessierte sind eingeladen, kostenlos und ohne Anmeldung an diesem Projekt teilzunehmen und direkt mit Wissenschaftlern zu interagieren. Verantwortliche Personen sind der Chemiedidaktiker Prof. Dr. Marco Beeken und Dr. Lars Otte von der Universität sowie Prof. Dr. Simone Lipinski vom DIL. Das Projekt wird über drei Jahre vom Verbund „Zukunft der Ernährung in Niedersachsen“ (ZERN) finanziert.
Das Hauptaugenmerk des CitizenLabs liegt auf pflanzlichen Proteinen und ihren Alternativen zu herkömmlichen Fleischprodukten. Die Besucher haben die Möglichkeit, verschiedene Fleischprodukte und ihre veganen Alternativen sensorisch und analytisch zu vergleichen. Zusätzlich können sie lernen, Proteine aus Erbsen zu isolieren und eigene Proteinshakes basierend auf ihrem individuellen Proteinbedarf zusammenzustellen. Weitere Stationen sind der Technologie der Proteinextraktion gewidmet und behandeln Verfahren wie Isolation und Extrusion zur Gewinnung und Verarbeitung pflanzlicher Proteine.
Forschung und Ernährung im Fokus
Das Ziel des CitizenLabs ist es, wissenschaftliche Informationen zu pflanzlichen Proteinen und Lebensmitteltechnologie verständlich zu vermitteln und einen Dialog zwischen Forschung und Öffentlichkeit zu fördern, ohne eine bestimmte Ernährungsweise zu propagieren. Die Initiative dient gleichzeitig der wissenschaftlichen Forschung, um die Reaktionen der Bürger auf diese Form des Lernens zu evaluieren. Diese praktikablen Aktivitäten könnten eine sinnvolle Ergänzung zu herkömmlichen Informationsformaten darstellen und somit einen niedrigschwelligen Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen schaffen.
Die Nachfrage nach pflanzlichen Proteinquellen ist in Deutschland in den letzten Jahren gestiegen. Innerhalb der menschlichen Ernährung decken tierische Produkte einen Großteil des Proteinbedarfs ab. Allerdings werden pflanzliche Proteine sowohl für die menschliche als auch die Tierernährung zunehmend wertgeschätzt. Zu den wichtigen pflanzlichen Proteinquellen zählen Leguminosen wie Sojabohnen, Ackerbohnen, Erbsen und Linsen, aber auch nicht-legume Pflanzen wie Nüsse, Ölsaaten sowie Pseudocerealien. Diese Rohstoffe sind grundlegend für die Herstellung vegetarischer und veganer Lebensmittel sowie für Pflanzendrinks und hybride Produkte [BLE] berichtet, dass der aktuelle Bedarf an qualitativ hochwertigen Proteinquellen für die Tierernährung häufig durch Importe, insbesondere von Soja und Rapsschrot, gedeckt wird.
Nachhaltige Lösungen für die Eiweißversorgung
Um die Eiweißlücke in Deutschland, die derzeit bei etwa 12 Prozent liegt, zu schließen, strebt die Bundesregierung an, den heimischen Anbau von Eiweißpflanzen zu fördern. Das Kompetenzzentrum Proteine der Zukunft, welches seit 2014 existiert, unterstützt Forschung und Entwicklung bezüglich heimischer pflanzlicher Eiweißträger und koordiniert das Stakeholder-Forum „Nachhaltigere Eiweißfuttermittel“ (FONEI), das sich für mehr Transparenz in der Lieferkette und nachhaltigere Futterrationen einsetzt. Weiterhin wurde 2024 das Forum „Proteine der Zukunft auf den Teller“ ins Leben gerufen, um die Vielfalt der Proteinquellen in der menschlichen Ernährung zu stärken.
Insgesamt hat das CitizenLab das Potenzial, nicht nur Aufklärung und Wissensvermittlung zu fördern, sondern auch einen wichtigen Beitrag zu einem zukunftsorientierten Umgang mit pflanzlichen Proteinquellen zu leisten. Interessierte können sich bei Dr. Lars Otte unter lars.otte@uos.de für Medienanfragen melden.
