Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat angekündigt, den Sonderforschungsbereich „Light-Matter Interactions at Interfaces“ (LiMatI) an der Universität Rostock zu verlängern. Die Förderung für die zweite Periode umfasst bis Ende 2029 rund 10 Millionen Euro. Dieses Engagement unterstreicht die Bedeutung der Forschungsaktivitäten, die sich auf die Nutzung von Licht zur Messung und Steuerung von Materialeigenschaften auf ultrakurzen Zeitskalen konzentrieren. Insbesondere wird der Fokus auf die physikalischen Vorgänge an Grenzflächen zwischen unterschiedlichen Materialien gelegt, die in Attosekunden ablaufen.

Der Sonderforschungsbereich wird in Zusammenarbeit mit dem Max-Born-Institut (MBI) in Berlin weitergeführt. Zwei Hauptbereiche der Forschung sollen dabei beleuchtet werden: Zum einen „Starke Felder und Attosekundenphysik“, wo das Zusammenspiel von intensiven Laserfeldern und der Bewegung von Elektronen in Materialien untersucht wird. Zum anderen steht die Beobachtung und Steuerung von Quasiteilchen sowie topologischen Effekten für robuste Quantentechnologien im Mittelpunkt.

Forschungsziele und Nachwuchsförderung

Die Verbindung zwischen experimenteller und theoretischer Forschung ist essenziell, um grundlegende Fragestellungen der modernen Physik anzugehen. In diesem Rahmen sollen rund 25 neue Promotionsstellen geschaffen werden, die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland die Möglichkeit bieten, in einem international sichtbaren Forschungsumfeld zu arbeiten. Dieser Ansatz fördert nicht nur den wissenschaftlichen Austausch, sondern auch die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Ein weiteres wichtiges Element der Initiative ist der Ausbau des Wissenstransfers in die Gesellschaft. Hierbei sind neue Formate der Wissenschaftskommunikation geplant, inklusive eines mobilen Schülerlabors, das moderne Physik in Schulen in Mecklenburg-Vorpommern vermitteln soll. Die Einbindung der Gesellschaft in Forschungsprozesse ist ein wesentlicher Bestandteil der dritten Förderperiode.

Bedeutung der Grundlagenforschung

Die modernen Errungenschaften der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung sind für unsere Welt von entscheidender Bedeutung. Wie das BMFTR erläutert, bezieht sich dies auf wichtige Anwendungen in Bereichen wie der Bildgebung in der Medizin, Lasertechnik sowie leistungsfähige Prozessoren und Datenspeicher. Die Grundlagenforschung ermöglicht nicht nur technologische Innovationen, sondern trägt auch zur technologischen Souveränität Deutschlands und Europas bei.

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Ein zentraler Aspekt der Forschungslandschaft sind Großforschungsanlagen, wie Teilchenbeschleuniger und Großteleskope, die die Erforschung von Atomkernen, Materialien unter Extrembedingungen und fernen Galaxien ermöglichen. Diese Anlagen sind nicht nur für die wissenschaftliche Forschung von Bedeutung, sondern fungieren auch als Ausbildungsstätten für qualifiziertes Personal, das häufig in die Industrie wechselt.

Das Programm „Erforschung von Universum und Materie – ErUM“ bündelt die Grundlagenforschung in den Bereichen Teilchen, Materie und Universum. Es zielt darauf ab, die naturwissenschaftliche Grundlagenforschung weiterzuentwickeln und den Zugang zu führenden Forschungsinfrastrukturen zu ermöglichen. Von 2017 bis 2022 wurden 786 geförderte Vorhaben in das ErUM-Programm einbezogen, das zahlreiche Hochschulen und Forschungsinfrastrukturen unterstützt hat.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Weiterführung des Sonderforschungsbereichs LiMatI an der Universität Rostock nicht nur den wissenschaftlichen Fortschritt fördert, sondern auch entscheidende Impulse für die Ausbildung junger Talente und die Stärkung der Grundlagenforschung in Deutschland liefert. Diese Entwicklungen und Initiativen zeigen, wie eng Forschung, Bildung und gesellschaftlicher Austausch miteinander verknüpft sind.