Experience Day 2026: Warum Vertrauen und Werbewirkung im KI-Zeitalter zählen
Heute, am 1. Oktober 2026, ist der Experience Day 2026 auch an der Uni Münster ein Thema für alle, die sich mit Medien, Werbung und Wissenschaft beschäftigen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, welche Rolle die Werbeinventare von Magazinpublishern in Mediaplänen spielen – und wie viel Zuversicht eine Branche in schwierigen Zeiten tatsächlich aufbringen kann.
Beim diesjährigen „Experience Day“ diskutierten darüber Moderatorin Tanit Koch, Manfred Kluge, Nadja Schick und Lisa-Charlotte Wolter. Die Publisher brachten Argumente für die Bedeutung ihrer Inventare vor, bekamen von Agenturen aber ebenso kritisches wie konstruktives Feedback. Der angekündigte Rückblick auf die Veranstaltung verspricht damit kein bequemes Schulterklopfen, sondern ein Fazit mit Reibung.
Zwischen KI, Vertrauen und Marktwirtschaft
Das Programm begann um 10:00 Uhr mit „Eröffnung und Impuls“. Lars Joachim Rose, Vorstandsvorsitzender des MVFP und Verleger der Mediengruppe Klambt, trat gemeinsam mit Tanit Koch auf. Koch wurde dabei als Journalistin, Moderatorin und Autorin des „FOCUS Briefing“ vorgestellt. Roland Eisenbrand, Chefredakteur von OMR, war ebenfalls beteiligt.
Bereits um 10:15 Uhr folgte die Keynote „Die neue Weltordnung: Was KI und Big Tech für Gesellschaft und Europa bedeuten“ mit Carsten Knop, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.). Um 10:45 Uhr sprach Prof. Dr. Markus Gabriel, Philosoph und Autor sowie Professor an der Universität Bonn, über „Wie künstliche Intelligenz die Marktwirtschaft herausfordert“.
Nach der Networking-Coffee-Break um 11:25 Uhr ging es um 12:00 Uhr um die wirtschaftliche Seite von Markenkommunikation. Der Impuls „Brand Drives Business: Wie Markenkommunikation messbaren Business Impact generiert“ versammelte Michael Jäschke, Media Effectiveness Lead bei Google, und Rolf Theunissen, Co-Founder und Managing Director von Stratum Global. Moderiert wurde das Gespräch von Juliane Paperlein, freier Redakteurin.
Beim Panel „Neue Logik im Media-Business: Status quo, Vertrauen und was die Branche jetzt verändern muss“ diskutierten ab 12:30 Uhr Manfred Kluge, Co-Founder der Initiative18 und Chairman der Omnicom Media Group, Nadja Schick, Vice President Responsible Media bei WPP Media, sowie Prof. Dr. Lisa-Charlotte Wolter, Head of IU Research Center for Sustainable Media & Marketing bei Value Media. Die anschließende Networking-Lunch-Break war für 13:00 Uhr angesetzt.
Werbewirkung ist kein Bauchgefühl
Um 14:30 Uhr stand die Meta-Studie „Die Evidenzstudie: Der teuerste Denkfehler im Marketing – und was echte Werbewirkungsforschung dagegen tun kann“ auf dem Plan. Tatjana Damgaard, Vice President DTA bei WPP Media Germany, und PD Dr. habil. Tino G. K. Meitz, CEO von EMPYRICA, führten durch diesen Teil des Programms.
Eine weitere Perspektive auf Vertrauen brachte um 15:00 Uhr Prof. Dr. Oliver Errichiello ein. Sein Impuls trug den Titel „Wirklich alles anders? Die Vermessung des Vertrauens“. Errichiello ist Professor für Markensoziologie und Markenmanagement an der Universität Hamburg sowie an den Hochschulen Luzern und Bremen.
Anschließend war ein Gespräch über Brand Experience, Markensoziologie und die Erfolgslogik in komplexen Systemen vorgesehen. Neben Errichiello nahm Olaf Hartmann teil, Acting Partner des Multisense Instituts. Viel Stoff für einen Nachmittag, an dem der Kaffee vermutlich nicht nur Dekoration war.
Um 15:40 Uhr folgte die Keynote „What do Modern German Marketers Miss about Marketing?“ mit Mark Ritson, Marketing- und Branding-Experte sowie Gründer des MiniMBA. In der Programmzuordnung wurde als Veranstaltungsort seiner Zuordnung nach Australien genannt.
Journalismus, Emotionen und ein Abend im RheinRiff
Nach der Networking-Coffee-Break um 16:20 Uhr stand um 17:00 Uhr das Closing-Interview „Unverzichtbar menschlich: Warum Emotionen und Journalismus auch im KI-Zeitalter zählen“ auf dem Programm. Gesprächspartner von Roland Eisenbrand war Jan Fleischhauer, Journalist, Kolumnist und Autor.
Das offizielle Closing um 17:30 Uhr bestritten Tanit Koch und Roland Eisenbrand. Ab etwa 17:45 Uhr sollte die Experience Night im RheinRiff in Düsseldorf beginnen – als Get-together für Teilnehmende und Vortragende des Experience Day 2026. Geplant waren kulinarische Angebote und Austausch mit bestehenden sowie neuen Kontakten.
Für den Abend waren Timo Fritsche und Julia Komp angekündigt. Fritsche ist Küchenchef des La Vie by Thomas Bühner in Düsseldorf; das Restaurant erhielt Mitte Juni 2025 einen Michelin-Stern. Komp wurde 2016 als Deutschlands jüngste Sterneköchin und 2020 als Köchin des Jahres ausgezeichnet und ist im Sahila – The Restaurant in Köln tätig. Zwischen Gesprächen über Marken, Medien und künstliche Intelligenz dürfte also auch etwas Vernünftiges auf den Tellern gelegen haben.
Ein weiterer Kontext bleibt offen: Die zusätzlich genannte PDF von ARD Media zum KI-Einsatz in Medien enthält laut vorliegenden Informationen keinen auslesbaren Inhalt; der Artikeltext liegt dort nur als komprimierter Binärdatenstrom vor. Mehr lässt sich daraus nicht belastbar ableiten. In Münster bleibt damit vor allem der Blick auf eine Veranstaltung, die über Werbeplätze sprach, aber ebenso über Vertrauen, Messbarkeit, Journalismus und die Frage, was im KI-Zeitalter unverzichtbar menschlich bleibt.
