Vom 14. bis 17. April 2026 fand ein bedeutendes Treffen des Transregio-Sonderforschungsbereichs TRR 420 CONCENTRATE am MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen statt. Rund 50 Forschende aus dem Konsortium diskutierten aktuelle Forschungsvorhaben und erkundeten neue Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert diesen Sonderforschungsbereich, dessen Hauptziel die Untersuchung des Kohlenstoffspeichers im Ozean ist, wie Uni Greifswald berichtet.
Ein bemerkenswerter Aspekt der Forschung ist die Rolle von Zuckermolekülen, auch Glykane genannt, die von Algen produziert werden. Diese Verbindungen werden normalerweise vollständig von Bakterien und Pilzen abgebaut. Allerdings zeigt sich, dass große Mengen dieser Glykane sowohl im Wasser als auch am Meeresboden vorhanden sind. Die Forscher des TRR 420 CONCENTRATE wollen verstehen, warum ein Teil des Kohlenstoffs dem Abbau entgeht und somit langfristig im Ozean gebunden bleibt. Dies könnte potenziell erhebliche Auswirkungen auf das Klima haben.
Komplexität der Kohlenstoffspeicherung
Insgesamt verfolgt das Forschungsteam 14 Arbeitshypothesen, die die zugrunde liegenden Prozesse von molekularer bis ökologischer Ebene erläutern sollen. Zu den Ansprechpartnern gehören Prof. Dr. Thomas Schweder von der Universität Greifswald und Prof. Dr. Jan-Hendrik Hehemann von der Universität Bremen, die als Sprecher und Co-Sprecher des TRR 420 CONCENTRATE agieren.
Der Ozean ist ein natürlicher Kohlenstoffspeicher, der nach Copernicus Marine fünfzigmal mehr Kohlenstoff enthält als die Atmosphäre. Kohlendioxid löst sich im Meerwasser und wird in andere Kohlenstoffformen umgewandelt. Dieser Kohlenstoff kann in tiefen Gewässern, die über 1000 Meter liegen, für Hunderte oder sogar Tausende von Jahren eingeschlossen bleiben. In dieser Zeit kann die Meeresoberfläche weiterhin Kohlendioxid aufnehmen.
Physikalische und biologische Kohlenstoffpumpen
Der Gasaustausch zwischen Luft und Meer sowie die vertikale Kohlenstoffverteilung werden durch die physikalische und biologische Kohlenstoffpumpe erklärt. Die physikalische Kohlenstoffpumpe ist besonders wichtig, da kaltes Meerwasser mehr Kohlendioxid aufnehmen kann und dichter ist als warmes Wasser. Dieses Kohlendioxid gelangt vor allem in hohen Breitengraden in den Ozean.
Das kalte, dichte Oberflächenwasser sinkt ab, wodurch Kohlenstoff in die Tiefsee verlagert wird. In niedrigeren Breitengraden erwärmt sich das Wasser beim Aufsteigen und gibt einen Teil des gelösten Kohlendioxids wieder an die Atmosphäre ab. Die biologische Kohlenstoffpumpe funktioniert durch Phytoplankton, das die Grundlage der marinen Nahrungskette bildet. Diese Organismen nehmen Kohlendioxid durch Photosynthese auf und geben Kohlenstoff ab, wenn sie verzehrt werden oder nach ihrem Tod, wenn sie in die Tiefsee sinken.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Erforschung der Kohlenstoffspeicherung im Ozean von entscheidender Bedeutung ist, um die komplexen klimatischen Wechselwirkungen zu verstehen und mögliche Strategien zur Minderung des Klimawandels zu entwickeln.