Am 12. Juni 2026 wird ein bemerkenswerter Meilenstein gefeiert: Das EU-Programm Erasmus+ hat seit seiner Einführung im Jahr 1987 eine Million Studierende aus Deutschland gefördert. Diese Zahl ist ein bedeutendes Zeichen für die Mobilität und Austauschmöglichkeiten, die das Programm bietet. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat anlässlich dieses Halb-Jubiläums die Aktion „One in One Million“ ins Leben gerufen, um diesen Erfolg zu würdigen und die vielseitigen Erfahrungen der Teilnehmenden zu beleuchten.

Ein Beispiel für die positiven Auswirkungen von Erasmus+ ist die Bielefelder Lehramtsstudentin Laura Terjung. Sie studiert Grundschullehramt mit integrierter Sonderpädagogik und Sport an der Universität Bielefeld und begann 2025 einen sechsmonatigen Auslandsaufenthalt in Graz, Österreich. Für Laura war es der erste Aufenthalt im Ausland, und anfangs fühlte sie sich sehr allein in der neuen Umgebung. Doch durch aktive Teilnahme an Sportkursen und Campusaktivitäten gelang es ihr, schnell Kontakte zu knüpfen und sich besser zurechtzufinden.

Erfahrungen, die prägen

Während ihres Aufenthalts lernte Laura nicht nur neue Menschen kennen, sondern auch innovative Lehrmethoden. In einer ihrer Lehrveranstaltungen entdeckte sie die Methode der Aktiven Bewegungspause, die sie für ihren zukünftigen Unterricht als sehr nützlich erachtet. Zudem sammelt sie Erinnerungen an bereichernde Gespräche mit Kommiliton*innen und Dozierenden sowie an eine eindrucksvolle Wanderexkursion, bei der sie eine Felskante abseilte.

Eine wichtige Erkenntnis für Laura war die Gelassenheit und Unkompliziertheit, die sie in der österreichischen Kultur erlebte. Sie lernte, offen auf neue Menschen zuzugehen und spontane Begegnungen zu nutzen. Ihre positiven Erlebnisse wurden durch eine kleine Geste des DAAD verstärkt, der ihr eine Erasmus+-Tasche als Aufmerksamkeit überreichte. Jährlich verlassen rund 360 Studierende der Universität Bielefeld im Rahmen des Erasmus+-Programms ihre Heimat, wobei die Universität selbst seit 1987 etwa 6.500 Studierende gefördert hat. Beliebte Gastländer sind in diesem Zusammenhang Spanien, Schweden und Italien.

Der Einfluss von Erasmus+

Die Wirkung des Erasmus-Programms ist umfassend und nachhaltig. Eine Studie der Nationalen Agentur für Erasmus+ Hochschulzusammenarbeit im DAAD zeigt, dass zwischen 2014 und 2020 über 350.000 Auslandsaufenthalte gefördert wurden, wobei die Zufriedenheitsrate unter den Teilnehmenden über 90 Prozent beträgt. Erasmus+ hat sich als Schlüsselprogramm für die Zukunft Europas etabliert, indem es akademische Mobilität und grenzüberschreitende Verständigung fördert.

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Ergebnisse der Studie belegen, dass Alumni von Erasmus+ signifikante Verbesserungen in ihren arbeitsmarktrelevanten Kompetenzen wahrnehmen. So gaben 93 % der Befragten an, dass ihre interkulturelle Kompetenz gestiegen sei, während 89 % von verbesserten Sprachkenntnissen berichteten. Auch die Kommunikationsstärke, Selbstständigkeit und Offenheit gegenüber Neuem steigen signifikant. Diese Faktoren sind entscheidend für die berufliche Entwicklung, weswegen zwei Drittel der Alumni ihren Aufenthalt als wichtig für ihre Karriere betrachten.

In Anbetracht dieser umfassenden Erfolge wird deutlich, dass Erasmus+ nicht nur das individuelle Leben der Teilnehmenden bereichert, sondern auch zu einem stärkeren Zusammenhalt innerhalb Europas beiträgt. Das Programm ist somit ein wichtiger Motor für die interkulturelle Verständigung und akademische Kooperation innerhalb der EU. Dies hebt auch DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee hervor, der die nachhaltige Bedeutung von Erasmus+ für die Zukunft betont. Uni Bielefeld berichtet von den individuellen Erlebnissen, während eine umfassende Wirkungsstudie des DAAD die gesamtgesellschaftliche Relevanz unterstreicht.