Am Donnerstag, dem 7. Mai, wird im Helikoniensaal des Botanischen Gartens der Universität Osnabrück um 15 Uhr das neue Mittelmeerhaus eröffnet. Die Veranstaltung, die die interessierte Öffentlichkeit einlädt, features eine Präsentation von PD Dr. Stefan Abrahamczyk, der eine Auswahl mediterraner Pflanzenarten vorstellen wird. Dies geschieht in Verbindung mit einer Führung, die den Besuchern die speziellen Anpassungen dieser Pflanzen an ihre Herkunftsregion näherbringen soll.
Die mediterranen Pflanzen, die zunehmend auch in deutschen Gärten Einzug halten, benötigen in erster Linie Sonne und Wärme. Zwar sind viele Arten in der Lage, kurzzeitigen Frost zu überstehen, dennoch stellen die kühlen und nassen Bedingungen in Norddeutschland eine Herausforderung dar. Besonders im Winter können diese Bedingungen problematisch für die Pflanzen sein. Ein neu errichtetes ungewärmtes Gewächshaus im Botanischen Garten hilft dabei, die optimalen Bedingungen hinsichtlich Boden- und Luftfeuchte zu schaffen. Die Glasscheiben des Gewächshauses mildern darüber hinaus die starken Minustemperaturen und ermöglichen es den Pflanzen, die kalte Jahreszeit zu überstehen und früh im Frühling wieder zu wachsen.
Anpassungen an das mediterrane Klima
PD Dr. Abrahamczyk hat gezielt Pflanzenarten ausgewählt, die über spezielle Anpassungen an die heißen, trockenen Sommer im Mittelmeerraum verfügen. Zwiebelpflanzen sind ein Beispiel: Sie treiben mit den ersten Regenfällen im Herbst Blätter und ziehen sich im späten Frühling zurück, wenn die Sommerhitze einsetzt. Diese zyklischen Wachstumsphasen sind für das Gedeihen im mediterranen Klima entscheidend.
Zu den bekanntesten Symbolen des mediterranen Gartens gehört der Oleander (Nerium oleander). Diese immergrüne Pflanze blüht von Juni bis September in verschiedenen Farben und schrumpft in unseren kälteren Zeiten, wenn die Temperaturen auf etwa -5 Grad sinken. Im Haus kann sie an einem kühlen Ort überwintert werden und bedarf einer besonderen Pflege, um zu gedeihen. Dabei ist es wichtig, Staunässe zu vermeiden und die Pflanze regelmäßig zu schneiden, um ein buschiges Wachstum zu fördern. Dieser pflegeleichte Charakter hat den Oleander weltweit zu einer beliebten Zierpflanze gemacht.
Ein Hauch von Mittelmeer
Mediterrane Pflanzen bringen nicht nur Farbe und Vielfalt in den Garten, sie erzeugen auch ein Urlaubsgefühl direkt zuhause. Laut der Planung von Gartenexperten sollten hierbei einige Punkte beachtet werden. Der Boden sollte durchlässig und nährstoffarm sein, während die Pflanzen ausreichend Licht und Wärme benötigen.
Die Gestaltung von mediterranen Gärten folgt oft klaren, geometrischen Formen mit Elementen wie Wasserspielen, die ein zentrales Element darstellen. Materialien wie Natursteine und patiniertes Metall, kombiniert mit gedeckten Farben, runden das Bild ab und tragen zur authentischen Atmosphäre bei.
Bei der Auswahl der Pflanzen können unter anderem folgende Arten empfohlen werden:
- Strauchrosen (Rosa)
- Echte Zypressen (Cupressus sempervirens)
- Kaiserkrone (Fritillaria imperialis)
- Zitrusbäume (Citrus)
- Taglilien (Hemerocallis)
- Basilikum (Ocimum basilicum)
- Oleander (Nerium oleander)
- Drillingsblume (Bougainvillea glabra)
- Olivenbaum (Olea europaea)
- Lavendel (Lavandula angustifolia)
Für alle, die sich für die mediterrane Pflanzenwelt interessieren, bietet die Eröffnung des Mittelmeerhauses eine hervorragende Gelegenheit, Einblicke in die bunte Vielfalt dieser Flora zu gewinnen. Fragen zu den Pflanzen beantwortet PD Dr. Stefan Abrahamczyk gerne per E-Mail unter stefan.abrahamczyk@uos.de.