Heute, am 15. Juli 2026, ruft die Universität Osnabrück gezielt Frauen ab 16 Jahren zur Teilnahme an einer psychologischen Studie auf. Gesucht werden Personen, die unter Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Binge-Eating-Störung oder Körperdysmorphen Störung leiden. Diese Erkrankungen sind durch eine beeinträchtigte Wahrnehmung und Bewertung des eigenen Körpers gekennzeichnet. Besonders häufig sind gestörte Körperbilder der gemeinsame Kern dieser Störungen, die sowohl das Selbstbild als auch das Verhalten gegenüber dem eigenen Körper drastisch beeinflussen.

Die Anorexia nervosa zeigt sich in einer starken Einschränkung der Nahrungsaufnahme und einer übermäßigen Angst vor Gewichtszunahme. Während Bulimia nervosa und die Binge-Eating-Störung durch wiederkehrende Essanfälle geprägt sind, fehlt es bei der Binge-Eating-Störung an regelmäßigen Ausgleichsmaßnahmen wie Erbrechen oder exzessivem Sport. Bei der Körperdysmorphen Störung hingegen liegt eine intensive Beschäftigung mit vermeintlichen körperlichen Makeln vor, die nicht primär durch Essverhalten bedingt ist.

Studienziel und Methodik

Die von Prof. Dr. Silja Vocks und Luca-Leander Wolz geleitete Studie hat das Ziel, die Zusammenhänge zwischen Körperwahrnehmung und Körperbild zu verstehen. Bisherige Studien fokussierten sich vor allem auf gesunde Stichproben, die nun gezielt angesprochen werden sollen. Die Ergebnisse könnten zur Identifikation psychologischer Mechanismen hinter Körperbildstörungen beitragen und Ansatzpunkte für Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen.

Die Teilnahme an der Studie erfolgt online und umfasst das Ausfüllen mehrerer wissenschaftlicher Fragebögen. Der Zeitaufwand beträgt etwa 35 bis 45 Minuten. Alle erhobenen Daten werden pseudonymisiert und vertraulich verarbeitet. Für die Teilnahme erhalten die Teilnehmenden einen Wunschgutschein im Wert von 10 Euro. Interessierte Frauen können sich direkt per E-Mail an Luca-Leander Wolz wenden: kpp-sensingtheself@uni-osnabrueck.de.

Essstörungen im Überblick

Essstörungen, wie sie auch im Kontext der oben erwähnten Studie behandelt werden, sind komplexe Erkrankungen, die häufig als Mischformen auftreten. Laut dem Bundesgesundheitsministerium gibt es drei Hauptformen von Essstörungen: Anorexie (Magersucht), Bulimie (Ess-Brech-Sucht) und Binge-Eating-Störung (Essanfälle ohne gewichtsregulierende Maßnahmen). Der Entstehung dieser Störungen liegen vielfältige individuelle, familiäre, biologische und sozio-kulturelle Faktoren zugrunde.

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Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit sensibilisiert die Öffentlichkeit für die frühzeitige Erkennung solcher Störungen und bietet umfangreiche Informationen zu Krankheitsbildern, auslösenden Faktoren sowie Beratungs- und Therapiemöglichkeiten an. Zu den verfügbaren Medien gehören Broschüren, Flyer und Filme.

Zusätzlich kooperiert das BMG mit einem Fachgremium, bestehend aus Fachgesellschaften, Verbänden, Experten und Wissenschaftlern, um Empfehlungen zur integrierten Versorgung bei Essstörungen in Deutschland zu erarbeiten und zu veröffentlichen. Diese Empfehlungen legen einen besonderen Fokus auf die Übergänge und Schnittstellen zwischen Prävention, Beratung, Behandlung und Nachsorge.

Für all jene, die von Essstörungen betroffen sind oder sich für das Thema interessieren, stellt die laufende Studie eine wichtige Möglichkeit dar, zur Forschung beizutragen und fundierte Erkenntnisse über Körperwahrnehmung zu gewinnen.