Am 9. Juli 2026 hat die Europäische Kommission den „QuantERA“-Aufruf 2025 ins Leben gerufen, um die länderübergreifende Zusammenarbeit in der Quantentechnologie zu fördern. 34 Förderorganisationen aus 29 Ländern unterstützen diesen Aufruf und stellen ein Gesamtvolumen von rund 53 Millionen Euro bereit. Aus über 1400 Forschungsteams wurden 287 Anträge eingereicht, von denen 39 Projekte zur Finanzierung empfohlen wurden. Unter den ausgewählten Projekten sticht das Vorhaben „Semidefinite Grundlagen für Quantencodes: Konvergenz, Schranken und Konstruktionen“ der Universität Paderborn hervor, das von Prof. Dr. Sevag Gharibian geleitet wird.

Das Projekt zielt darauf ab, die mathematischen Grundlagen für Quantencodes zu entwickeln, die eine Schlüsselrolle für fehlertolerante Quantencomputer spielen. In einer Zeit, in der Quantenfehlerkorrektur als entscheidend für die Bekämpfung von Quantenrauschen und Informationsverlusten betrachtet wird, konzentriert sich das Paderborner Forschungsteam auf Algorithmen zur Verbesserung der Fehlerresistenz. Die Entwicklung sorgt für das notwendige Fundament zur Analyse und Konstruktion von Quantencodes, basierend auf semidefiniter Programmierung.

Forschung und Innovation in Europa

Die Errungenschaften des Projekts in Paderborn verdeutlichen den engen Zusammenhang zwischen theoretischer Forschung und praktischer Anwendung. Wissenschaftler*innen streben an, allgemeine Sätze, Benchmark-Tabellen und Open-Source-Software zu entwickeln, die sowohl Quantenfehlerkorrektur als auch Quantensimulation unterstützen. Dieses Engagement für die Entwicklung neuer Technologien ist Teil der umfassenderen Bemühungen der EU, die Quantenforschung voranzutreiben.

Parallel dazu hat Google Quantum AI bedeutende Fortschritte in der Quantenfehlerkorrektur erzielt. Die erfolgreiche Demonstration könnte den praktischen Einsatz von Quantencomputern ermöglichen. Quantencomputer bieten theoretisch eine unvergleichliche Rechenleistung, deren praktische Nutzung jedoch bislang eine Herausforderung darstellt. Es gab zwar Experimente, die Quantenüberlegenheit beanspruchten, jedoch sind diese Ansätze häufig noch nicht praxistauglich.

Aufbau einer europäischen Infrastruktur

Die Entwicklung von Quantencomputern in Europa wird zudem durch die Initiativen des Gemeinsamen Unternehmens für europäisches Hochleistungsrechnen (GU EuroHPC) gefördert. Die Einrichtung hat bereits sechs Hosting-Vereinbarungen mit Ländern wie Italien, Polen, Spanien, Frankreich, Deutschland und der Tschechischen Republik unterzeichnet. Diese Vereinbarungen, die in Luxemburg feierlich besiegelt wurden, stellen sicher, dass die ersten europäischen Quantencomputer bis 2025 betriebsbereit sein werden.

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Das Ziel dieser Initiative ist der Bau einer europäischen Quanteninformatik- und Hochleistungsrecheninfrastruktur, die Rechenleistungen bieten soll, die über die aktuellen Supercomputer hinausgehen. Diese Quantencomputer sind darauf ausgelegt, komplexe Probleme zu lösen, etwa bei der Simulation des menschlichen Körpers, der Modellierung chemischer Reaktionen oder dem Management erneuerbarer Energiequellen. Exzellenzzentren für Wissenschaft und Industrie werden dabei eine unterstützende Rolle einnehmen.

Insgesamt zeigt die laufende Entwicklung in der europäischen Quantenforschung ein fokussiertes Bestreben, Herausforderungen der Technologie zu bewältigen und die Vorteile, die sie bieten kann, voll auszuschöpfen. Insbesondere die Fortschritte in der Quantenfehlerkorrektur sind dabei von zentraler Bedeutung, um die Vision eines leistungsfähigen Einsatzes von Quantencomputern zu realisieren. Die Initiative der Europäischen Kommission, zusammen mit den Erfolgen in Paderborn und den Fortschritten bei Google, veranschaulichen die Innovationskraft Europas in diesem zukunftsträchtigen Bereich.